Oberlippenbärte im Kim


Strange Leute im KIM

Am letzten Wochenende hatte ich Besuch aus Hamburg. Jens und Annika kamen, weil sie zu einer Überraschungsparty nach Berlin eingeladen wurden. Ein Freund von ihnen rundete und wurde aus Bielefeld nach Berlin gekarrt – und allerhand Freunde aus dem Bundesgebiet kamen eben.

Doch bevor es losging mussten wir noch etwas essen. Annika schlug Currywurst vor und da kam ich auf das Curry 36 am Mehringdamm, die wohl bekannteste Currybude in Berlin – wenn nicht gar Deutschland. Irgendwas muss ja dran sein, an dieser Bude, denn wenn man morgens um 2 auf dem Weg in Schwuz an Curry 36 vorbeikommt ist es genauso volle, wie wenn man um halb sieben wieder fährt..

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Dreimal Currywurst ohne Darm mit Pommes, dazu ein Becks, ein Becks Gold und ein Becks Green Lemon.

Okay es war eine Currywurst, aber eine wie man sie in tausenden anderen Buden auch bekommt. Das ganze hat mich darin bestätigt, was ich schon immer vermute. Curry 36 ist das vermutlich am meisten gehypteste Fastfood-Ding in ganz Berlin… Da lobe ich mir das Hühnerhaus an der Skarlitzer Strasse.

Egal, wir waren gestärkt, der Abend konnte beginnen. Ich gab mein Bier in Jens’s treue Hände, denn mit bier am Steuer ist nicht so mein Ding und wir fuhren zurück zu mir um per Ubahn nach Mitte zu fahren.

Das Kim in der Brunnenstrasse in Berlin Mitte war das Ziel, doch dieses Ziel zu finden war nicht so einfach, denn klugerweise haben die Besitzer des Kim vergessen, ihrem Namen einen Namenszug zu verpassen. So weiss also nur derjenige, dass dieser Laden Kim heisst, der ihn a) gefunden hat und zusätzlich b) des Laden dem Namen auch zuordnen kann.

Wir konnten nicht und landesten nach dem Kim in einer waschechten Punkerkneipe. Ich kam mir vor wie im Onkel Otto vor 10 Jahren als die Hafenstrasse noch die alte war… Naja dort waren wir falsch un fanden heraus, dass das Kim eben doch der andere Laden sei.

Das Kim ist ein grauweisser Raum mit einer Theke und einem Mischpult mit dazugehöriger Anlage. Das Ganze hat in etwa das Flair einer Kellerparty, wie sie früher auf Geburtstagen gefeiert wurde. Mit zwei Unterschieden. Der Raum war voller und die Getränke mussten bezahlt werden.

Die vielen anwesenden Gäste waren durch die Bank weg gut gelaunt, die Getränke billig und die Musik tanzbar bis sehr gut – und doch wunderte mich etwas. Die teilweise strangen Typen dort.

Ich meine, ich bin eine Transe und kenne viele strange Typen, aber dass es anscheinend in ist, Oberlippenbärte und Wollpullunder zu tragen, das will doch nicht in meinen Kopf. Erst dachten wir, die müssen eine Mission haben. Das sind bestimmt Mitglieder der Band, die heute gespielt haben.

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Weit gefehlt! Wir wurden aufgeklärt, dass die das ernst meinen. Also, lasst es Euch auf der Zunge zergehen. Es gibt Leute in Berlin, die Tragen Wollpullunder und Oberlippenbärte FREIWILLIG ohne dazu gezwungen worden zu sein.

Kurzfristig überlegte ich noch ob das jetzt besonders cool oder besonders dämlich aussieht, doch nach kürzestem Grübeln hab ich mich dafür entschieden, dass es keinen Grund geben kann, einen Oberlippenbart zu tragen, ausser man heisst Thomas Magnum und fährt auf Hawaii mit einem Ferrari durch die Gegend. Dann – aber nur dann – ist ein Oberlippenbart okay.

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Die Jungs sahen aber nicht aus, als hätten sie einen Ferrari sondern nur so als seien sie in der Schule regelmäßig verhauen worden. Das ging garnicht.

Einer der Bartträger meinte zu mir noch, ich sei ja neu in Berlin und er gebe mir noch zwei Monate, dann hätte ich auch einen Oberlippenbart…. Vergiss es Junge, ich bin in einer anderen Subkultur zu Hause und in mein Gesicht kommt viel, aber ganz sicher kein Oberlippenbart.

Auf den Schrecken brauchte ich einige Cuba Libre und Vodka Redbull um das zu ertragen. Und irgendwie war der letzte wohl schlecht. Auf jeden Fall hatte ich am nächsten Tag keine Lust auf Alkohol…


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