Streetart bei Dermot O'Dyna


Kunst beim Frisör

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An diesem Samstag gab es eigntlich nur eine Veranstaltung, bei der wir erscheinen wollten. Das Irrenhouse von :Nina Queer:, seit vielen Monaten, DER Pflichttermin auf Berlins Partybühne. Sheila und ihre Bekannte Silvia hatten vorher jedoch noch auf eine Vernissage Einladung, der ich mich kurzerhand anschloss.

Silvia hatte ich bisher nur auf dem Berliner CSD gesehen, wo sie, als biologische Frau von 180 cm, bekleidet in Polizistinnen Outfit und mit schwarzer Perücke inmitten ähnlich großer, auch ausgefallen gekleideten und ebenso behuteten Drags, als ebenfalls Drag durchging. …Wer nannte das nochmal She-Drag? Egal, dieses mal war sie blond und ich fragte mich noch ob dass nun ihre echten Haare seien, behielt diese Frage aber für mich und wurde erst später von ihrem Friseur aufgeklärt, dass die Haare echt seien.

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Die Vernissage war die des Bottroper Streetart und Sprayer-Künstlers Matthias Gephart, der aus mir unerfindlichen Gründen meinte, eine Vernissage ausgerechnet in Berlin statt in Bottrop abhalten zu müssen, wenn am Ende doch fast nur Bottroper Freunde des Künstlers anwesend sind… Das leuchtet mir zwar nicht ein, aber ich glaube, das muss es auch nicht wirklich. Vermutlich ist es einfach um später sagen zu können:

„Meine Stücke wurden sogar schon in Berlin ausgestellt“.

Die Ausstellung fand in den Räumen des berliner Friseurs Dermot O’Dyna statt, der nicht nur bei Starfriseur Udo Walz gelernt hat , sondern beispielweise auch Nina Queer oder eben Sheilas Bekannter Silvia die Haare schneidet. Ein netter Typ, nach scheinbar schon einigen alkoholischen Getränken zwar etwas durchgeknallt aber absolut liebenswürdig. Und laut eigener Aussage einer der ersten Sponsoren für Ninas Flyer. Dafür würde er auch heute noch auf den Flyern stehen. Leider ahb ich diese Aussage später nicht überprüft. Ausserdem bezeichnete Silvia ihn als „Berlins besten Friseur“. Auch etwas, was ich glauben kann aber wohl nie mit absoluter Gewissheit nachprüfen kann. …wie viel Friseure mag es wohl in Berlin geben??

Als er uns sah, fragte er uns, ob eine von uns die sei, die auch mal bei Udo Walz gearbeitet hätte… Ich kann mich nicht erinnern, mal Friseur gelernt zu haben und Sheila war auch nie dort beschäftigt. Wir mussten ihn also enttäuschen, aber irgendwie hab ich eine leise Ahnung, wen er wohl gemeint haben könnte.

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Wir unterhielten uns eine ganze Weile über Kunstwerke, Silvias Frisur, Nina Queer, uns und den Bottroper Künstler – wo wir bis zum Ende nicht herausgefunden haben, wer das überhaupt war, tranken eine üble Mischung aus Vodka mit Orangensaft oder Apfelsaft (Vodka-O ist mir als Harvey Wallbanger irgendwie lieber) und verabschiedeten uns nach einer halbe, dreiviertel Stunde wieder, um früh genug zur Transenshow im Irrenhouse zu sein.

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Zu den Kunstwerken, die auf dieser Vernissage ausgestellt wurden kann ich eigentlich nur sagen, dass sie mir wenig sagten. Ich verstand sie nicht, sie sahen deprimierend aus und trafen einfach meinen Geschmack nicht. Aber man muss ja nicht alles mögen. Es gibt sicher genügend Leute in Berlin, die darauf stehen, und wenn nicht in Berlin, dann zumindest sicher in Bottrop 😉


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4 thoughts on “Streetart bei Dermot O'Dyna

  1. Hallo hallo….

    genau hinschauen lohnt sich, und »Wer lesen kann, ist klar im Vorteil«!
    Ich fand es ziemlich lustig und auch durchaus erfrischend ungewohnt,
    wie ihr aus
    Eurer Transen-und Partyperspektive über die Ausstellung bei Dermot
    berichtet =)…

    Mit kritischer Betrachtung von Kunst habe ich auch kein Problem –
    was der eine deprimierend findet, macht den anderen glücklich.
    In BOTTROP allerdings bin ich, wie vermutlich auch Ihr, in meinem
    Leben noch nie gewesen,
    geschweige denn, dass ich dort herkame. Ich wohne in Berlin.

    Aus Bottrop war niemand bei der Ausstellung, und falls ihr BOCHUM als
    meinen Geburtsort vermutet hattet,
    so hatte euch das für Jedermann/frau einsehbare Infomaterial
    sicherlich in dieser Vermutung bestatigt.
    Bochum liegt übrigens im Ruhrgebiet, das ist irgendwo da drüben in
    Westdeuschland.

    Nun waren allerdings auch keinerlei Bochumer anwesend, so ist der
    Spott leider ganz daneben geraten.

    Ich darf zusammenfassen:
    Kein BOTTROP.
    Keine BOTTROPER Freunde.
    Keine zwanghafte Suche von Ortsfremden nach vermutlichem Berlin-Hype.

    Eure »Unterhaltung über den Bottroper Künstler, von dem Ihr nicht
    herausgefunden habt, wer er war«,
    zeigt dann wohl eher, dass aus diversen »unerfindlichen« Gründen es
    Euch etwas schwer fallt,
    zwischen halb gehörtem, halb nicht-gewussten und halb gesehenem zu
    unterscheiden…
    denn jeder Andere vor Ort wusste, wer ich bin – und da ich durchaus
    ein netter und
    kommunikativer Mensch bin, hatte man sich auch prima über TATSACHEN
    oder FAKTEN unterhalten können =).

    Mit freundlichen und etwas verwunderten Grüssen,
    aber auch mit Hoffnung und Humor,

    Matthias Gephart

  2. Hi Matthias,

    🙂

    okay, ich fasse zusammen, keine Bottroper, keine Bochumer!.

    Da wollte uns dann wohl jemand an der Nase herumführen. Mir hat man tatsachlich gesagt, es ware ein Botroper Künstler und dementsprechend sei auch die Großzahl der Gaste dort her. Allerdings war der Auskunftgebene auch dem Alkohol schon ziemlich verfallen zu diesem Zeitpunkt 🙂

    Ich habe es trotzdem für bare Münze genommen und mir dann das dazugehörige gedacht.

    Aber ich gebe zu, nahere Recherche war hier dann nicht gerade das womit ich gelanzt habe. Mea Culpa.

    Kann ich deine Mail als Kommentar unter den Beitrag setzen? dann kann ich darunter auch eine gute Richtigstellung schreiben.

    Übrigens fand ich die meisten deiner Werke tatsachlich nicht so, dass ich sie in mein Wohnzimmer hangen würde – aber das macht ja nichts. Die Kunst wollte ich damit nicht herabwürdigen (und hast du hoffentlich auch nicht so aufgefasst).

    ach übrigens, ich bin zumindest schon mal an Bottrop vorbeigefahren 😉

    Hoffnung bestatigt und Humor behalten?

    Ciao
    Z.

  3. hey zoe,

    ich finde es stilvoll von dir, dass du zurückschreibst =)…

    und freue mich, wohnzimmerangepasste kunst hin oder her =)
    darüber, wenn du die mail unter deinem beitrag postest…

    >>> das beweist in der tat selbstironie und humor –
    und meine hoffnung geht sozusagen gestahlt aus diesem
    kleinen nachtrags – gefecht hervor

    in diesem sinne…
    ciao mit grinsen zurück,

    matthias

  4. Naja….. zu Zoes entschuldigung und weil ick weniger indiskret bin als Frl. Delay sei gesagt.. das der INHABER HIMSELF.. oder sollte ick sagen HERSELF… uns diese INFO zum besten gab. Und ein weiterer Gast im VODKA versunken konnte uns nichtmal den KÜNSTLER zeigen….. im übrigen fand ich sowohl die KUNST vorort als auch die im Netz SEHR erfrischend, typografisch debil aber zauberhaft…. muß daran liegen das ich selber mit den Typen umgehe…. EVERYDAY!!

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