Hamburg: In schwarz – grün gewählt


Heute habe ich zwei Dinge gelernt:

1. um meine Glaubwürdigkeit ist es nicht so gut bestellt, wie ich dachte.
2. manche Leute finden Transen immer noch verwirrend

aber der Reihe nach.

Meine Glaubwürdigkeit scheint darnieder zu liegen, denn als ich mich heute morgn um kurz vor 6 nach einer großartigen Boheme Sauvage von Janka und Sheila mit den Worten:

Ich fahre jetzt nach Hamburg – wählen

verabschiedete, haben mir die beiden doch glatt nicht geglaubt. Dabei hatte ich doch angekündigt, wählen gehen zu wollen und ausserdem hatte ich ja auch schon gezeigt, dass es mir wenig ausmacht zu Zeiten, zu denen andere Schlafen die Autobahn Hamburg <-> Berlin zu befahren. Insofern war ich schon etwas verwundert, als ich in Hamburg im Bett auf mein Handy schaute und Sheila noch einmal nachgefragt hatte, ob das tatsächlich kein Scherz war… war sie etwa auf dem Rückweg an meinem auto vorbeigefahren und sah es nicht?

Mädels, Mädels, ich bin grundsätzlich ehrlich und wenn ich lüge bin ich durchschaubar wie Plexiglas. Achja, und ich bin verrückt genug, für ein Paar Kreuze sowie einen Tisch und einen Kerzenleuchter mal eben nach Hamburg zu fahren.

Kommen wir also zu den Menschen, die Transen offensichtlich noch nicht als selbstverständlich ansehen.

Die ersten beiden Exemplare begegneten uns in Berlin am Hacheschen Markt. Mit markigen Worten und netten Beleidigungen meinten die uns erzählen zu müssen, dass wir zum einen dreckige scheiß Transen sind und zum Zweiten in ihren Augen offensichtlich die biblische Schöpfungslehre nicht verstanden hätten. Es hiesse dort Adam und Eva und nicht Adam und Peter. Im Taumel dieses großartig gefundenen Spruchs musste dieser Satz dann auch noch mehrfach wiederholt werden. Ich bin mir nihct sicher, was an dieser Geschichte ich am bemerkenswertesten fand. Den Umstand, dass diese beiden Idioten die Bibel genaugenommen die Schöpfungsgeschichte kannten, dass ihnen ohne Hilfe ein tatsächlich nicht so übler spruch eingefallen ist oder dass sie trotz fehlenden Gehirns offensichtlich sprechen gelernt haben. Vermutlich war es von allem ein wenig, das mich am meisten verwunderte.

Damit aber nicht genug, denn kaum hatten wir diese beiden Gesellen hinter uns gelassen, sprintete ein weiterer Kerl auf uns zu. Ich hatte die Stöckel schon trittbereit, als wir merkten, dass er uns aber absolut nichts böses wollte. Das war ein armer Brite, der sich offensichtlich in uns verguckt hatte und bedauerlicherweise den Abend mit einer Abfuhr unsererseits beenden musste. Dann fuhren wir ab zu Janka, wo ich, wie bereits oben erwähnt widerum ab nach Hamburg zur Wahl fuhr.

Ich knüppelte mein Auto über die leere Autobahn nach Hamburg und kam wenige Minuten vor acht in Hamburg an.

Aussteigen – Tür aufschliessen – Wahlunterlagen einsammeln – Tür abschliessen – weiterfahren.
Merkt ihr was? In dieser Aufzählung kommen keine Worte wie Abschminken oder Umziehen vor.

Folglich stöckelte Sonntag morgen um 8:07 eine Transe in einem schwarzen Pailettenkleid in das Wahlbüro in Hamburg Rahlstedt um der Bürgerpflicht genüge zu tun und die Hamburger Bürgerschaft zu wählen. Die Wahlhelfer nahmen das gelassen hin, aber die frühaufsteher-Rentner, die sich dort zu dieser sonst ja nachtschlafenden Zeit versammelten, fanden das wohl nicht das normalste auf der Welt und machten ziemlich große Augen als ich hereingestöckelt kam und einen fröhlichen guten Morgen wünschte…

Ich weiss nicht, was sie mehr verwirrte. Die Transe die dort reinstöckelte oder die morgens um kurz nach acht ziemlich ungewöhnliche Arbendgarderobe bestehend aus Pumps, Pailettenkleid und Netzstrümpfen alles in Schwarz… Vermutlich war es auch hier eher das Gesamtensemble.

…Als ich nun also meiner Bürgerpflicht genüge getan hatte und wie erwähnt in schwarz – grün gewählt hatte und somit den vermutlich neuen Hamburgischen Senat vorweg nahm, freute ich mich aber auf Abschminken und lange ausschlafen, bevor ich zum zweiten mal an diesem Sonntag auf die Autobahn Hamburg <-> Berlin fuhr.


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6 thoughts on “Hamburg: In schwarz – grün gewählt

  1. So so…“knüppelt“ den Wagen von Berlin nach HH und zurück – um in dann Hamburg „Grün“ zu wahlen ?! (Ganz großes Kino !) Findest Du das ökologisch vertretbar ? 😉

  2. aaahm ööööh so hab ich das noch nie gesehen… Sagen wir mal so, wenn meine Stimme dazu führt, dass beispielsweise das Kohlekraftwerk nicht gebaut wird, dann ist meine CO2 Bilanz positiv

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