Kante – Berlin


Wer hier her kommt will vor die Tür.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=XBnnz4_FmjU[/youtube]

Hätte mir jemand vor anderthalb Jahren gesagt, dass ich ein Berlin-Lied featuren würde, den hätte ich wohl für verrückt erklärt und um dieses schreckliche Erlebnis etwas abzumildern, „Landungsbrücken Raus“ von Kettcar schnell ganz laut gedreht, doch hab ich neulich ein Berlin lied gehört, das einfach alles beinhaltete, warum ich nach Berlin gekommen bin.

Dieses Lied muss gefeatured werden.

Man mag es kaum glauben, aber dieses Lied wurde von einem Hamburger geschrieben und seiner Hamburger Band Kante. Vielleicht ist das auch gerade der Grund, warum „Wer hier her kommt will vor die Tür“ so genau das trifft, wie ich berlin sehe. Kante wurden vor einiger Zeit gefragt, ob sie Texte für eine Revue über Berlin im Friedrichstadt Palast schreiben würden und dabei ist unter anderem dieses Lied herausgekommen über das Peter Thiessen folgendes sagt:

Hauptsong der Revue sollte ein Stück über Berlin sein, eine Berlin Hymne. Klar dachte ich erst: und das soll ich als Hamburger machen? Aber dann dachte ich: Berlin ist nicht so sehr eine Stadt aus der man kommt, sondern eine in die man geht. Leute kommen aus der Provinz und versuchen in Berlin ihre Phantasien von „Grosstadt“ zu finden, auszuleben, in Szene zu setzen. Und Stücken, die Berlin als „mein zuhause“, „mein Kiez“ etc. beschreiben, entgeht daher vielleicht das wesentliche: nämlich, das sich-hier-gar-nicht-wirklich-zuhause-fühlen, die Stadt als zugezogener, fremder erleben, Berlin als eine Stadt, deren Identität darin besteht, keine zu haben. Um das zu beschreiben, ist vielleicht der Blick eines Hamburger Texters gar keine so schlechte Idee.

Ich finde er hat es ganz hervorragend gemacht und vielleicht ist Wer hier her kommt will vor die Tür tatsächlich die Berlin-Hymne für alle nicht wirklich Berliner in Berlin.

Ich selber komme ja aus Hamburg und mich hat Berlin nach einigen Besuchen magisch angezogen. Die Drag Szene, die Parties, die Veränderung und die Menschen, die von überall her nur ziemlich sicher fast nie aus Berlin kommen. Jede Subkultur findet in Berlin ihre Niesche und alle, die sich irgendwie ausleben wollen treffen eben in Berlin aufeinander.

Drags aus Niedersachsen, Hamburg, Bayern, Polen, Frankfurt oder sonstwo kommen nach Berlin um hier zu leben – sich auszuleben. Ich arbeite in meiner Firma mit vielleicht drei Berlinern zusammen, der Rest kommt aus Frankreich, Irland, Bayern, Spanien, Afrika, oder sonstwo. Wenn man abends unterwegs ist, kommt man beizeiten mit Englisch besser voran als mit Deutsch. Man zeige mir eine Stadt in der das ähnlich ist.

Und doch ist die Heimat irgendwie woanders, doch mein Leben ist derzeit einfach: Berlin.

Dabei hat Berlin tatsächlich die hier besungene Trostlosigkeit, Berlin hat die Prachtallen, ist Großstadt und urbane Hinterhofkultur, Berlin beherbergt Touristen, in Berlin-lebende und sogar ein paar echte Berliner. Man kann sich in Berlin tatsächlich verlieren und wenn man nicht weiss, was man will, wird man es sicher auch nicht finden – wenn man allerdings weiss, was man sucht, dann wird es das mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit irgendwo in Berlin auch geben.

Wer hier her kommt, will vor die Tür.

Das war wohl genau der Grund, nach Berlin zu kommen.


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2 thoughts on “Kante – Berlin

  1. ….. ach und ick dachte ein anderer Grund war der Grund… die deutlich höhere Frequenz am Ausleben der tollsten Sache der Welt… oder die Tatsache das es als Berliner einfach mehr zu bloggen gibt 😉

  2. wir haben noch nicht 21:00…

    und Gründe und Anlasse können durchaus unterschiedlich sein. es war wohl eine quintessenz aus allem. Aber es war eben kein „ich muss nach berlin dem job wegen“ oder so

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