Mit Alex Christensen zum Grand Prix


Man Man Man NDR

Liebster NDR, ich muss gestehen, ich tue mich schwer, Dich zu kritisieren, erachte ich Dich doch auch im fernen Berlin immer noch als Heimatsender. Nun allerdings muss ich sagen. Ihr macht großen Bullshit.

Seit vielen, vielen Jahren seid ihr dafür zuständig, dass das wohl größte queere Event jenseits aller CSDs in unser aller Wohnstuben und auf so ziemlich jede queere Party in ganz Deutschland übertragen wird. Man wird es sich schob gedacht haben, ich spreche vom Eurovision Song Contest, älteren Personen auch noch als Grand Prix D’Eurovision de la Chanson oder so ähnlich bekannt. Je genau, dieser Sangeswettstreit, den seit der Friedensaktivistin mit der weissen Gitarre immer nur die anderen gewonnen haben.

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Aber ganz ehrlich, ist das wirklich schlimm, gab uns gerade das nicht die Möglichkeit, hemmungslos zu weinen und uns über die Ungerechtigkeit der ganzen Welt zu beschweren. Oder zumindest die der Osteuropäer bzw. Skandinavier? Letztendlich hat unser Sänger, unsere Sängerin, unsere Band immer verloren, aber es waren zumindest immer UNSERE Verlierer. Denn wenngleich uns die Wahl im Finale jedes Jahr aufs neue nicht das erhoffte Ergebnis bescherte, so konnten wir uns zumindest auf die Schultern klopfen und uns zu unserer Wahl gratulieren, denn immerhin durften wir im Vorentscheid zum Grand Prix entscheiden, wen wir in die große weite Welt schicken.

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Meistens war das auch etwas, womit ich mich für mindestens einen Abend identifizieren. Okay, die Heulsuse mit dem blindenbonus fand ich nicht so prall, die möchtegernsuperstargrazia auch nicht und die No Angels im letzten Jahr finde ich zwar gut, aber die Show war grottig, daher der Platz verdient.

Aber sonst: Gulido Horn hat den Grand Prix vom Mief unserer Väter und unserer Väter Väter und unserer Väter Väter Väter entstaubt. Und da lag eine ganze Menge Staüb drauf, den der Wirbelwind klasse entstaubte. Ab dem Augenblick machte der Grand Prix spaß.

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Stefan Raabs Glitzereinlage war göttlich, Max Mutzke bot zwar keine tolle Show, konnte aber singen, wie ein junger Gott, Country mit Texas Lightning war witzig und Swing mit Roger Cicero war großartig. Alles in allem war ich mit dem, was wir deutschen erwählten und zum Grand Prix schickten sehr zufrieden.

Diese Wahl und identifikationsmöglichkeit, liebster NDR nimmst Du uns nun, indem Du meinst, besser zu wissen, wer uns am besten vertritt. Alex Christensen, der mit dem Juwel des deuschen Liedgutes schlechthin „Du hast den schönsten Arsch der welt“ oder dem Techno-Klassiker „Das Boot“ die deutsche Musikwelt äääääh sagen wir mal „bereichert“ hat, soll uns nun retten…. Wer soll denn das bitte glauben?

Wie war das noch?

„In der Hoffnung, damit international renommierte Künstler für den Eurovision Song Contest zu gewinnen, wird in Deutschland im kommenden Jahr der Vorentscheid auf nationaler Ebene entfallen.“

Okay, ich gebe zu, dass Alex Christensen sicherlich erfolgreich ist, aber DEN international rennomierten Künstler, der nur mitmacht, weil er diese ach so schwere und harte interne Ausscheidung nicht mitmachen muss, sehe ich in Alex Christensen und seinem Sangespartner, dem Musicaldarsteller Oscar Loya irgendwie nicht. Ich mag mich da irren, aber irgendwie hat der NDR da ganz tief ins Klo gegriffen. Meint wirklich jemand ganz ehrlich, dass sich irgendein Russe, Norweger, Grieche oder Spanier in Extase schreit und das Telefon schon bereit hält, weil die Gruppe „Alex swings, Oscar sings“ auftritt? Ich sage nein!

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Und warum sollte ich jetzt sehen wollen, wie irgendjemand, der von irgendwem anderen bestimmt wurde in meinem Namen zu singen dann von anderen, auf die ich ebenso keinen Einfluss habe, nicht gewählt werden. NIchteinmal das trotzige „Aber dieses Mal wirds bestimmt besser“ bleibt einem dann.

Der letzte Spaß, der nun noch bleibt, ist die Aussage „Ich habs ja gleich gesagt“, wenn der schönste Arsch der Welt mit dem letzten Platz aus Russland zurückkehrt.

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Man Man NDR, wenn diese Entscheidung mal nicht ganz übel auf die Einschaltquote schlägt.


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One thought on “Mit Alex Christensen zum Grand Prix

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