Teddy 2019 @ Volksbühne Berlin

Ich bin immer wieder auf dem Teddy Award, obwohl ich eigentlich schon vorher weiss, dass ich mich vermutlich wieder ziemlich langweilen würde, da „Längen“ beim Teddy leider ziemlich normal sind.

Aber der Teddy ist eben extrem wichtig in einer sich zum schlechten wandelnden Welt.

Viel wichtiger finde ich eigentlich immer, den Teddy, wenn er irgendwo hin in diese Welt geht, die noch nie besser war als heute. In denen Homosexualität mindestens mal verboten ist. Da ist der Teddy wichtig für Sichtbarkeit und auch für Akzeptanz

nicht zu vergessen, das Preisgeld, dass da sicher weiter hilft.

Daher werde ich wohl auch wieder zum Teddy gehen.

Pose

Normalerweise nutze ich meinen Netflix Account nur sehr leidlich aus. Ich schaue hier und da mal ein Film und alle paar Monate mal ein paar Folgen einer Serie, die mich dann aber gerne auch wieder nach wenigen Folgen langweilt.

Nicht so Pose. Die Serie, der Voguing Ballroom Szene der 80er ist einfach großartig – und auch traurig.

Gay Culture, Ballroom Kultur, Transsexuelle, Voguing, Aids. Allerhand Themen in einer tollen Serie, die ich in einem Rutsch durchgesehen habe. Schaut da dringend rein und lasst Euch auch fesseln.

Ich freue mich schon jetzt die (ganz sicher kommende) Fortsetzung

Ich bin mir sicher, nun werden auch die Voguing Events voll. Wenn Euch die Serie gefällt, solltet Ihr dringend mal ein Voguing Event beispielsweise in Berlin besuchen und die echte Welt von Pose anschauen.

CSD Frankfurt 2017

Am Mittwoch kam eine Nachricht von Sheila, ob ich Lust hätte, am Wochenende den CSD in Frankfurt zu besuchen. Das Westin Grand hätte sie auf ein Wochenende für zwei Übernachtungen und einen Platz auf dem gesponserten Wagen eingeladen….

Sie dürfe einen Begleitung mitbringen und fragte, ob ich wohl Lust hätte, mitzukommen. Kurzfristig, aber why not, ich bin ja spontan, also buchte ich eine Fahrt mit dem Flixbus gen Frankfurt, da mir die Bahnkarte zu teuer war…

Nicht so recht drauf geachtet habe ich allerdings, was das für eine Route und Zeit war. Ein Flixbus, der über Hamburg fährt, dort vier Stunden wartet und generell jedes Kaff auf dem Weg mitnimmt dauert dann mal eben 14 !!!! Stunden.

Der zweite Teil der Reise von Hamburg nach Frankfurt war der Bus zudem rappelvoll und das WLAN defekt  – über viele viele Stunden… Boh, wat langweilig. Als ich endlich Frankfurt erreichte war ich heilfroh über ein riesiges weiches Bett, ein tolles Spa. Letzteres nutzen wir prompt und ebenso prompt schlief ich direkt nach der ersten Sauna ein… nicht ohne Sheila mit meinem Geschnarche zu belästigen.

Dabei hätte es das gar nicht gemusst, denn während der Fahrt von Hamburg nach Berlin bei der ich kaum schlafen konnte, erblickte ich in einem Mail-Fach, dass ich seit Jahren kaum mehr nutze eine Mail, die mich ebenso ins Westin Grand einlud. Leider kam meine Antwort Freitag Morgen etwas spät – insofern musste Sheila mein Geschnarche aushalten. … Da ich aber selber Ohrenstöpsel für den Reisebus brauchte, konnte ich aushelfen.

Auf jeden Fall machten wir es uns bis zum late late late checkout Sonntag um 16 Uhr gemütlich, Spa, Sauna, Essen, Schlafen und zwischendurch etwas CSD der sozusagen direkt vor der Hoteltür begann. Was will man mehr.

Am Freitag schleppte mich Sheila in ein Japanisches Restaurant, dass sie unbedingt ausprobieren wollte. …No problem, ich esse ja alles… , stutzte aber beim Preis auf der Karte. …Aber es lohnte sich. Vor unseren Augen handwerkte ein japanischer Koch uns tollste Essenskreationen, die nicht nur großartig angerichtet waren sondern zudem auch noch toll schmeckten. Das war jeden Euro wert.

mde

Zwischen den Saunagängen kam aber der CSD der mit einem Platz auf dem ersten Truck lockte… Sehr verlockend, aber man will ja gesehen werden und so gehört es sich für eine jede Drag, nicht AUF dem Truck zu sein, sondern VOR dem Truck.

Fast wäre das aber schiefgegangen, denn beim Aussteigen am Römer riss eines meiner Riemchen meiner Sandaletten… FUCK ! also streifte ich eine halbe Stunde durch diverse Kleine Geschäfte um Hilfe zu erbitten. Eine Sicherheitsnadel bei einem Uhrengeschäft rettete mich dann schlussendlich und die Parade konnte losgehen.

Spätestens beim ersten Kopfsteinpflaster bereute ich das natürlich wieder und es kam wie immer die Frage, warum ich mir das eigentlich immer wieder antue. Eine Typische Frage auf und für etwa anderthalb Tage nach jedem CSD. Das hält dann ein paar Tage an, ist aber spätestens am nächsten Wochenende vergangen.

Erstaunlicherweise ist dass dann aber auch der Grund, aus dem man am besten mit den am Strassenrand stehenden Damen ins Gespräch kommt, beispielsweise mit Jennifer die mich ob meiner Fähigkeit, die Strecke in High Heels zu bewältigen und ich sie ob ihres Kleides und ihrer Arbeit als Maßschneiderin für Korsetts. – Immer wieder schön, wen man so auf den CSDs kennenlernt.

Aber irgendwann geht auch der Schönste CSD zu Ende und es geht zurück in die Hauptstadt. In diesem Fall hab ich mir dann aber eben doch eine Bahnkarte gegönnt, denn nochmal auf 14 Stunden Busfahrt hab ich keine Lust gehabt, zumal in meiner eigenen Wohnung eben keine Sauna und kein Spa warten 😉

…und leider steht bei mir auch kein Oldsmobile… Was ein geiles Gefährt, oder?

Also, vielen Dank Westin Grand Frankfurt für die Einladung, war ein wirklich tolles Wochenende mit viel Entspannung.

 

Ehe Für Alle

Heute ist es so weit. Der deutsche Bundestag hat heute beschlossen, dass die „Ehe für alle“ kommt. Als 23. Staat der Erde sind gleichgeschlechtliche Ehen legalisiert worden:

Bei 623 abgegebenen Stimmen sprach sich eine Mehrheit von 393 Abgeordneten für eine völlige rechtliche Gleichstellung homosexueller Paare aus. 226 Parlamentarier stimmten mit Nein, vier enthielten sich.

48 Jahre nach Stonewall – Hat lange gedauert.

Ich freue mich für Euch alle. Für diejenigen die gekämpft haben, für diejenigen die nun heíraten können und für diejenigen, die es zumindest könnten, wenn sie wollten.

Und ja, ich denke auch, dass ein großer Dank an die die Grünen gehen sollte. Volker Beck, klar.

Ich würde da aber auch noch Farid Müller aber auch Lutz Kretschmann (SPD) würdigen wollen. Sie haben dafür gekämpft, dass bereits vor 18 Jahren der Hamburger rot/grüne Senat ein Gesetz beschloss, dass es erstmals in Deutschland ermöglichte, dass erstmals gleichgeschlechtliche Partnerschaften eingetragen werden konnten.

Diese „Hamburger Ehe“ ist zwar weit von dem entfernt, was heute beschlossen wurde, aber war damals weit weniger Konsens als heute und so der erste große politische Baustein zur Enntscheidung von heute und so unerhört, dass aus Bayern sogar die Aussage kam, „man könne ja auch gleich einen Pakt mit dem Teufel eingehen.“

Ich als eigentlich unbeteiligte Person habe spätestens vor 9 Jahren beim Festakt 10 Jahre Hamburger Ehe festgestellt, dass mir das ein Anliegen sein muss. Damals erzählte eines der ersten Paare der Hamburger Ehe von Ihrer Zeit damals. Unerhört, dass zwei Männer offen zusammenlebten. Und unerhört toll, dass sie dann ihre Partnerschaft manifestieren konnten. Das war zutiefst bewegend.

Dass ich in der Folge im Regenbogenoutfit auf dem CSDs dieser Nation auftauchte war daher auch viel mehr als nur der Kampf für das beste Bild sondern tatsächlich als ein Statement zu verstehen. Ich hasse Ungerechtigkeit zutiefst.

Und auch, wenn die Welt in den letzten Jahren gefühlt viel rauher wurde ist es toll, dass es 18 Jahre später keine „Eintragung einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft“ mehr braucht sondern, jede(r) der es will tatsächlich heiraten kann.

Ich freue mich für Euch.

Dass damit nun aber noch lange nicht alles erledigt ist, zeigt die Welt seit zu vielen Jahren, in der das Rad in vielen Ländern zurückgedreht wird. Aber nun kann man aus Deutschland mit einem wirklichen Zeigefinger auf Länder wie Russland, Polen, oder nach Afrika zeigen.