Pinc Inc. Feminine Lesben haben es schwer

Oder: Gayparty im Fußball-Clubheim.

Der Fc St. Pauli war schon immer etwas anderes und während ein Christoph Daum Homosexualität verteufelt, schliesst der einzig bekennende Schwule im Deutschen Profifußballgewerbe und Präsident des FC St. Pauli Corny Littman die Südtribüne und das Vereinsheim seines Vereines auf – und zwar für eine Gayparty. In anderen Vereinen dürfte ein Präsident für beides wohl seinen Hut nehmen. Hier ist das ganz normal.

Soetwas kann wohl nur hier knapp neben der Reeperbahn passieren. Stattdessen wurde die Südtribüne passend zum Partynamen Pink Inc in Pink angestrahlt und massig Schwule und Lesben bevölkerten die heiligen Hallen.

Pink Inc ist ein Zusammenschluss aus Valery Pearls Partygesellschaft und den Alphagirls. Hamburgs Antwort auf die berliner Girlstown. Daher war die Party auch durchgängig männlich und weiblich gemischt und die Stimmung war großartig.

Es gab Schlager im Vereinshaus, Partymusik im Ballsaal und House im großen Raum der Südtribüne. Also war für jeden etwas dabei… Und wer es dann doch vorzog, sich nett zu unterhalten, konnte auf die neue Tribüne gehen, ins Rund des Stadions schauen udn von hochklassigen Siegen träumen – Ein Traum.

Valery und ich verzogen uns eine Weile ganz nach oben auf die Tribüne, nachdem wir eine der Ordnerinnen überzeugen konnten, uns dort durchzulassen. Ist immer gut, mit der Partyveranstalterin bekannt zu sein. Denn nur dort oben konnten wir etwas schnacken, ohne die ganze Zeit von Partygästen gestört zu werden.

Valery entschuldigte sich dabei oftmals, ausführlich und ziemlich deutlich für unsere blöde Situation vor der Tür des 136° Club. Leider sei es dort Clubpersonal und nicht ihre eigene Partycrew, aber sowas würde nie nie wieder vorkommen. Email, Telefon, es gibt viele Möglichkeiten, sie zu erreichen und sollte ich dort mal wieder hinwollen gäbe es mit Sicherheit keine Probleme. Ganz, ganz bestimmt nicht 😉

Während mir auffiel, dass es auf dieser Party eine ganze Menge gutaussehender Lesben gab, kam ich mit dem bestimmt am besten aussehenden Mädel ins Gespräch und erfuhr, dass es eine feminine Lesbe wirklich schwerhaben kann, eine weitere feminine Lesbe zu finden. Eigentlich hätten alle auf sie stehen müssen und doch findet sich da nichts. Femine Lesben würden eher auf maskuline stehen und sie suche nun einmal eine solche.. Erstaunlich und traurig. Irgendwo habe ich mal gelesen „Die süssesten Mädels sind die einsamsten“. Vielleicht ist es ja so.

Wir unterhielten uns bis knapp halb fünf, bis es sich langsam leerte und verzogen uns dann ins Astoria, einen Frühclub auf St. Pauli, der erst um fünf Uhr öffnet.

Dort liefen allerdings viele verstrahlte Typen herum. Entweder knallwach oder fast am Ende und auf der Toilette wurde ziemlich öffentlich weissem Puderzeug gefröhnt. Backpulver, Puderzucker oder vielleicht doch eher …. Na, ich will nichts mutmaßen. Aber eigentlich ist das nicht so meine Welt.

Trotzdem fuhr ich erst im Sonnenaufgang nach einem letzten Burger bei Burger King gegen halb acht nach Hause. War ein netter Abend.

Die Familie tut was

Auch wenn Berlin der Nabel der Partywelt ist, lohnt es sich ab und an mal über die Stadtgrenzen zu schauen um zu sehen, was in anderen Städten so geschieht.

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Nun hab ich ja einen traditionell guten Blick auf die Hamburger Partyszene und dort gibt es seit einigen Jahren ein Event, dass unter dem Namen „Die Familie tut was“ steht. Das ganze ist sozusagen ein Charity Event der Hamburger Partymacher.

Alle Löhne, Eintritte, Trinkgelder und natürlich alle gerne angenommenen Spenden fliessen dabei werden dabei dem Patenschaftsfond der Aidsseelsorge Hamburg gespendet, aus dem Menschen mit HIV und Aids unterstützt werden, die von Hartz IV oder einer Minimalrente leben müssen.

Corny Littmann, Präsident des FC St. Pauli und unter anderem Inhaber der Wunderbar, stellt eben diese zur Verfügung und sich selber an den Zapfhahn, sein Kompagnon Axel Strehlitz, sorgt für den Eis und Cocktailnachschub, Volker und Matthias von Boombastic werden sich durch den Jackendschungel kämpfen, Holger von Pearls of the Night und Karin Kaufmann von dan Alphagirls sorgen für die richtige Türpolitik und dass die Eintrittsgelder in den Spendenfond wandern, und :Valery Pearl: verteilt kleine Schnäppchen und nimmt sicher gerne die ein oder andere Spende entgegen. Dazu stehen gratis Alex B. und Beverly Boyer und Ulf Ahnsorge hinter den Reglern.

Warum gibt es sowas eigentlich in Berlin nicht?

Einmal im Jahr etwas zurückgeben und schillernde Partyfiguren, die für einen guten Zweck auch mal die Dinge erledigen, für sonst andere für sie tun, finde ich eine klasse Idee. Man stelle sich das mal in Berlin vor Vielleicht Zoe und :Gloria Viagra: an der Tür, :Nina Queer: und :Mataina Ah wie Süß: hinter der Garderobe und Bob Young hinter dem Zapfhahn 🙂 Ich denke es würde sich auch ein guter Zweck finden und wer weiss, vielleicht gibt es gar einen Raum, für ebendiesen Zweck.

Warum eigentlich nicht.