Escadaria Selaron in Rio de Janeiro

Wir haben jetzt Januar 2020, Ich habe vor kurzem mein Blog, dass über zwei Jahre tot war, repariert und alte Bilder wiedergefunden. Leider sind diese Erinnerungen nur im Maße von 467, aber missen möchte ich sie nicht. Wie zum Beispiel noch mehr Erinnerungen aus Rio De Janeiro. Wie eben die Escadaria Selaron.

Die Escadaria Selaron ist eine DER Touristenattraktionen in Rio neben dem Zuckerhut, der Christus Statue und der Copacabana und auf jeden Fall die bunteste Attraktion.

Ein Chilenischer Künstler hat im Jahr 1990 begonnen, die Treppe bei seinem Wohnung zu reparieren, restaurieren und zu verschönern. Er soll selber für Kacheln und Material gesorgt haben und hat die ersten wohl von irgendwelchen Baustellen abgegriffen.

Später, ist aber klar, haben Touristen ihm aus aller Welt Kacheln mitgebracht, die er in seine Treppe einbaute. So konnte ich beispielsweise hier den Leuchtturm Westerheversand erkennen, den Leuchtturm der Jever Werbung, der übrigens 364 Kilometer von der Stadt Jever entfernt steht. Nun Ja, Rio ist noch weiter weg vom Leuchtturm und er kommt hier vor.

Der Künstler, der zeitlebens an seiner Treppe weitergebaut hat, ist mittlerweile seit 2013 tot, soll aber früher immer auf der Treppe anzutreffen gewesen sein. Ob ich ihn 2011 gesehen habe, weiss ich nicht. Aber er hat auf jeden Fall etwas dauerhaftes geschaffen, dass ihn lange überleben wird.

Seit 2005 hat Rio diese Treppe als „Wahrzeichen“ ausgezeichnet, man kann also davon ausgehen, dass die Stadt dafür sorgen wird, dass die Treppe auch die nächsten Jahrzehnte – und hoffentlich noch mehr als die überdauern wird.

Damit werden auch weiterhin Touristen aus aller, diese Treppe besuchen – vermutlich die Anwohner nerven – und die angrenzende Gastronomie erfreuen. Vor allem macht diese Treppe aber den Besuchern auch den großen Spaß, nach der eigenen Heimat zu suchen. Eine Hamburg Kachel habe ich nicht gefunden, aber eine Berlin Kachel gab es auf jeden Fall. (siehe unten)

Echt eine tolle Attraktion, die zu besuchen in Rio auf jeden Fall dazugehört.

Bip Bip – Samba in Rio De Janeiro

Bip Bip – Rio de Janeiro

bip bip rio de janeiro

Der entspannte Tag in Urca, der Regen und die Bekanntschaft mit meinem neuen Vermieter haben mir gezeigt, dass ich eigentlich keine Lust mehr auf Rio de Janeiro habe. Genaugenommen habe ich heute beschlossen, die nächste bereits bezahlte Nacht bei meinem Vermieter verfallen zu lassen und morgen den Bus nach Paraty zu nehmen um mal zu schauen, ob man da Ruhe und Entspannung finden kann.

Dieses war also mein zweiter Stop an der Copacabana und während der erste Stop mich in ein Appartment im Red Light District geführt hat, war der zweite noch viel näher beim roten Licht. Muss man beides nicht haben.

bip bip copacabana

Essen allerdings muss man, also zog ich gestern Abend noch los, um irgendwo ein Restaurant zu finden, bei dem ich etwas essen könne und einen Mojito trinken finden würde. Fand ich dann auch, aber vor allem fand ich auf dem Rückweg etwas anderes. Eine kleine Bar namens Bip Bip.

bip bip bar rio de janeiro

Vor der Tür standen ein paar Plastiktische und -Stühle und eine menge Personen – alle mit Bierdosen in der Hand und aus der Bar drang Livemusik. Nicht allerdings von einer Liveband, sondern von den Gästen dieser Bar. Ca. 10 Musiker waren anwesend und spielten abwechselnd mit den Gitarren und den kleinen brasilianischen Gitarren sowie mit einigen Percussion Instrumenten.

Gute Idee, da mal eine Weile zuzuhören und ein Getränk zu nehmen. Das war schwierig, denn es gab hinter der Theke zwar zwei prallgefüllte Kühlschränke mit Dosenbier, aber niemanden, den man danach hätte fragen können…. Irgendwann erbarmte sich aber jemand und erklärte mir in Englisch, dass man sich einfach ein bier nimmt, und dem „da hinten mit dem Bart“ anzeigt, dass man sich eines genommen hätte. „Der da hinten mit dem Bart“ war der Inhaber und ich wurde auf seiner Liste „the german“.

rio de janeiro bip bip bar

Wow, anderthalb Wochen Rio de Janeiro und das erste Mal, dass jemand einem anderen vertraute. Ich blieb dann auch tatsächlich nicht nur ein Bier sondern bis die Bar sich gegen ein Uhr Morgens leerte. Bis dahin wechselten sich die Musiker noch X-Mal an ihren Instrumenten ab und sangen gemeinschaftlich ihre Lieder. Eine wirklich tolle Stimmung, die ich natürlich erst am letzten tag in Rio fand…

copacabana bip bip bar

Das Bip Bip und die Stimmung dort haben mich mit Rio doch tatsächlich versöhnt.

Rio de Janeiro – Urca

Rio de Janeiro – Urca

heute war eigentlich der erste richtig entspannte Tag in Rio De Janeiro. Warum? Ich bin nach Urca geflüchtet.

rio de janeiro Urca

Was ich so richtig vorher nicht auf der Uhr hatte ist, dass Rio de Janeiro zum Entspannen der falsche Ort ist. Überall ist es laut, überall wird gebaur, Presslufthämmer durchschneiden nicht nur die Strassen oder Häuser sondern vor allem auch die Luft. Dazu ist eigentlich jede Strasse mindestens zweispurig und das auf jeder Seite. Autos. Gehupe…. Bäääh

rio urca

Wenn man an der Copacabana liegt, und direkt daneben insgesamt 6 Spuren Autos vorbeidüsen und einem jeder Reiseführer eindringlich einschwört, dass man gut daran täte, des Abends gar nicht da zu sein und am Tage viel Aufmerksamkeit walten zu lassen, dann ist das alles andere als entspannend… Leider.

urca rio de janeiro

Heute bin ich daher geflüchtet und zwar an den vermutlich ruhigsten Stadtteil in Rio de Janeiro nach Urca. vom Zuckerhut hab ich Urca gesehen. Zwei Seiten Wasser, eine Seite Zuckerhut und nur eine kleine hinführende Strasse. Dort kommt niemand hin, der nicht tatsächlich da hin will oder da wohnt und arbeitet…

urca rio

Urca besteht vor allem aus vier Dingen: Ein kleiner Strand, ein Strandrestauant „Garota da Urca“, eine Bar „Bar Urca“ und Wohnhäusern. Ausser diesen Dingen nicht viel. Und genau das macht es toll. Hier ist Rio auf einmal wie ein Dorf irgendwo an der See.

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Einen Rundgang durch Urca hat man in 15 Minuten hinter sich gebracht. Hier sind wirklich schöne kleine Häuser, die nicht mit hohen Zäunen bewacht sind und es steht auch nicht vor jedem Haus Wachpersonal. Wenn es sich irgendwo in Rio zu wohnen lohnt, dann hier. Vermutlich ist es hier aber auch teurer als irgendwo sonst… Trotzdem

bar urcaBar Urca

Dabei scheint die kleine „Bar Urca“ tatsächlich soetwas wie eine kleine Berühmtheit zu sein, als ich gen Mittag kam, war die gesamte Wasserpromenade von Menschen bevölkert, die sich aus der Bar Essen und Getränke holten und freudig Rio Rio sein liessen.

bar urca rio de janeiro

Auf der anderen Seite besuchte ich den kleinen Strand, an dem man sich endlich mal sicher fühlen konnte. Hier konnte man tatsächlich auch mal die Augen schliessen. Das wollte ich aber garnicht, denn es war allerhand Troubel da. Vier Beachvolleyballfelder, ein kleines Fussballfeld und alles bevölkert. …Aber tatsächlich als Sport und nicht aus Posertum

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Neben mir spielten beispielsqeise zwei Mädels Beachvolleyball, als hätten sie nie was anderes gemacht… Haben sie vermutlich aich nicht. Dabei schätzte ich die beiden auf irgendwas zwischen 8 und 12 Jahre. Die spielten zu zweit auf einem Grossfeld mit Angaben von oben… Wow…. Auch hier war es also nicht wirklich ruhig.

strand urca
Aber Stimmen und lachen sind was anderes als 6 Sputen Autos und Presslufthämmer. Nun sitze ich im Restaurant „Garota Da Urca“ freue mich über WLAN und darüber dass ich hier auch mal wage, mein asus transformer herauszuholen und kann endlich mal bei einem Mojito entspannt dasitzen und etwas bloggen.

garota da urca

Urca, ich komme sicher wieder – und jetzt fahre ich gleich zurück in den troubel

urca beach night