FDP und CDU sollen ihre Beteiligung am Hamburger CSD überdenken

Finde ich schon mal sehr gut, obwohl ich mir ziemlich sicher bin, dass es sowohl einen CDU sowie einen FDP Truck geben wird. Aber zumindest sicher auch Diskussionen darüber. Ich selber habe mich eigentlich immer gefragt, was diese Parteien dort wollen.

Aus einem offenen Brief von Hamburg Pride an die Antragssteller von Wagen und Ständen der FDP und der CDU auf dem Hamburger CSD.

Sehr geehrter Herr Kruse, lieber Burkhardt, lieber Christian,

Am 28. Juni haben die Bundestagsfraktionen Ihrer Parteien fast geschlossen gegen die eingereichten Anträge zur Öffnung der Ehe bzw. zur Gleichstellung der Eingetragenen Partnerschaft mit der Ehe gestimmt.

Nicht zuletzt aufgrund der z.T. öffentlichen Diskussion ist uns bewusst, dass es komplexe Gründe für das negative Abstimmungsverhalten gibt. Am Ende steht jedoch das Ergebnis: Homosexuelle werden weiter diskriminiert.

Ihre Parteien haben mit dem Abstimmungsverhalten gezeigt, dass sie nicht hinter dem Motto des diesjährigen Hamburger Christopher Street Day stehen: „Ehe 2.0 – Nach den Pflichten jetzt die Rechte“. Wir sind deshalb von mehreren Personen aufgefordert worden, Sie von der CSD-Demonstration und weiteren Pride-Veranstaltungen auszuschließen.

Hamburg Pride e.V. versteht sich als pluralistische Plattform für Kräfte, die sich für die Rechte von Homo-, Bi- und Transsexuellen einsetzen. Vor diesem Hintergrund schließen wir keine demokratischen Organisationen von den Veranstaltungen zum Hamburg Pride aus.

Wir fordern Sie aber ausdrücklich dazu auf, Ihre Teilnahme an der politischen Demonstration zum Christopher Street Day sowie am Straßenfest zu überdenken.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Lars Peters
Erster Vorsitzender Hamburg Pride e.V.

Ich hätte einen Brief bevorzugt, der die Parteien nicht ausschliesst, das Ergebnis aber als Absage der Parteien am CSD interpretiert, da das Motto des CSD offensichtlich dem Abstimmungsverahlten widerspricht. Sollte diese Abmeldung ein Missverständnis sein, freue man sich aber auf eine Rückmeldung der Partei.

Das Kanzlerduell

Ich bin sicher keine Polit-Transe aber durchaus politisch interessiert und bewandert und mit einer relativ klaren Parteilichkeit, die der ein oder andere sicher auch schon erraten hat… Ich könnte auch sagen: Ich wohne nicht umsonst in Berlin Kreuzberg.

Nun ist ja gerade der Wahlkampf in vollem Gange, was man auch am Schilderwald an den Strassen erkennen kann, den ich gerne beobachte. Wann steht welches Plakat wo, welche sind mit Spraydosen verschönert worden und wo stehen Plakate vollkommen undsinnig herum. Ausserdem findet man anhand der Plakate Koalitionsmöglichkeiten, die man vorher noch garnicht kannte. Genaugenommen muss ich Sheilas Aussage, dass die Wahlwerbung langweilig sei, doch ziemlich widersprechen.

strobele

Schon als sie diesen Eintrag schrieb musste ich gedanklich widersprechen, hatte ich doch gerade vier Tage vorher obiges Wahlplakat von Hans-Christian Ströbele mit den Worten „So muss ein Wahlplakat aussehen“ getwitpic’t. Eines der Coolsten Wahlplakate, die ich je gesehen habe und Ströbele ist wohl der einzige Politiker, dem ich solch ein Plakat zugestehe. Ausserdem steht es direkt vor meiner Wohnung.

Und die steht wie gesagt in Kreuzberg und neben Grün steht eines fest: Kreuzberg ist rot. Zu sehen ist das ebenfalls an den Wahlplakaten, die FDP und die CDU sind hier kaum zu sehen, stattdessen tauchen hier Wahlplakate von Parteien auf, die man schon lange für ausgestorben hält, wie beispielsweise die DKP. So gibt es hier beispielsweise Laternenpfähle, die extrem rot eingefärbt werden. Dabei zeigt sich offensichtlich, je höher, desto linker.

dkp-linke-spd-wahlplakatganz links (DKP)
sehr links (Die Linke)
etwas links (SPD)

Eines der ganz wenigen FDP-Wahlplakate hat mich dann aber auch noch überzeugt, dass FDP-Linke vielleicht doch gar keine so vollkommen ausgeschlossene Koalitionsoption ist, auch wenn alle das natürlich sofort verneinen würden, wollen sowohl die Linke als auch die FDP doch eigentlich das gleiche: einen Fairen Lohn für faire Arbeit. Da sollten sich der Herr Westerwelle und der Herr Lafontaine mal über einen Zusammenarbeit unterhalten… Wobei ich glaube, dass die das doch irgendwie wieder anders meinen, als es da steht…

2-arbeit-muss-sich-lohnenEigentlich wollen beide das selbe

Überhaupt macht es Spaß mal zu schauen, was die Linke so möchte und da kommt erstaunliches zu Tage. Die will nämlich eigentlich genau das Gegenteil, was man von ihr erwartet. Genaugenommen ist die Linke die einzige Partei, die für allumfassende Steuererhöhungen für Jedermann eintritt. Das tut sie allerdings ziemlich smart und clever und nicht wirklich auf einem Plakat, man muss hier schon zwei zusammen nehmen. Zum einen fordert die Partei „Reichtum für alle“ um ein paar Laternenpfähle später „reichtum versteuern“ zu verlangen. …Man braucht Reichtum nur etwas anders definieren und wumms. Steuererhöhungen für alle 🙂

1-reichtum-fur-alle-reichtum-besteuernReichtum für alle und Reichtum besteuern
ergo
mehr Steuern für alle

Aber in einem muss ich Sheila recht geben, die Slogans für sich genommen sind nicht wirklich spannend. Interessant wird es allerdings dann doch. So zum Beispiel beim einzig wahren Kanzlerduell. Dem Steinmeier nimmt ja sowieso niemand den Kanzler ab. Anders ist das bei Helga Zepp-LaRouge. Sie ist Kanzlerkandidatin und tritt gegen Angela Merkel, die amptierende Kanzlerin an. Die hat zwar frei nach Starwars die Macht äääh Kraft. Frau Zepp-LaRouge allrings hat das Patentrezept. Wofür genau sie allerdings die Kraft und das Patentrezept haben, dass erzählen sie nicht so recht.

3-wir-haben-die-kraftKanzlerduell: Kraft gegen Patentrezept

Aber ganz ehrlich, Angela Merkel ist wirklich keine weitere Amtszeit zuzumuten, wenn man sieht, was sie seither durchgemacht hat. Nun hatte Angela Merkel ja noch nie Chancen bei Deutschland sucht das Supermodel oder wie die Show noch heisst, aber in Hamburg ist ein Wahlplakat aufgetaucht, dass wirklich von ihrem derzeitigen Zustand berichtet. Vermutlich lässt sich durch das Wahlplakat, dass ich beio Matt Wagner gefunden habe auch erklären, warum sie in diesem Wahlkampf eigentlich überhauptnicht auftaucht. Mal sehen ob sie ihre maskenbildnerinnen zum morgigen kanzlerduell wieder herrichten können…

cdu_bundeskanzlerin_kommt_2-751456

by Matt Wagner

Interessant sind sie, die Wahlplakate, aber irgendwie helfen die Wahlplakate bei der Wahlentscheidung nicht wirklich weiter. Braucht man am ende eben doch wieder den Wahlomat zur Hilfe.

Artikel 3 GG – was steht denn nun drin?

Flotter dreier fürs Grundgesetz…. Und was bedeutet des nun?

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er war der erste, der wusste, was der Art. 3 GG aussagt.

Man liest und hört es jedes Jahr und es sind immer die gleichen Meinungen.

Die CSDs sind vollkommene Fun-Veranstaltungen geworden, es geht nur um Party, es hat keinen politischen Charakter mehr und überhaupt die Medien knipsen immer nur die Freaks und die Transen, die sowieso der politschen Sache extrem abdienlich sind.

Tja, die Paraden sollen politischer werden und meiner meinung nach war der Hamburger Christopher Street Day tatsächlich politischer, als man es von anderen kennt. Man sah Plakate und Botschaften überall und der Slogan „Flotter Dreier fürs Grundgesetz“ war ebenfalls überall zu lesen…. Aber was bedeutet das nun genau? Was hat es denn mit diesem Slogan so auf sich?

Okay, ich habe mich da informiert, was der CSD Hamburg so proklamiert: Es geht um den Artikel 3 des Grundgesetzes, der folgendes aussagt:

(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.

(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.

(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Es geht also um den Gleichheitsgrundasatz und der Artikel 3 Absatz 3 soll eben auf sexuelle Neigungen bzw. Identitäten ausgeweitet werden…. Dieses erzählte mir das Internet.

Doch wen sollte man fragen, wenn man es eben nicht weiss? Politiker oder vielleicht doch lieber die Transen???

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Es gab leider keine Chance Herrn von Beust zu fragen

Nun ich fragte ersteinmal beim ersten politischen Truck nach, worum es denn beim Slogan „Flotter dreier fürs Grundgesetz“ geht. …Ich habe da natürlich nicht erwartet, dass man mir den gesamten Artikel 3 runterbetet, aber die Worte „Gleichheitsgrundsatz sowie Diskriminierungsverbote“ hätte ich schon erwartet, zumal dort sogar Flyer mit der Überschrift “ gleiche Rechte  für gleiche Liebe verteilt wurden…
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nett war er, aber er hatte leider keine Ahnung

Die erste Person im Bannkreis des Politik-Trucks, die ich fragte, konnte mir leider garnicht erklären, was es mit diesem Slogan auf sich hatte (6 setzen), also zog ich weiter zum nächsten Flyer-Verteiler. Er wusste etwas mehr, nämlich, dass die Schwulen und Lesben in den Artikel drei mit aufgenommen werden sollen. Als ich ihn dann allerdings fragte, was der denn überhaupt aussagen würde, erwischte ich ihn auf dem falschen Fuß und er musste zugeben, dass er keinerlei Ahnung habe und überhaupt sei er noch nicht so lange in der Partei… (Mut zur Lücke aufgedeckt 4-) ..

Doch immerhin zeigte er mir einen Menschen, der es wissen müsste. Und… Er wusste es. Es ginge dort um den Gleichheitsgrundsatz, dass alle Menschen vor dem Gesetz gleich seien, er konnte mir von den Diskriminierungsverboten berichten und erzählen, wie er erweitert werden sollte. (sehr gut. 1)

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leider vergaß ich, Claudia Roth zu fragen

Kaum erstaunlich ist übrigens, dass sich hierbei sowohl die Schwusos als auch die Grünen nicht mit Ruhm bekleckerten – und ganz sicher hätten dieses auch die CDU’ler, oder FDPer sowie die Linken nicht.

Ich fand genau einen Grünen und einen Schwuso, die sich beide deutlich für ihre Mitstreier schämten.

Und um diesem Artikel einen weiteren Sinn zu geben fand ich selbstverständlich (ausser mir, die es ja im Internet recherchierte) eine Drag, die es ebenso wusste. Tatjana Taft hatte sich informiert und glänzte mit politischem Wissen.

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Tatjana Taft hatte sich gut vorbereitet.

Dann hätten wir zwei wissende Politiker und zwei wissende Drags. Unentschieden….!

Gesellschaftliches Problem Homosexualität

Die CDU packt gesellschaftliche Probleme an:
Heute Homosexualität.

Es ist Wahlkampf und wie immer in Wahlkämpfen kommen Parteien mit komischen Ansichten, mit leeren Versprechungen und mit allerhand Dünnschiss. Dass sie dabei eher der eigentlichen Klientel verpflichtet sind, ist dabei klar. Bei der CDU bedeutet dieses konservative Personen. Teilweise sehr konservative. Und denen ist wohl immer noch alles suspekt, was sie nicht verstehen.

Nur so kann ich mir vorstellen, warum seit dem 22.04. ein Beitrag im CDU Diskussionsforum unter dem Titel: Neue Therapiemethoden verändern Homosexuelle zur Heterosexualität. stehen konnte, ohne dass sich daran jemand gestört hätte… Abgesehen davon dass ich eh glaube, dass ein wenig Bi in jedem Menschen steckt und es mir ziemlich Latz ist, was ein unwichtiges Mitglied einer mir unsympathischen Partei so meint, steht doch eigentlich schon alles wichtige dieses längeren Textes im ersten Satz.

Die Homosexualität als gesamtgesellschaftliches Problem könnte bald eingedämmt werden.

A-Ha. Gesamtgesellschaftliches Problem also? Mir leuchtet nicht wirklich ein, was genau das gesamtgesellschaftliche Problem von Homosexualität ist, vermutlich das Problem, dass diese komische Lebensanschauung nicht für Nachwuchs sorgt und somit die Alterspyramide verschlimmert. Wirklich schlimm.

Ich denke, wer solch einen Satz schreibt hat auch sonst im Leben so den einen oder anderen Vorbehalt. Schwule, Ausländer, Transvestiten, Frauen vielleicht. Man sollte ihnen alle Rechte entziehen, das Wahlrecht sowieso, die wählen ja eh nicht CDU…

Also der Verfasser schreibt von Therapiemethoden, die anschlagen. Homosexualität sei nicht etwa eine gleichberechtigte sexuelle Orientierung. Die Anzeichen würden sich stattdessen verdichten, dass es sich um eine Desorientierung mit vielfältigen Ursachen handele, es sei eben doch eine psychische Erkrankung. Eine Welt ohne Homosexualität sei daher keine Vision und keine Utopie mehr. Man müsse nur die Forschungen auf dem Gebiet vorantreiben und zwar frei von Ideologien….

….ob nun allerdings jeder kranke homosexuelle in ein Lager gesperrt und geheilt werden muss, darüber schrieb der Verfasser Jochen Trebmann nichts.Aber sicher ist Herr Trebmann auch der meinung, dass Trensvestitismus ebenso heilbar ist.

Mir kommt das irgendwie wie ein Brief aus längst vergangenen Tagen vor, wie ein alter böser Traum.

Traurig, dass dieses Geschreibsel sechs Tage auf der CDU Homepage ausgehalten hat, bis er gelöscht wurde…

Wer das nocheinmal lesen möchte. Bitte schön: