Wong Show – Die Show

Wie bereits erwähnt, habe ich ja die Wong Show am Mittwoch im Schwuz besucht und es war klasse. Man wird mir verzeihen, dass iczh mich nicht an alles erinnern kann, aber 13 Transenplaybacks, einige ausser Konkurrenzbeiträge und zwei großartige Moderatorinnen waren eine totale Reizüberflutung. Einen kleinen Schnipsel zur Gong Show kannte ich ja schon aus Gender X, der großartigen Dokumentation der Berliner Dragszene.

Wie sagte darin noch Daphne de Baakel:

Jetzt mal alle schön ruhig sein, damit es geregelt bei der Schnappsvergabe vor sich geht.

Mit guten Erfahrungen sollte man nicht brechen, drum gab es die Schnappsvergabe immer noch Margot Schlönzke und KoRa van Tastisch, die auch als Nummerngirls fungierten, gaben den schnapps aus, der gemeinschaftlich auf Befehl geext wurde. Sehr löblich finde ich das.

So enthemmt konnte mit der Show begonnen werden, deren Spielregeln der geneigte Leser in meinem Beitrag gestern lesen kann…

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Massenweise Transen, dessen Namen ich bisher nicht kannten enterten die Bühne und gaben ihre Performances zum besten, wobei sowohl bei der Darbeitung als auch beim Aussehen ein gewisser Trash-Faktor wohl zum guten Ton gehörte. Es begann mit „Tima die Göttliche“ deren Outfit etwas an Darth Vader in Blau erinnerte. Sprich ein Gesicht war nicht sichtbar und es dauerte (zu) lang bis sich irgendwer erbarmte, den Gong zu schwingen… Zu dem Zeitpunkt war das Publikum wohl noch nicht richtig in der Show…

Es folgte eine neuerliche Erklärung der Spielregeln durch die beiden Moderatoren Coco Lores und Giselle D’apricot. Dass es aber so fix gehen würde, hätte niemand gedacht. Die nächste Performance war nämlich binnen 25 Sekunden beendet. 5 Sekunden für Schlegelabnehmen, auf die Bühne sprinten und gongen. Ein absoluter Mindestwert. Da hat wohl niemand aufgepasst. Schade für die Künstlerin, dessen Namen ich nicht kannte. (wie die Namen von fast allen hier)

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Nachdem nun also ein gutes sowie ein Schlechtes Beispiel bereits durch waren konnte tatsächlich um den Knüppel geprügelt werden. Schon bei der nächsten Künstlerin wurde schon einigermaßen verbissen geraubt und ebenso verbissen verteidigt.

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Die blonde Perücke in der Mitta war übrigens die Künstlerin

Es war eine wahre Freude. Und bei den Darbietungen war von gigantisch schlecht bis gigantisch gut alles dabei. Vor allem war in der ersten Pause aber ein Auftritt von PMeter Maffay mit Gaby Tupper als die Frau aus „Es war Sommer“. Ich staunte nicht schlecht, als sich Gaby bei der Textzeile „Um die Schultern trug sie nur ihr langes Haar“ ihrer Perücke entledigte und sie als Stola um ihren Hals legte.. …Selber darf man es, aber wenn das jemand bei mir macht, dann gibt es mächtig Ärger… Egal, es war auf jeden Fall großartig und man sollte sich den 30.09. merken, da ist Gaby Tupper mit „Tupperseufzer – Ein Abend in Blond und Pink“ im Rauschgold zu sehen. Sicher sehr sehenswert.

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Sehr sehenswert und ich meine damit absolut sehr sehenswert war der Auftritt von Vechta Farblos, die bereits einen Applaus bekam als sie auf die Bühne kam, von dem andere auch am Ende nur träumen konnten. Dazu muss ich aber auch sagen, dass es auch für mich das Highlite des Abends war. Die gute schien aber auch einige Fans zu haben, so gesellten sich zu mir (ich saß mittlerweile auf den Stufen im Gang in der Mitte) einige Personen, die bereits innerhalb der 20 Sekunden dort standen mit der festen Devise. Das geht durch!. Und? Es ging durch.

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Vechta Farblos in Action, Tilly als Gebärdendolmetscherin und Giselle inspiziert die Tasche.

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Sie performte übrigens genau diesen Titel.

Es folgen einige mehr oder weniger gute Darbietungen, die ich im einzelnen weder benennen kenn noch genau weiss, welcher Name sie vortrug. Wir sind süß aber dumm – dumm aber süß von Paula Sau und wem auchimmer, ein gepfiffener Vortrag vom Nästhäkchen Uschi Wurst, ein Beitrag von Tic Tac Toe und ein Publikumsbeitrag, der unter dem Namen wäwäwägewerkschaft in den Abend und letztendlich (leider gewann) einging.

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Ich glaube, die beiden hatten am Ende am meisten Stimmen, wenn man mal vom Publikumbeitrag absieht. Mir erschloss sich aber leider nicht, warum. Nun der Umgang mit den Künstlerinnen beschränkte sich aber nicht nur auf Ausgongen. Gaby Tupper beispielsweise wurde bei ihrem Beitrag „Hiroshima von Sandra“ von zwei Männern von der Bühne getragen. Sie kam aber zurück und hatte komischerweise ihren Schwan fertiggefaltet.

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Na wenn das dann man nicht gewollt war 😉 Trotzdem klasse.

Um die Wartezeit bei der Auszählung zu überbrücken sangen dann noch Giselle D’apricot, Tilly Kreuzfeld-Jacob, Coco Lores und Kae Tearing Live!! Jaja, die ganzen Playbacktunten…,. Manche können eben auch live singen. Manche besser, andere schlechter. Vielleicht sollte ich mal zu einem Karaokeabend ins Rauschgold gehen und mal sehen, wer da noch alles ganz gut zu laufender musik livesingen kann.

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Giselle D’apricot und Nummerngirls sowie Auszahlungscomputer KoRa van Tastisch und Margot Schlönzke.
Dabei überzeugte mich vor allem Kaey Tearing. Die hat wirklich eine klasse Stimme. Nun gut manch einer würde sagen – „die hat ja auch einen ziemlich großen Resonanzraum“. Ja, das stimmt, aber es kommt eben auch eine klasse Stimme heraus.

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Abgerundet wurde das von einer großen „bitte alle Transen auf die Bühne“ Gemeinschaftsperformance. Was soll ich sagen, 3 1/2 stunden allerbeste Unterhaltung, die ohne die beiden Moderatorinnen kaum halb so klasse gewesen wäre. Also wenn mal wieder eine Wong Show im Schwuz ist, dann bin ich da.

Kann ich schon jetzt reservieren?

Wong Show – Die Spielregeln

Wie geil war das denn?

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Also ich habe ja nun schon einige geniale Partys erlebt und viele Situationen erlebt, die einfach klasse waren, aber diese Wong Show war mal wieder ein Highlite, das miterlebt zu haben, ich mich freue.

Ich fasse mal kurz zusammen:

ein volles bestuhltes Schwuz, 13 Transenvollplayback performances, Livegesang von Giselle D’Apricot, Tilly Kreuzfeldt-Jacob, und Kae Tearing, eine Travestiesocke, Meter Maffay live on Stage, ein Schlegel, eine Wächterin des Schlegels, ein Gong, eine Wächterin des Gongs, zwei Nummerngirls mit schweren Matheaufgaben, zwei großartige, extrem schlagfertige Moderatorinnen, eine verwirrte Siegerin, und viel Kampf um Knüppel und Gong.
Alles in allem, dreieinhalb sehr sehr kurzweilige Stunden beste Unterhaltung.

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Tilly Kreuzfeldt-Jacob und Daphne de Baakel
dieWächterinnen des Gong und Knüppels

Aber der Reihe nach. Ich erwartete ein A-ha Erlebnis wie bei der Queens in Space Aufführung, also vielleicht etwa 40 Leute… Doch weit gefehlt. Der große Raum im Schwuz war nicht nur voll bestuhlt sondern auch voll besetzt, als ich ziemlich genau um halb acht in das Schwuz kam. Erst dort kapierte ich, warum mich der nette Herr an der Kasse nach einer reservierung fragte. Ich hatte eben keine und musste die erste Zeit ziemlich weit hinten sitzen. Später erkämpfte ich mir einen Platz weiter vorne oder einen im Gang. Je nachdem, was gerade passte.

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Die Wong Show selber ist eine Weiterentwicklung der Gong Show. Insgesamt hat sie die gleichen Spielregeln:

Ein „Künstler“ auf der Bühne, ein Schlegel und ein Gong. Je schlechter der Künstler, desto größer das Risiko von der Jury ausgegongt zu werden. Es gibt natürlich unterschiede bei der Wong Show. Hier ist die Jury das Publikum – besser jeder einzelne Zuschauer.

Derjenige, der die Darbietung nicht ansprechend findet, der sucht Daphne de Baakel, die irgendwo im Punblikum steht, versucht ihr den Schlegel zu entreissen (was sie natürlich nicht sofort und schon garnicht kampflos macht), wenn er den Schlegel erobert hat, versucht er sich durch die Masser der Befürworter dieser Darbietung nach vorne zu kämpen ( meist versuchen etwa 20-30 Personen gleichzeitig diese Darbietung zu verteidigen und mindestens ebensoviele, diese Darbietung zu beenden. Das hat dann etwas von einer Massenkeilerei und man muss aufpassen, dort nicht als Unbeteiligter hereinzugeraten. Da gehen dann schon mal Stühle, Brillen oder knöchel kaputt.

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Irgendwo in der Mitte ist der Knüppel

Wenn sich dieser Pulk dann also irgendwie auf den Gong zubewegt, dann muss noch Tilly Kreuzfeldt-Jacob überwunden werden (und die ist ganz schön groß und trägt nicht umsonst statt Stöckelschuhen lieber Rangers mit Stahlkappen). Sollte der Gong durch den Knüppel ertönen (und es kann schon sein, dass hier Menschen mitsamt Knüppel geschwungen werden), dann ist schlagartig die Musik aus, der Punlk löst sich auf, der Schlegel wird zurückgegeben und die Spur der Verwüstung wird aufgeräumt.

Danach geht alles mit einem neuen „Künstler von vorne los“.. Ach übrigens. Jeder Künstler hat 20 Sekunden Gnadenfrist, in der ausser Daphne de Baakel niemand den Knüppel berühren darf.

Btw. lange nicht jeder Künstler wird ausgegongt, denn viele überleben das gesamte Lied.
Verrückte Menschen.

Und was diese Verrückten Menschen so trieben gibts morgen…

Wong Show im Schwuz (19.09.2007)

Mal wieder Zeit für eine Ankündigung:

clip_image006.jpgVor einigen Tagen flatterte mir der Schwuz Newsletter ins Mailfach und vollkommen entgegen meiner typischen Angewohnheit schaute ich mal rein. Dabei fiel mir eine Show auf, die ich bisdato als ausgestorben in meinen Gedanken abgelegt hatte, wo ich mich allerdings etwas ärgerte, schien es doch wie ich in Gender X in Teilen gesehen habe, eine sehr witzige Angelegenheit zu sein, die man sich mal geben sollte, wenn man kann.

Also auf in die Wong Show.

Das Programm verspricht einen Schlegel, einen Gong und eine ganze Menge altbekannter Gesichter auf der Bühne:

Show-Special zu „¾30 Jahre SchwuZ““Moderation: Coco Lorès ( Wong Show ) & Giselle D’Apricot ( Knüppel-Show )Mitwirkende u.a. Tima die Göttliche, Paula Sau, Daphne de Baakel, Tilly Creutzfeldt Jakob, Camelia Light, Kora van Tastisch, Gaby Tupper.

Einlass ab 19:30 Uhr |Showbeginn um 20:30 Uhr |Eintritt 8,- €
Reservierung unter reservierung@schwuz.de