Globaler Klimastreik

Es waren viele

Warum habt ihr nichts gemacht.

Dieser einfache Satz, den meine Generation noch seinen Großeltern vorwerfen konnte, steht für alles, was im Moment falsch läuft. Rechten Agitatoren gegenüber stehen wir mit verhaltenem Erfolg aber doch zumindest einer klaren geäußerten Meinung.

Modulor war offenbar auch da.

Dem riesigen Problem des Klimawandels allerdings stehen wir vollkommen machtlos gegenüber. Klar: wir verzichten auf Plastikstrohalme, aber was bringt das, wenn trotzdem in jedem Jahr mehr geflogen wird – klar, wir verzichten auf Mülltüten, aber was bringt das, wenn jedes Jahr mehr Kreuzfahrtschiffe gebaut werden. Wir kaufen Ökostrom, aber was bringt das, wenn in der Solarenergie mehr Arbeitsplätze abgebaut werden, als in der Kohleindustrie überhaupt bestehen. Und was bringt das, wenn Windkraft so behindert wird, dass sie nicht mehr gebaut werden kann.

Ich stehe da vor einem Rätsel, weil ich einfach nicht weiss, was man da wirklich machen kann. Für mich ist das eine politische Aufgabe. Es geht nur mit Verteuerung, mit Verboten. Innerdeutsche Flüge: Verbieten. Windenergie: Bauen, Solarenergie Fördern, CO2 verteuern. Etc. …

Leider bedeutet das, sich auch mal unbeliebt machen zu müssen. Und darauf haben Politiker aller Parteien leider mal so gar keine Lust. Aus dem Klimapaket wird ein homöopathisches Paket, dass durch drei Mal schütteln und viel hoffen irgendeinen Effekt erzielen soll – Und die Grünen schaffen es ja nicht einmal, echte Homöopathie zu verurteilen. Was soll man da noch machen, ausser zu demonstrieren.

Das tat ich und es taten ganz viele andere – nur die Hoffnung, dass es irgendwas bei unseren Politikern bewirkt hatte ich nicht wirklich. Und doch werde ich auch am nächsten Klimastreik wieder dabei sein. Und ich hoffe, es werden noch einmal mehr.

Wenn wir so weitermachen wird Mogli obdachlos & Frau Holle arbeitslos

#unteilbar Demo – Berlin

Wir leben in schlimmen Zeiten. Im Mittelmeer ertrinken Menschen, weil wir glauben, das Boot sei voll. In Deutschland treibt eine Partei die anderen mit Hetze und Rassismus vor sich her und verschiebt mit jedem Tabu-Übertritt die grenze des sagbaren ein wenig weiter.

Es fliegen wieder Feuerwerkskörper und schlimmeres auf Ausländerheime, jedes Jahr verzeichnet Maneo mehr Übergriffe auf Homosexuelle und Queere Menschen und übers Thema Klimawandel wollen wir garnicht reden.

Klar, wir kennen alle den #wirsindmehr Hashtag, aber viel zu oft glaubt man das kaum noch, denn die „mehr“ sind oft viel zu leise und zu unsichtbar. Heute waren sie sehr sichtbar.

Das Bündnis #unteilbar hatte mit bis zu 40.000 Demonstranten gerechnet. gekommen sind dann mit knapp 240.000 Menschen mal eben 6 x so viele. Ich habe in Berlin schon wirklich große Demos gesehen, aber diese Demo schlug sie alle.

Schon vorher hatte ich Bilder vom Alexanderplatz gesehen, der schon sehr voll war. Wir trafen uns im Hansaviertel bei einem Mini-Cupcake-Laden um den Start der Demo an uns vorbeilaufen zu lassen.

als wir uns dann eine halbe Stunde später auf den Wegmachen wollten, lief die Demo dicht dicht dicht gedrängt auf zwei Strassenseiten je vierspurig an uns vorbei. BOH war die groß und vielfältig.

Tatsächlich kamen knapp zwei Stunden nach Demobeginn die ersten bereits an der Siegessäule an, als die letzten gerade den Alexanderplatz verliessen. Dazwischen 240.000 Menschen und wir. Eine großartige Demo und ein großes Zeichen.

g

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Berlin bleibt Bunt – NPD Demo in Berlin Kreuzberg äääh Mitte

Wenn die NPD oder andere Rechte durch Berlin ziehen wollen, dann bin ich da, das ist gar keine Frage.

Racist not welcome

Dieses Jahr allerdings, war die Sache noch etwas anders als sonst. Als ich den Aufruf las, wurde es für mich eine persönliche Angelegenheit

Kreuzberg muß befreit werden – sicher, sauber, ordentlich!
Weg mit Multikulti – Kriminalität – Verslumung!

Seit rund drei Jahrzehnten ist der heutige Berliner Ortsteil Kreuzberg ein multikulturelles Ärgernis. Überfremdung, Multikulturalität, Kriminalität und eine sich eigendynamisch verstärkende Verslumung sind die kennzeichnenden Begriffe des vollständigen Versagens der rot-grünen Politikerklasse Kreuzbergs. Viele Menschen benutzen den Namen Kreuzberg sinngemäß als Ersatzbegriff für Rauschgift, Islamismus, Verbrechertum, Anarchie, Müll, Gewalt und Tod. Der Landesverband Berlin der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD) vertritt die Auffassung, daß die von den SOZI-LINKS-GRÜN-CDU-PIRATEN vorsätzlich herbeigeführten multiasozialen Zustände durch zivilgesellschaftlichen Widerstand öffentlich angeprangert werden müssen. Zivilgesellschaftlicher Widerstand gegen Gewalt und Multikulturalität – für deutschen Humanismus und menschenwürdige Ordnung muß die Brennpunkte von Multikulturalismus, Kriminalität und Verslumung aufsuchen.

Daher demonstriert die NPD mit befreundeten Gruppen und allen Menschen die sich gegen diese Verhältnisse wehren wollen am 26. April 2014um 12:00 Uhrfür ein sauberes, ordentlich deutsches Kreuzberg –

gegen Multikulti, Multiasi, Multikrimi!

Der multikulturelle Stadtspaziergang soll die zur Zeit bekanntesten Brennpunkte der antihumanen SOZI-LINKS-GRÜN-CDU-PIRATEN-Politik aufsuchen. Wir wollen folgende Orte besichtigen:

Gerhart-Hauptmann-Schule – Oranienplatz – Görlitzer Park – Kottbusser Tor!

Bäääämmm! Multikulturalismus
Bäääämmm! Kreuzberg
Bäääämmm! Oranienplatz

Kreuzberg muß befreit werden??? Von wem?
Meiner Meinung nach von Rechten, die dort hinwollen!!
Das sie niemand hier will zeigt das Wahlergebnis eindrucksvoll (2 Stimmen in meinem Wahllokal)

tante-horst-oranienstrasse

Tantchen hat recht

Rechte, die genau vor meinem Fenster aber weit genug weg um mit Tomaten zu treffen durch Kreuzberg marschieren? No Way. Nicht mit mir. – Wobei ich mir von Anfang an sicher war, dass diese Route durch die Häuserschlucht der Oranienstrasse eine halbe Woche vor dem 1. Mai eh nicht genehmigt würde.

Video von Leftvision

Das dachten offenbar auch andere, und so hielt sich die Mobilisierung (sehr) in Grenzen. Kaum Plakate, kaum Flyer kaum Informationen. Ich hatte bereits Angst, es wisse gar niemand davon. Ich täuschte mich.

ipp

48 Stunden vor der geplanten NPD Demonstration gab die Polizei eine geänderte Route in die Öffentlichkeit. Jannowitzbücke – Moritzplatz – dann Richtung TAZ Gebäude in Mitte. Kein Oranienplatz mehr, keine Oranienstrasse und „nur“ eine Zwischenkundgebung knapp 200 Meter von mir am Moritzplatz und somit nur knapp in Kreuzberg.

sage club npd demo

Auf dem Rückweg war das Sage wieder frei. Auf dem Rückweg war ab hier hermetisch abgeriegelt.

Besser aber nicht gut. Und so machte ich mich unter meinem persönlichen Motto am Samstag auf den Weg. Und in meinem persönlichen Tagesmotto „Berlin bleibt Bunt und Kreuzberg erst Recht“ sowie in Erfahrung von vor vier Jahren als sich Clara mehr oder weniger ungestoppt enfemme durch den Polizeikorridor bewegen konnte, weil die Herren in Grün irgendwie mit ihr nicht umgehen konnten, warf ich mich in Schale um den Moritzplatz zu verteidigen…

gilt das als Vermummung?

gilt das als Vermummung?

…Konnte aber schon um 11 Uhr sehen, dass das unnötig ist, da sich bereits viel früher am Sage auf etwa 450 Metern NPD Strecke eine unräumbare Blockade formiert und niedergelassen hat.

npd-blockade-heinrich-heine-strasse

Die Hauptblockade Heinrich Heine Strasse um 11 Uhr – kein Durchkommen

Später schaffte es eine kleinere Blockade noch eine Strasse weiter also auf knapp 280 Meter Demostrecke. Die wäre zwar hart räumbar gewesen hätte aber eben nur 170 Meter weiter geführt.

die "kleine" blockde, die es zwischen Jannowitzbrücke und Sage Club geschafft hat und ein paar Idioten auf der jannowitzbrücke (erkennbar an den schwarz weiss roten Fahnen)

Im Hintergrund die „kleine“ Blockade, die es zwischen Jannowitzbrücke und Sage Club geschafft hat und die paar Idioten auf der Jannowitzbrücke (erkennbar an den schwarz weiss roten Fahnen)
– Leider weiss ich nicht mehr genau, wer der Fotograf dieses Fotos ist…

Mir zeigte es, dass ich hier nicht gebraucht würde, zog also zu den kleineren Blockaden in den Seitenstrassen, die nach und nach alle sehr gut besetzt wurden. Überalls deutlich mehr Demonstranten als Polizisten und Faktor X zu dem jämmerlichen Häufchen Elend auf der Jannowitzbrücke.

npd demo berlin kreuzberg

Nebenblockade Neue Jakobstrasse (wurde dann auch noch viel voller 😉 )

Laut Medien irgendwas zwischen 4.000 und 6.000 Gegendemonstranten bei 8 Blockaden hinter der NPD, vor der NPD und an jeder kleinen Strasse, die eine Ausweichroute hätte darstellen können. Einigermaßen friedlich durchkommen?? Keine Chance.

npd blockade

Es war ein tolles Bild. Ich stand später am Wasser der Spree und schaute auf die andere Spreeseite und sah nur Menschen. Ein echtes Happening und – vollkommen friedlich.

npd demonstration blockade spreeseite

Die Spreeseite ist voll besetzt

Kurzzeitig wurden die Polizisten vor uns zwar sehr unruhig, als irgendwo eine Blockade nicht mehr benötigt wurde und mehrere hundert Personen auf einen Schlag zu uns stiessen.

hinten kommen hunderte von einer nicht (mehr) benötigten Blockade

hinten kommen hunderte von einer nicht (mehr) benötigten Blockade

Helme runter – Pfefferspray entsichern – böse gucken.. Blieb aber friedlich.

polizei

Die Thüringer Jungs ohne Kennzeichen wieder entspannt als klar war, dass die NPD umkehrt und alles ruhig bleibt.

Vor allem, weil die NPD dann tatsächlich auch nicht weit kam. Die NPD kam bis halb zum Sage – und musste einsehen, dass es in keine Richtung weitergeht. Also kehrte sie zurück und stieg in die S-Bahn in Richtung Adlershof wo sie eine kurzfristige Spontan-Demo abhielt. Sie kam also wirklich nur 200 Meter weit!!!. – Und das weit weit weg von Kreuzberg, auch wenn Herr Schmidtke seinen Kameraden weismachen wollte, sie seien in Kreuzberg. Wir wussten es besser!

Die Jubeldemo ist am Moritzplatz angekommen. also dort, wo die NPD eindeutig nicht hingekommen ist

Die Jubeldemo ist am Moritzplatz angekommen. also dort, wo die NPD eindeutig nicht hingekommen ist

Als die Rechten sicher in der S-Bahn waren ging es dann von allen Barrikaden als Jubeldemo zum Moritzplatz. Wir kamen an, die NPD nicht.

Ein paar schöne Nebenanekdoten gab es auch.
npd demonstration berlinDas habe ich zwar nicht mitbekommen. Aber es erklärt, warum da auf einmal Menschen waren. Bis dahin war nämlich noch eine kurze Rundstrecke möglich… Dann nicht mehr 🙂

npd demo berlinNur eine Sache ist mir gestern negativ aufgefallen. Es gibt in Berlin ja seit 2011 eine Kennzeichnungspflicht für Polizisten. Eine klare Nummer aber keine Namen oder ähnliches. Sehr gut. Doch ich sah diese beiden Polizisten gestern nicht und musste feststellen, dass ich mich irre.

Die Kennzeichnungspflicht gilt nur für Berliner Polizisten, aber nicht für Polizisten, die in Berlin Polizeigewalt wahrnehmen bzw. ausüben – wenn sie nicht aus Berlin sind.

Die Thüringer Polizisten brauchten sich also nicht zu erkennen geben. Man stelle dann also an kritische Punkte einfach Polizei aus anderen Bundesländern und alles ist fein? Was für ein Bullshit…

schöne flagge

Großartig auch das Brautpaar, dass aus der Kirche am Märkischen Museum kam und von vielen hunderten Demonstranten bei der Abfahrt mit ihrer weissen Kutsche bejubelt wurde. Die Hochzeitsgesellschaft werden die beiden sicher nie vergessen. Auch wenn sie danach noch ein paar Mal anhalten mussten, da ihnen Polizeiwagen den Weg versperrten.

Hochzeit-bei-der-npd-demo

Insgesamt war es eine wunderbar erfolgreiche Gegendemonstration mit vielen freundlichen Demonstranten und allerbestem Wetter, bei dem die Rechten nur 150 Meter kamen und Kreuzberg nicht einmal von weitem sehen konnten.

Ich habe mal zur Sollstrecke (rot) die Ist-strecke (blau) hinzugefügt – und die Blockaden (pink) 🙂

NPD Demo Kreuzberg ist und soll

150 Meter is keine Demonstration !!!
Weiter gehts am 1. Mai in Neukölln 🙂

 

Enough is Enough – Demonstration gegen Homophobie – nicht nur in Russland

stop homophobia

Welch ein starkes Zeichen. Aus einer kleinen Demonstration, die 7 Privatpersonen angemeldet haben, ist ein unglaublich starkes Zeichen geworden. Keiner weiß näher, wie viele Menschen am Samstag auf der Strasse waren. Zwischen 4.000 und 10.000 sagen die Schätzungen – die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen. Aber es ist auch vollkommen unerheblich, ob am ende 4,6,8 oder 10.000 Menschen dabei waren. Es waren nämlich verdammt viele.

russian rainbow flag from moskau

Die Flagge kam direkt aus Moskau

Und sie waren da um zu demonstrieren. Die CSDs sind natürlich auch noch immer eine Demonstration, aber natürlich auch eine Party hinter und auf LKWs, Ausgelassenheit, Freude und Kampf um das perfekte Bild. Zudem ist der größte Teil der geschätzten Zahlen bei den CSDs zum Endkonzert da, zum Strassenfest oder steht am Rand. Ich bin mir garnicht sicher, ob auf dem Berliner CSD tatsächlich mehr Menschen auf der Strasse waren – aber diesen Samstag waren alle da um zu demonstrieren.

Das Logo der Grünen wurde auf Bitte der Veranstalter umgeklappt.

Das Logo der Grünen wurde auf Bitte der Veranstalter umgeklappt.

Und – man fühlte sich nicht vereinnahmt. Zwar gab es vereinzelte Banner vom LSVD, den Grünen oder Regenbogenfahnen mit dem Symbol der Linken, aber in hinteren Reihen und nicht dominierend. Dominierend hingegen war die Regenbogenfahnen. gerüchteweise waren diese in der letzten Woche in ganz Berlin ausverkauft und ehrlichgesagt, ich glaube das, denn so viele Regenbogen auf einem Haufen wird es wohl selten auf einem Haufen gegeben haben. Frei nach der Devise:

Ganz Berlin ein Regenbogen

enough is enough berlin

Die Veranstalter hatten, als sie die Planung begonnen mit 200, 300, vielleicht 500 gerechnet. Das ganze hat dann aber solch einen Drive genommen und überrollte alle. Ich bin mir nicht sicher, ob man wirklich an der Info über die Demo nicht vorbeikam, wenn man nicht irgendwie in der Szene ist, aber den großen Artikel in der Welt habe ich ebenso mitbekommen, wie das Interview bei Radio Fritz am frühen Morgen direkt nach dem Aufwachen. Als ich gutes Wetter sah und das hörte, wusste ich, es wird ein guter Tag.

DSC05268

Ich machte mich fertig, holte mein altes Regenbogen-CSD Outfit aus dem Schrank, hängte die Flügel zurück, denn es ging hier nicht um das Foto sondern um die Farben, setzte mich ins Auto und fuhr in Richtung Russische Botschaft unter den Linden, die zu dem Zeitpunkt noch vollkommen un-abgesperrt war. Folgendes symbolisches Foto war mir daher vergönnt und wäre es am Ende der Demo nicht mehr gewesen.

rainbow flag russia

Interessante Nebengeschichte: dieses Bild wurde von zwei Touristen gemacht, die ich vor der Botschaft traf und darum bat. Es stellte sich dann heraus, dass es tatsächlich Russen waren, die ich einlud, mit mir im Taxi zur Demonstration zu fahren – und die gerne mitkamen. Ergo: Es haben nicht alle Russen ein Problem mit uns.

wladimir putin homophobie

An der Demo angekommen zeigte sich ziemlich schnell, das es gut würde, überall Regenbogen, Plakate, Parolen. Ein tolles Bild, dass hoffentlich bei den richtigen Personen angekommen ist, auch wenn beispielsweise die Tagesschau oder Spiegel online es unter den Tisch fallen ließen. was soll man machen. Ich habe auf jeden Fall viele, viele Menschen gesehen, die sehr ergriffen waren und die ganze Zeit immer wieder mit den Tränen rangen.

barbie breakout

Ich selber war tatsächlich eine davon. Tränen des Leidens sind mir fast fremd. Tränen der Rührung nicht. Und ganz am Ende als die Demo mit „Somewhere over the Rainbow endete, erfasste es auch mich. Ansonsten hatte ich eher ein festgetackertes Lächeln, wenn ich irgendwo wartete und vorne sowie hinten kein Ende sehen konnte.

enough is enough parade[HTML2]

Natürlich taten am Ende die Füße weh und natürlich hätte ich mir etwas weniger Weg gewünscht, aber ich sehe die Symbolik der alten CSD Strecke vom Kudamm über Schöneberg, Potsdamer Platz zum Brandenburger Tor bis zur russischen Botschaft. Insofern „alles richtig“ und ein großes Kompliment, dass es zu dieser Demonstration gekommen ist. An alle. an die Veranstalter, die Polizei und sicher auch irgendwen in irgendwelchen Ordnungsämtern oder so. Toll!

russische botschaft berlin

Zum großen Ende vor der Botschaft war diese zwar ordentlich abgesperrt, aber das ist wohl leider normal, wenn einige tausend Menschen zu einer Botschaft ziehen. Selbst, wenn dieses einen vollkommen friedlichen Charakter hat.

open your mouth berlin

Die Abschlussveranstaltung war dann auch toll. Russische Aktivisten und Menschenrechtler, , der im russischen TV eine Fernsehsendung mit seiner Meinung zu den russischen Gesetzen kaperte, und Winter und einigen mehr.James Kirchick russian

Einen schweren Stand hingegen hatte der Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe im Auswärtigen Amt Markus Löning. Die Wut und Verzweiflung saß bei vielen tief und er musste es ausbaden. Dabei ist ihm eigentlich kaum etwas vorzuwerfen. Sein Amt ist ein wenig das des Bundespräsidenten. Er darf Mahnen und reden aber hat wenig Entscheidungsbefugnis bzw. Kompetenzen. Aber er war da – und er vertrat die Bundesregierung.

putin myass

Das Highlite allerdings, war die Rede von Mitorganisator Alfonso Pantisano. 16 minuten, die man sich mal anhören sollte.

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Klar, es gab auch ein paar dinge, die nicht so liefen, aber das waren alles Kleinigkeiten, die nicht ins Gewicht fielen gegenüber der großartigen Organisation und dem tollen Zeichen in die Welt. Das ganze endete mit Grabkerzen vor der Botschaft, mit abgelegten Regenbogenfahnen und mit einem guten Gefühl der Ergriffenheit zu Judy Garlands Version von „Over the Rainbow“.

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Am nächsten Samstag kann man sich dann zum Kiss-In wieder an der russischen Botschaft treffen.

Eine Geschichte muss aber noch erzählt werden. Die Geschichte der Flagge, ganz oben in diesem Artikel, die ich leider nur sehr unvollständig wiedergeben kann.

Regenbogenflagge aus Moskau in Berlin

Diese Flagge hat vieles gesehen

Mir ist diese sehr lädierte Regenbogenflagge in der Demo aufgefallen. Dreckig, zerrissen, blutbeschmiert und ich fragte mich, was es damit wohl auf sich hätte. ..drum fragte ich den Träger. Er war Russe und konnte sich nur gebrochen mit mir verständigen. Aber er erzählte mir, dass diese Flagge keine Kunst sei. Sie sei echt und käme direkt aus Moskau. Sie war bei diversen Demonstrationen in Moskau dabei und sieht so aus, WEIL sie dabei war. An ihr wurde gezerrt, Menschen, die sie trugen wurden geschlagen und eingesperrt. Aber die Fahne ist immer noch dabei.

Zwar lädiert aber nicht zerstört. …und sie weht immer noch trotzig und stolz ihre Farben tragend im Wind. gestern in Berlin.

russian embassy berlin

Für mich das Symbol der Demo.