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Trachten und Dirndl in Berlin

Bayerischer Geburtstag mit Nicki, Apfelstrudel und Transen im Dirndl

Janka ist ja als Friseuse in ihrem Zweitleben unterwegs und kommt dabei selbstverständlich mit einigen Kunden und Kundinnen ins Gespräch. Über die Zeit kommt es dann schon einmal zu Einladungen wie am letztem Wochenende.

Ein Geburtstag sollte es sein, im Valentin in Berlin und Janka war als Janka mit Begleitung eingeladen. …Auch zwei Begleitungen waren erlaubt und so

waren Sheila und ich miteingeladen.

Das Valentin ist ein Urbayerisches Restaurant mitten in Berlin. Vollkommen mit Holz ausgekleidet und mit diversen bayerischen Accessoires ausgestattet. Man kommt sich vor als säße man irgendwo auf einem Hang in einer Hütte.

Damit das ganze aber noch ein wenig mehr zu einem vorgezogenen Oktoberfest wird, tragen nicht natürlich auch die Bedienungen Dirndl. In diesem Fall war das aber nicht genug, denn es gab einen dementsprechenden Dresscode. Geburtstagsgäste sollten also in Trachten oder Dirndl erscheinen – und sie taten es alle.

Ich habe keine Ahnung, warum so viele Berliner Trachten im Schrank haben. Vielleicht waren sie alle extra noch ein Dirndl kaufen… Egal, sie waren auf jeden Fall alle angemessen gekleidet und warteten auf uns – und das ziemlich lange.

Mal absolut kein Zwergenstemmen

Eigentlich begann der Geburtstag um 19 Uhr und wir wollten dementsprechend früh los. …Das wäre auch kein Problem gewesen, denn ich war fertig. Die beiden Mädels aber nicht. Sie holten mich dann tatsächlich um viertel nach 9 ab…. Ich verstehe nicht, wie man sich um 135 Minuten verspäten kann, aber es war egal, denn das war lockere vier Stunden, bevor wir sonst in die Nacht starten.

Im Valentins angekommen wurden wir von Nicki Musik, der Partygesellschaft und deftigem Essen erwartet. Schweinshaxe, Leberkäse, Sauerkraut, Rotkohl und Semmelknödel. Das ganze mit Soße. Lekka! Während Sheila aber eher Diät hielt und Angst hatte, ihr Korsett könnte platzen, haute Janka rein, nicht ohne sich mit den Worten: „Für Knödel könnte ich sterben“ nocheinmal eine Extraportion zu bestellen.

drei Damen + Geburtstagskind

Diese Worte waren garnicht weit hergeholt, denn bevor sie ihre eigenen neuen Extraknödel bekam, bediente sie sich ungeniert – und vor allem ungefragt – an den Knödeln auf meinem Teller. … Und darauf steht im Normalfall die Todesstrafe. Nundenn, bevor ich den Schliff meines Messers an Janka ausprobieren konnte, kamen ihre Knödel an und sie konnte sich wieder ihrem eigenen Teller widmen.

Auch wenn wir frisch gestärkt waren, wurden wir nicht müde. Anders als „Howie“. Howie ist ein kleiner weisser Hund, der an diesem Abend der wohl meistgekraulte und zufriedenste Hund in ganz Berlin war.

„Howie“ wurde in den Schlaf gekrault

Wir waren selbstverständlich nicht müde und mussten diese bayerische Kulisse natürlich für ausgedehnte Fotoarbeiten nutzen. Solch eine Hüttenkulisse mit Familienbibel und großen großen Weinfässern bietet da natürlich einige Bildergelegenheiten. Man soll aber bitte nicht denken, wir seien tatsächlich sooo versoffen, wie wir dort tun, denn ganz ehrlich, es kam nicht ein Tropfen aus diesen überdimensionalen Fässern.

Schade eigentlich, so mussten wir den Rotwein immer an der Theke bestellen – sehr zum Leidwesen von Janka, die sich immer dann, wenn ich einen Rotwein in der Hand hatte von mir wegbewegte. Selbst meine Einladung das Dirndl zur Not zu waschen und zu bügeln wurde schnell von Sheila äääh abgebügelt.

Die Zeit verstrich mit Fotos, Kaiserschmarrn, Bayerisch Creme und warmen Apfelstrudel mit Vanilleeis und es wurde langsam 24 Uhr. Das war insofern ein wichtiger Zeitpunkt als dass nun die Gastgeberin nicht mehr Geburtstag hatte sondern ein Gast.

Nicht irgendeiner sondern Frau Kroft höchstpersönlich feierte ab jetzt ihren Burzeltag

Den wollten wir aber ansderswo feiern und so veradschiedeten wir uns beim jetzt-nicht-mehr Geburtstagskind um eine Diven Night zu besuchen.

Dazu musste ich aber dringend noch einmal die Dame hinter der Theke fragen, ob sie wirklich tagein tagaus und durchgehend Nicki hören müsse und ob einem dieses „bayerische Cowgirl Gedudel“ mit der Zeit nicht wahnsinnig auf die Nerven gehen würde…

Sie hätten schon noch ein paar andere CD’s aber „Ja! es würde tatsächlich auf Dauer ziemlich nerven“… Sie sei aber zumeist in der Küche und so würde das schon gehen.

Stichwort: Gehen!. Wir gingen und zwar in den Club, den Janka sich als allerersten Club in ihrem neuen Lebensjahr aussuchte. 😉 Das Schwuz.

Chantals House Of Shame

Leeres House bei Chantal, leckere Burger im White Trash

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Eine der letzten wohl wichtigen Partys, die man als Drag in Berlin mal besucht haben sollte und bei der wir noch nicht aufgelaufen sind ist Chantals House of Shame jeden Donnerstag im Bassy.

Da wair aber eh gerade letzten Donnerstag unterwegs waren und im Dirndl auf dem Gauklerfest Berlin vorgaukelten Bayuwaren zu sein, bot sich an, danach eben auch den Ausflug mit einem Besuch bei Chantals House of Shame zu verbinden. Mel, Janka und Diana wollten nach Hause also waren Sheila und ich auf uns alleine gestellt. Besuchen wir also zu zweit Chantal.

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Leider waren wir etwas früh und somit nahezu die ersten Personen auf der Party. Ausser Chantal, dem DJ, den Jungs an der Kasse und der Bar sowie uns war der Laden leer. Und für einen leeren Laden ist das Bassy eigentlich ziemlich groß.

Ne egal, wir setzten uns an die Bar, mussten wegen Milchmangel auf einen White Russian verzichten und spielten eine Runde Kickern… Tischfussball… Naja noch nie wirklich meine Paradedisziplin… Das zeigte sich auch wiedereinmal, denn ich verlor ziemlich deutlich. Da lobe ich mir den Addams Family Flipper, wo ich Sheila gerne einmal in Grund und Boden flippere… Wie dem auch sei. Tischfussball ist nicht so mein Ding und so wurde es ein langweiliges Spiel.

…Langweilig war uns dann allerdings auch, da nach dem Kickern, dem Ausweichcocktail und einigen Bildern noch immer nicht viel mehr Personen im Bassy. Um allerdings uns nicht zwei Stunden bis zum Auftritt von Melli Magic langweilen zu müssen, entschieden wir uns, und zu verabschieden und den Abend zu beenden….

Uns lächelte auf dem Heimweg dann aber noch das White Trash Fastfood an und wir merkten, dass der Flammkuchen uns nicht abschliessend satt gemacht hat… Also setzten wir uns auf einen Burger. Dabei merkten wir wieder einmal, wie skurill Berlin sein kann.

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Sheila und ich, zwei Transen im Dirndl saßen bei Kerzenschein in einem Amerikanischen Rastaurant, dass in einem ehemaligen Chinesischen Restaurant untergebracht wurde, die Musik war irgendetwas grausames von Prodigy und an uns vorbei liefen drei Polizisten mir offensichtlichem Ziel in den Laden…. Kaputt… Da waren die beiden Transen echt noch das geringst skurille.. Ich glaube, wenn wir auffallen wollen, müssen wir uns was anderes einfallen lassen…

Aber irgendwie war der Burger im White Trash das Beste am ganzen Abend.

Im Dirndl auf dem Gauklerfest Berlin

Gähnende Langeweile
Transen auf dem Gauklerfest Berlin

An diesem Wochenende gibt es keine Party in Berlin, die wir unbedingt besuchen müssen, insofern schoben wir unsere Wöchentliche Ausgehsession ein Paar Tage nach vorne, genaugenommen auf den Donnerstag, den Sheilas Liebste kam auf die Idee, das Gauklerfest Berlin zu besuchen.

Gaukler, Artisten, Mittelalter…? Was zieht man dazu nur an??

Mel hatte irgendwann die Idee, im Dirndl dorthin zu gehen. Ich musste mir ja unbedingt das letzte Jahr im Oktober nach dem Oktoberfest im Irrenhouse ein Dirndl kaufen, dass seither ungenutzt bzw. ungetragen in meinem Kleiderschrank hängt… Ist recht also gaukeln wir den Besuchern des Gauklerfestes auch etwas vor – sogar gleich doppelt.

Zum einen dass wir weiblich sind und zum zweiten, dass wir Bayern sind 🙂 Diese enorme Gaukelei sollte uns später aber nicht etwa freien Eintritt als Gaukelkünstler ermöglichen. Wir sollten uns nächstes Mal an die Künstlerbetreuung wenden.

Vorher hab ich aber ersteinnmal andere Betreuung geniessen dürfen. Janka, die an diesem Abend nicht gedresst mitkam, brauchte sich nicht um ihren eigenen Look kümmern und hatte viel Zeit, sich um meinen Look zu kümmern.

Mehere Perücken probierten wir aus, bis sie eine Idee hatte, eine meiner Perücken mit einer bayerischen Frisur zu verschönern. Immer gut, einen ausgebildesten und guten Friseur zu kennen, der einem dann mal eben gratis eine Frisur rumzuppelt. So zurechtgemacht konnte es also losgehen

Nun wie schon erwähnt sah man uns trotz Dirndlnicht als Künstler an und so kamen wir um die 3 Euro an der Kasse nicht drumrum. Egal, war der Eintritt doch noch bergleichsweise günstig – gegenüber dem Flammkuchen, den wir uns bestellten und auf den wir locker 20 Minuten warteten. Normalerweise geht so ein Flammkuchen ja schnell, aber dieses Mal dauerte es wirklich und dauerte und dauerte und wenn sie nicht gestorben wären würden sie noch heute warten…

Irgendwann bekamen wir endlich unsere 8 € Flammkuchen, die zwar schmeckten, aber doch den Magen irgendwie nur leidlich füllten. Na egal was solls, sagten wir uns und wollten und noch woanders etwas – vermutlich – ebensoteures als Nachspeise holen.

Flammkuchen uaf dem Gauklerfest Berlin

Vorher allerdings wollten wir Bilder machen. Gestellte in alter Kleidung mit alter Kamera und so weiter. Ein Stand gab es dort, der Personen mit alten Kleidern und Zylindern, Schirmen und und und in die Zeiten vor dem ersten Weltkrieg verwandelte und dieses dann mit alter Sepia Kamea in ein altes Bild verwandelte. 19€ kostete der Spaß, den wir uns leisten wollten.

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Der Inhaber sah das alerdings anders und verlor jeglichen Spaß bei der Sache. Erst waren die kleider zu kurz, dann meinte er sie seien zu eng (obwohl vorher eine Frau, die mit Obelix durchaus Ähnlichkeiten hatte hereinpasste) letztendlich meinte er glatt, dass dann vielleicht alle Männer in Frauenkleidern fotografiert werden wollen.

Ein Arsch. Sehen wir etwa aus, wie „alle Männer“ und überhaupt, wenn sie zahlen, sollen sie es doch… Naja der Kunde war dort nicht König und wir verabschiedeten uns. Wer kein Geld verdienen will hat selber Schuld

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Apropos Geld verdienen… Das Gauklerfest hatte echt wenig Gaukler zu bieten, aber massenweise Stände, wo man irgendwas kaufen konnte, dass man auch auf jedem etwas besseren Jahrmarkt kaufen könnte. Traurig. Ich hab mir dieses Gauklerfest irgendwie mit viel mehr Flair vorgestellt.

Das Gaukeligste und künstlerisch wertvollste war da fast noch die Dame, die kunsthandwerklerisch Ketten machte und unbedingt mir eine ihrer Enzianketten umlegen musste, weil diese super zu meinem Dirndl passte. Sie hatte auf jeden Fall Recht.

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Ansonsten war das Gauklerfest Berlin wirklich unspannend. Die interessanteste Situation entstand noch als ein locker 2 Meter-Mann meinte wir seien ganz schön groß und ich meinen Standard Spruch brachte. „Das machen nur die Absätze“ Irgenwie kamen wir darauf dass diese Vergrößerung bei ihm nicht möglich sei, da erSchuhgröße 48 hätte.

Damit war für mich das Gespräch zu Ende, aber es mischte sich ein weitere Mann ein, der zu berichten hatte, dass es da in Frankfurt Transnormal.de, einen Laden gebe, wo man solche Schuhe kaufen könne..

Skurille Situation. Du stehst da mit drei Transen rum und neben Dir unterhalten sich zwei Männer fachmännisch über High Heels in Übergrößen und Transen Makeovers. Sachen gibts, die gibts garnicht.

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Na egal, nachdem wir noch einige Zeit im Regen unter einem großen Schirm standen, verliessen wir das Gauklerfest Berlin leicht gelangweilt. in Richtung Chantals House Of Shame… Allerdings nur noch Sheila und ich.

einfach mal zwei Dirndl kaufen

Zwei Dirndl zum Oktoberfest 2008

Mit dieser komischen Trachtenmode Dirndl konnte ich meinen Lebtag irgendwie nie wirklich etwas anfangen. Alleine schon die Frage, ob sich das ganze jetzt Dirndl oder vielleicht doch eher Dirndel (mit e) schreibt hätte bei mir nur ein wirklich undwissendes Achselzucken hervorgerufen. Ich hätte es nicht sagen können und – wichtiger noch. Es hätte mich auch nicht wirklich interessiert.

Trachtenmode Dirndl

Wie es sich nun schreibt, habe ich mittlerweile herausgefunden und auch das interesse ist irgendwie seit letztem Oktober gestiegen. Ob es nun das Bild meiner (im übrigen bayerischen) Kollegin war, die wirklich schnieke in ihrem Dirndl aussah war oder vielleicht doch eher die eigene Erfahrung zum Oktoberfest letztes Jahr im Irrenhouse, das kann ich nicht wirklich mit Bestimmtheit sagen….

Vermutlich muss ich mir einfach eingestehen, dass ich zugeben muss, dass ab und an so eine Trachtenmode ganz nett anzuschauen ist. – Vorausgesetzt es ist gerade Oktober, Oktoberfest oder irgendeine Veranstaltung die damit irgendwie eng zusammenhängt.

Solch eine Veranstaltung wollen wir dieses Jahr besuchen und zwar das Oktoberfest. Janka, Sheila, Krizzi und ich – und als Reiseführerin die grandiose :Superzandy:. Das verspricht Spannung, Spaß und Abenteuer und Bier – oder Prosecco für die Nichtbiertrinker unter uns…

Witzig ist, dass es sogar eine Schwule Oktoberfest-Seite gibt. Unter Rosawiesn.de findet man alles, was man wissen mag. Vom „Gay Sunday“ in der Bräurosl bis zur „Prosecco-Wiesn“ in der Fischer Vroni… Gabs da nicht auch noch irgendeine Party nur für Frauen? Naja ich weiss nicht, ob man da wirklich schwul weggehen sollte – ist doch nur halb so witzig.

Egal, laut meiner Kollegin sollte man sich frühzeitig Gedanken machen und frühzeitig buchen, ansonsten kann es sein, dass man auf dem Bahnhof schläft und dumm vorm Bierzelt rumstehen muss, statt drinnen auf den Bänken zu feiern.

„Früh drum kümmern“. Diese Aussage hab ich mir zu Herzen genommen… Für mich hieß das: 1. Dirndl kaufen (abgehakt). Genaugenommen habe ich sogar zweimal zugeschlagen. Ebey lud einfach zu sehr ein dafür. 2x Dirndl, Bluse, Schürze, also das ganze Paket für mich bitte, damit ich auswählen kann, was mir besser steht…

Dirndl Tracht

Nun hab ich sogar etwas zum Wechseln – allerdings nur, wenn ich das weniger gutaussehende nicht loswerde. Das wird aber kaum passieren, denn ich kann es vermutlich zu dem Zeitpunkt gut verkaufen, wo jeder Dirndl Shop von Flensburg bis München das „Ausverkauft“ Schild heraushängt und der große Hype beginnt. Wer weiß vielleicht kann ich mir danach ja sogar das ein oder andere Maß Bier oder den einen oder anderen Prosecco kaufen, sollte ich Gewinn machen.

Übrigens die beiden guten Stücke kaufte ich bei Alpen Trachten und Oskar Leder. Ich hoffe, dass beide kein problem damit habe, wenn ich das Bild zeige, ansonsten bitte vor einer Abmahnung eine kleine Nachricht schicken, dann kann ich beide Bilder sicher auch schon gegen zwei Bilder von den dann angekommenen Originalen austauschen.

Viel Spaß und schon mal auf dem Oktoberfest 2008 und dass danach wieder ne ganze Menge Leute Transen im Dirndl suchen…

Notizen an meine Kollegin:
1) Krieg ich nen Bild von dir?
2) 2566 / 8-2-1-1-1-1 / 6,42 €