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Teddy Award Verleihung

Teddy Award Verlehung 2010

teddy awards berlin

Gestern Abend wurde in Berlin in der Station der Teddy Award – besser die Teddy Awards verliehen und wie in jedem Jahr gab sich dort auch die queere Gesellschaft Berlins und der Republik die Klinke in die Hand. Der kleine Unterschied zu den letzten Jahren war, dass ich dieses Mal die Klinke mitgab. Dieses Jahr hatte ich eine Presseakkreditierung, die mir den Entree zu den Teddys garantierte und wieder einmal am Pressecounter die Frage stellte, ob ich sicher Presse sei, ich sähe so Gästelistenmäßig aus… ich war.

Teddy Award Berlin

Ein wirklich netter Auflauf, der sich dort unter dem Motto „Dein Name ist Mensch“ zu den Teddys versammelte. Größere und kleinere Prominenz  wie Romy Haag, Hella von Sinnen oder Georg Ücker, Wolfgang Joop und so weiter dazu Politprominenz wie Claudia Roth oder Klaus Wowereit. …Herr Westerwelle hat sich nicht sehen lassen, sondern war alleinig mit dem Button „Gays against Guido“ anwesend, dessen Einblendung auf der Videoleinwand übrigens einen Applaus erzeugt hat, der nur unwesentlich kleiner war, als der, den mancher Preisträger mitnehmen konnte. Der Teddy ist eben auch eine politische Veranstaltung im Verlauf der Berlinale.

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Wie bereits geschrieben war das Motto der Teddys dieses Jahr „Dein Name ist Mensch“ und dieses zur Ehrung Rio Reisers, der in diesem Jahr 60 Jahre alt geworden  wäre und der wohl der erste bekannte deutschhe Sänger war, der sich outete. Zur Ehre spielten erstmalig seit 20 Jahren Ton Steine Scherben wieder zusammen zwei Songs. Für die meisten Gäste war da vermutlich der Song mit Adel Tawil von Ich & Ich zuallererst zu nennen, ich fand viel bewegender den ersten Song, den die Scherben mit einem erst 14 Jährigen Sänger der so nah an Rio Reiser kam, wie man es wohl nur kann. Das war als Scherben Fan großartig.

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Doch eigentlich sind die Teddy Awards ja ein queerer Filmpreis und so geht es um Filme, zu denen ich leider wenig sagen kann, da ich sie alle nicht gesehen habe – das muss ich zum nächsten Jahr ändern- Zumal der Siegessäulen Award in Form einer Goldelse sogar nach Berlin ging und für den Film „Postcard to Daddy“ vergeben wurde…

siegessäulen award @ teddy Awards

Leider weiss ich ansonsten nicht, aus welchen Ländern die Filme stammen, aber vermutlich sind wieder einigen Länder dabei, die einen Film gebrauchen können, der den rennommiertesten queeren Filmaward bekommen hat. Der Teddy ist eben auch ein Statement.

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Daher beispielsweise auch die Aktion gegen die geplanten Anti Homosexualität Gesetze  in Uganda und die eindringlichen Erklärungen von Amnesty International und die Frage, warum Entwicklungshilfe nicht auch an der Nichtumsetzung solcher Gesetze geknüpft ist… Wäre nicht so doof, oder?

teddy award ceremony

Für sein Lebenswerk wurde Werner Schroeter geehrt. Leider zog sich diese spezielle Ehrung so lange und so zäh hin, dass man darin hätte gut und gerne ein eigenes Lebenswerk erschaffen können. Macht aber nichts, wenn an anderer Stelle solch großartige Laudatorenwie eine Indische Drama Queen oder solch ein Auftritt Von Joey Arias geschehen.

joey Arias @ Teddy Awards

Eurovision Song Contest

Grand Prix Eurovision de la Chanson

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Ja, ich oute mich. Seit Guildo Horn den Grand Prix gesellschaftsfähig machte, bin ich Fan dieser Show.
Wie unterhielt ich mich letzte Woche noch mit meinem Kollegen Rik über den Grand Prix? Ich sagte, dass ich ihn wohl anschauen werde und er meinte, ich verhalte mich schon wie eine richtige Schwuppe. Eher verwunderlich, betitelt er mich doch sonst immer als Faker, der das alles nur der Show wegen machen würde…. Einige Dich mit Dir mal, Rik 😉

Nun aber was ist falsch daran, denn der Eurovision Song Contest ist große Show.

Glamour, Show, Drama, Enttäuschung und jede Menge queere Attitüde. Für mich also genau das Richtige.

Ich flezte mich also mit einer Freundin, mit einer professionellen Votingliste vor den Fernseher. Der Show angemessen hatten wir vier gleichberechtigte Kategorien, jeden einzelnen Künstler zu bewerten.

Show, Outfit, Sexappeal und (fast am unwichtigsten musikalischer Wert)

Mit diesem, unserem Voting sind wir übrigens sehr gut gefahren, waren doch beide Sieger in unseren Top 5 vertreten.

Aber zum Song Contest:

Es ist immer wieder erstaunlich, wie queer dieser Contest ist und wie sehr sich die Künstler auf die sexuel ambivalente Zielgruppe einstellen.

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DQ – Drama Queen
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Ich persönlich fand ja enorm schade, dass die Dänische Drag Queen „DQ“ mit Ihrem Song Drama Queen bereits im Halbfinale gescheitert ist. Da ist dem Song Contest ein großer Teil Show verloren gegangen. Dieses Outfit hätte es verdient gehabt, am Finaltag ausgeführt zu werden. Glitter, Glamour, Show, und musikalisch nicht so schlecht. Sei es drum, Die Zuschauer wolten nicht. Selber Schuld.

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The Ark – The Worrying kind
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Trotzdem wurde die Show nicht langweilig und hatte massenweise queere Showelemente. Mit dazu rechnen würde ich auch The Ark mit The Worrying kind, einer Band, die meiner Meinung nach viel zu wenig Punkte bekommen hat. Eine Mischung aus The Darkness, The Scissor Sisters und Sweetty glitter & The Sweethearts hätte meiner Meinung nach viel Mehr Punkte verdient. Ausserdem ist Glam Rock per se irgendwie quer angehaucht. Ich fand The Ark wirklich gut.

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Les Fatals Picards mit L’amour à la française

Meine Freundin fand besonders Les Fatals Picards mit L’amour à la française gut, was sicher auch mit ihren französischkenntnissen zusammenhängen mag. Ich fand sie witzig und sehr putzig. Bei dieser Band hat sich aber ganz klar gezeigt, wie man sich auf das Zielpublikum einstellt…. Traten sie beim Vorentscheid in Frankreich züchtig in schwarzen Jacketts und weissen Hemden an, so waren sie in Helsinki eindeutig die pinkste Band des Abends 🙂

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Verka Serduchka – Dancing Lasha Tumbai
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Trash-Höhepunkt war aber eindeutig Verka Serduchka mit Danzing aus der Ukraine. (Erwähnte ich schon, dass ich ein großer Trash-Fan bin?). Soweit ich weiss, gab das in der Ukraine richtig Ärger, dass das Land durch „so eine Person“ vertreten würde. Ob sich das wohl nach dem zweiten Platz geändert haben mag? Vermutlich sind auf einmal alle schon immer Fan von Verka Serduchka gewesen. Na egal um mal kurz ernst zu sein, der zweite Platz kann nur positiv für queere Menschen in der Ukraine sein. Ansonsten ist der Song eindeutig einer mit Clubhitcharakter.

eins, zwei, drei – Tanzen.

Geil!

Gewonnen hat dann Serbien, übrigens wieder mit dem Beweis: Show ist alles. Hatte Marija Å ERIFOVIĆ in dem Vorentscheid noch Zirkusartisetn hinter sich, so mussten es im Finale dann doch eher fünf gutaussehende Frauen sein, die lesbische Attitüde vermittelten. Es hat wohl gewirkt. Obwohl das Lied auch gut war.

Nur stellt sich jetzt die Frage, wie gewinnen wir das Ganze nun mal wieder, Schlager klappt nicht (Guildo Horn), Swing (Roger Cicero), Country(Texas Lightning), Glam, Trash (Beides Stefan Raab) nicht. Rock und Reggae fehlen noch. Ich fürchte, uns bleibt nichts anderes Übrig, als mal unsere wirkich guten Bands dorthinzuschicken:

Meine Top 2 Für Serbien 2008:

  • Rammstein:
    Der Exportschlager Nummer 1. In Osteuropa bekannt und geliebt. Wenn die dann noch Moskau singen und zwei wenig bekeidete Russinen den Refrain singen, dann haben wir den ganzen Ostblock im Sack. Rammstein ist ein bombensicherer erster Platz.
  • Beatsteaks:
    Die schaffen es einfach in Knapp drei Minuten ein solches Brett auf die Bühnen zu zaubern, dass für den Rest aller Länder kein Platz ist. Wenn sie dann noch neben Biggy van Blond ein paar weitere Berliner Drags für die Show akquirieren, dann wird das was.

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FINLAND
Denkt an meine Worte, wenn wir das nächste Mal wieder ablosen.