Deichking: Elvis Imitator vom Dorf

Wenn einen der Musik-Schlag trifft
oder:
Drei Worte Die Sas Ter

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ich bin kein riesengroßer Fernseh- oder Filmschauer aber ab und an höre ich auf gute Tipps und schaue mir dann doch mal den einen oder anderen Film an. Ich weiß natürlich, dass es da im Moment nur einen Film gibt, den man gesehen haben muss – Avatar. Ich allerdings schaute gerade einen Tipp von Olli und der heißt Deichking.

bela b deichking

Was kann wohl aus einem Film herauskommen, in dem Bela B, Fettes Brot, Lotto King Karl, Torfrock Klaus Büchner und noch so einige andere mitspielen? Richtig ein Musikfilm und etwas nordisches. Also ein nordischer Musikfilm.

Und so handelt Deichking von Fiete Hansen einem leicht dümmlichen Maler in Lebberwuss, irgendwo in der norddeutschen Hochebene, wo es außer Bauern, Schafen und Treckern wenig gibt.

lotto kin karl deichkingWeil seine heimliche Liebste Susanne ihre Rock’n’Roll Musiksammlung verkaufen muss und er mit seinem Geld herzensgut dieser erwirbt kommt er das erste Mal mit Rock’N’Roll in Berührung. Unter anderem mit der Person auf dem Cover, die er bisher nicht kannte: Elvis Presley. Ein Musik-Schlag an seinen Hinterkopf, der ihn vollkommen aus der Bahn wirft. Bisher wusste Fiete nur, dass er irgendwie weg muss, nun allerdings weiß er, was seine Bestimmung ist. Er wird ein Elvis Imitator….

Dummerweise lebt er nicht nur im Dorf sondern mindestens hinterm Dorf und seine Gemeinde hält von einem durchgeknallte Bauern, der im umgenähten Maleranzug und gelben Gummistiefeln mit Gitarre Elvis Songs für Schafe zum äääh besten gibt, herzlich wenig bis garnichts. Auch der Auftritt in der Kirche geht eher schief, als dass er ihm jubelnde Massen einbringt.

deichking elvis

Wenn also der Berg nicht zum Propheten kommt, dann muss der Prophet eben zum Berg kommen. In Fiete reift also der Entschluss als Elvis nach Amerika – selbstverständlich nach Memphis zu fahren und die Dorfwirklichkeit hinter sich zu lassen.

Bis dahin erlebt Fiete Hansen aber noch so einiges.

elvis-imitator-deichking

Ein cooler Low Budget Film, der aber sehr genial ist und einem zum Lachen, zum Fremdschämen und zu Mitleid hinreissen läßt. Vollkommen talentfrei das alles, aber witzig

20 Flight Rock – Rockabilly Hamburg

Rockabilly in Hamburg

Schwere Zeiten für das King Calavera, so scheint mir. Nachdem BJ und ich das Queen Calavera verliessen, noch ein 99 Cent Bier in der 99 Cent Bar tranken und noch eine knappe Stunde im Peggy Sues abgefeiert haben, hatte BJ eine weitere Idee.

Dort am Hans Albers Platz ist noch ein Laden, der nur Rock und Rockabilly spielt..

Für mich war klar, dass BJ das King Calavera meint. Schrieb ich doch beim Besuch von Sheila und mir damals:

Rock’n’Roll, Rockabilly, Punk und Surfsound, und viele viele Pinups, die sich zu Ehren dieser Party besonders herausgeputzt haben.

Klar, das King Calavera ist immer einen Besuch wert…. Der Weg führte auch fast drauf zu, nur im fast letzten Moment drehte BJ ein und steuerte nichteinmal 10 Meter gegenüber der kleinen Strasse auf einen Laden mit einem großen Stray Cats Banner zu, der 20 Flight Rock heisst.

Vergesst jetzt alles, was ich bisher über das King Calavera gesagt habe. Binnen einem Jahr hat sich ein dreigestirn aus coolen Läden entwickelt. Neben der Burlesque Bar Queen Calavera das bereits angesprochene rockigere King Calavera und eben das 20 Flight Rock.

Die Musik dort ist Rock’n’Roll und Rockabilly, die Haare haben tollen oder Pomade und die Wände sind voll mit Rock’n’Roll Devotionalien, Plakaten, Stickern und Fotos. Man erfährt an der Wand, dass Elvis Presley „God“ ist, der DJ hört Lieder nicht mit Kopfhörern vor, sondern mit einem alten Telefonhörer und über dem Weg zur Toilette wacht, wie nebenan im King Calavera eine große Bettie Page. Ein toller Laden.

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Ich sage mal so, wer in Berlin die Girl in A Hot Rod Party im Roadrunners Paradise mag, der wird sich auch im 20 Flight Rock in Hamburg zu Hause fühlen – und umgekehrt.

Dabei merkt man auch mal wieder, wie klein die Welt ist, kam ich doch in diesen Laden rein, sog die Atmosphäre in mich auf und schaute einmal in das Rund und erblickte Molly, die ich ja knapp drei Wochen vorher bei Dr. Sketchy’s Anti Art School bereits kurz kennengelernt hatte.