Eine Art von Emanzipation

Im Fetischoutfit in der Öffentlichkeit

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In der Allerlei Schubladendenken-Diskussion wird ja immer wieder der böse Transvestit in Strapsen hervorgekramt, der die ebenfalls achso übeldenkende Menschheit darin bestärkt, dass Männer in Frauenkleidung eindeutig und immerwährend Perverse sein müssen.

Folglich trägt die gute Transe etwas dementsprechendes allerhöchstens in abgeschotteten Clubs oder bei Veranstaltungen, die man eh nicht besucht – zumindest wird soetwas so gut wie nicht zugegeben. Bei einigen wenigen Personen geht diese, der Masse vorgegebene Kleiderordnung gar so weit, dass Kleidung, die als ansehnlich oder gar Sexy anzusehen wäre, gleich Tabu ist. Ich kann mich da an eine Person in einem, lange nicht mehr wichtigen, Trannychat, erinnern, die in privaten Messages nur noch als „Altkleiderständer“ benannt wurde.

An diesen Samstag wollten Sheila und Janka in einem Bettie Page Kätzchen-Outfit ins Irrenhouse und da ich ja neben den beiden auch noch etwas Aufmerksdamkeit erlangen wollte – und in Ermangelung eines eigenen Bettie Page Kätzchen-Kostümes – musste ich mir irgendetwas einfallen lassen.

Okay okay, wenn die beiden also auf Sexy machen und den Raubtierlook tragen, dann gebe ich eben die Dompteu-Zö und hole mein lange nicht genutztes ziemlich enges und ebenso ziemlich kurzes Lackkleid heraus… Und frei nach der Devise: „Wenn schon, denn schon“ kaufte ich mir am Nachmittag eine Gerte um die Raubkatzen in Schach halten zu können. Naja und für das Gesamtoutfit. Sichtbare Strapshalter und Strumpfabschlüsse rundeten das Ganze ab.

Nein!, das war keine Fetischparty und Nein!, Es war auch keine vorgezogene Faschingsparty und Ja! Wir waren die einzigen Personen, die so zur Party gingen. Und vor dieser Disco besuchten wir so gar noch eine Vernissage 🙂

Irgendwie erfrischend, sich von den Meinungen anderer so weit emazipiert zu haben, dass man selbstbewusst das trägt, was einem gerade Spaß macht und sich darüber keine Gedanken macht.