Fliegende Bauten – tolles CSD Opening Programm

mary roos kim fischer

In Hamburg hat am Samstag die Pride Week begonnen, noch dazu eine besondere, denn die erste Demonstration – damals noch unter dem Motto Stonewall hat vor genau 30 Jahren in hamburg stattgefunden. Heute ist der CSD Hamburg ja viel eher ein Fest zum Feiern als eine Demonstration, wie Corny Littman feststellte und dieses beileibe als nicht schlecht betonte. Es ist eben eine Möglichkeit, für viele Personen, das erste mal aus sich raus und in die Öffentlichkeit zu gehen.

csd opening gala

Darum ging es am Wochenende aber weniger, denn es sollte die alljährlich stattfindende CSD Opening Gala in den fliegenden Bauten vonstattengehen und genau das war ein Grund für mich, mich mal wieder auf die Autobahn Berlin – Hamburg zu begeben, um meiner Heimatstadt einen Besuch abzustatten, denn es sollte einiges geboten werden.

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Letztes Jahr habe ich die CSD Opening gala als eine Veranstaltung mit Stärken udn Schwächen betitelt, dieses Jahr hingegen habe ich kaum etwas zu mäkeln. Das Programm war toll und ich konnte mal einen Einblick in die ja nun doch etwas gewachsene Dragszene der Hansestadt werfen… doch zur Show:

Etwas erstaunt war ich, als ich sah, wer eienr der hauptacts war. Sherry Vine. Erstaunlich, da hab ich sie nun in Berlin im GMF bei Chantal und im Berghain nicht sehen können und brauchte mich nicht zu grämen, denn wenn ich schon mal nach hamburg fahre, tut sie ebendieses.

sherry vine

Ganze vier Nummern brachte sie zum besten.. zwei ihrer Lady Gaga Nummern und zwei weitere. …Dabei muss ich ganz ehrlich sagen, ihre Lady Gaga Parodien sind gut (was ja ihre Youtube Zahlen zeigen), aber mit den anderen Nummern finde ich sie noch besser. Ausserdem hatte sie einen klasse goldenen Fummel an. Den würde ich ihr sofort abnehmen, wenn sie ihn nicht mehr braucht.

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Wie auch den Stoff, in den die Bühne eingehüllt ist, den nehme ich auch 🙂 Dieses Rotglitzernd… Ein wenig wie Sheilas Jessica Rabitt Kleid oder eben – und daran erinnerte es mich – an ein Kleid von Lola aus Kinky Boots… Das wollte ich mir immer noch einmal schneidern lassen.

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Egal Sherry Vine folgte Gregor Mönter, der offensichtlich eine etwas andere Definition des Wortes „Travestie“ hat, als ich. Für mich war das, was er auf die Bühne brachte keine Travestie, aber vielleicht bin ich da einfach zu wenig offen. Auf jeden Fall hatte er einen großartigen kleinen grünen Duettpartner. Nicht jeder darf so einfach mit Kermit singen. Er durfte.

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Nicht singen wiederum durfte Kim Fischer irgendeinen unwichtigen Schlagerschnulzensong irgendeiner Schlagerschnulzensängerin, denn sie hatte neben sich Wolfgang Trepper, der sie ständig unterbrach, um diesen Schlager zu sezieren. Das tat er schon letztes Jahr und es war letztes Jahr göttlich, sehr gut war es dieses Jahr auch…

drag queens hamburg

Achja und Kim Fischer fand ich dieses Jahr viel besser als letztes Jahr mit Sascha Korb. Sie hat sehr gut durch den Abend geführt und sich auch von Nebelhörnern der auslaufenden Luxuslinern der Hamburg Cruise Days oder irgendwelchen Zwischenrufen nicht aus der Fassung bringen lassen – im Gegenteil, sie war sehr schlagfertig.

Mary Roos

Während Kim Fischer nun allerdings nicht singen durfte, war das bei Mary Roos anders. Ich wusste eigentlich garnicht so recht, was ich von ihr zu erwarten hätte, aber ich war erstaunt, als ich merkte, alle ihre Lieder zu kennen und mit welcher Geschwindigkeit sie die Fliegenden Bauten für sich einnahm. Ein tolles Medley, etwas acapella und einige vom Publikum geforderte Zugaben.

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Auch Herr Top Entertainer Ricardo M. zeigte sich zur Pause in seinem Top-glitzernden neuen Ausgehjackett sehr von Mary Roos top-beeindruckt. ebenso wie ich… Aber es sollte ja noch einiges nach der Pause kommen.

sherry Vine as Lady Gaga

Lady Gaga nämlich. Oder besser Sherry Vine als Lady Gaga, denn Sherry war die einzige an diesem Abend, die zwei Auftritte hatte. wie gesagt, ich fand ihre ersten beiden Nummern gar noch besser aber Sherry als Lady Gaga ist einfach sehenswert.

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Es folgte Konrad Stöckel. Ich kannte ihn nicht, aber ich kannte ja im letzten Jahr auch Wolfgang Trepper nicht, hat also nichts zu sagen und ich muss sagen, dass er mich beeindruckte. Er schlug sich Nägel in die Nase, er zündete Böller im Arsch an, er verwirrte sein Publikum und den unglücklich herausgesuchten „Gast auf der Bühne“. Er warf mit Konfetti um sich und überzeugte mit Irrenhouse-aesker Anarchie auf der Bühne. Klasse.

konrad stöckel

Die folgenden akrobatischen Darbietungen beeindruckten zwar, soetwas habe ich aber schon oft irgendwo gesehen, auch die CSD Hymne haute mich nicht wirklich vom Hocker, zwar war es eine nette Stime, aber ich erwartete eines meiner Highlights. Regy Clasen.

regy clasen

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Ich kenne Regy Clasen seit etwa 17 Jaren oder so ähnlich. Damals war die Acapella Band Five Live ein hamburger Phänomen und Regy Clasen gehörte eben zu Five Live. Dazu liebe ich beide ihrer Solo Alben und hoffe, dass da von viel folgt. Und sie scheint immer noch vor allem ein hamburger Phänomen zu sein, denn der Applaus war phänomen. Sie wird in Hamburg geliebt und vielleicht finde ich ja auch irgendwann mal jemanden, der mitkommt, wenn sie in Berlin auftritt. Die CSD Opening Gala in den fliegenden Bauten endete mit einem tollen Abschluss-Song von Regy Clasen, Kim Fischer und der kurzfristig eingesprungenen Koschima.

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Die diesjährige CSD Opening Gala war eine wirklich runde Sache mit tollen Künstlern und ganz wenig Langeweile. Es hat sich wirklich gelohnt, dafür nach Hamburg gefahren zu sein.

fliegende bauten

Queen Calavera Late-Night Burlesque Revue

Wenn das so weitergeht in Hamburg, dann wird aus meiner Heimatstadt doch noch soetwas, wie die große weite Welt.

Queen Calavera Late Night Burlesque RevueQueen Calavera Late-Night Burlesque Revue

Da tut sich seit einiger Zeit allerhand und oftmals mit Berliner Schützenhilfe. Anfang Januar gab es dort die erste hamburger Swing Royal, bald wird Frau Edelstahl die erste hamburger Boheme Sauvage veranstalten. Resonanzraum Kaey mischt den Drag Contest in der Wunderbar auf und gewinnt ihn gar und dass alle paar Wochen irgendwelche berliner Burlesque Tänzerinnen in Richtung Queen Calavera zum Auftreten fahren ist bekannt.

Und eben dieses Queen Calavera sorgt jetzt dafür, dass Hamburg noch ein wenig große Weite Welt wird und mit hoffentlich tollen Partys Gas gibt, denn am Kindergeburtstag kreuzberger Autonomer, dem 1. Mai wird in hamburg die erste Queen Calavera Late-Night Burlesque Revue statfinden.

Das ganze wird im ehrenvollen und plüschigen Cafe Keese Ballroom statfinden und es werden die üblich Verdächtigen Mädels aus dem Queen auftreten: Leolilly, Tronicat, Eve Champagne und Koko La Douce, die die einzige aus dem Quartett ist, die ich bislang noch nicht gesehen habe. Präsentiert wird der Abend von Orphelia de Winter und Armitage Shanks. Alles in allem eine gute Zusammenstellung, die zu besuchen sich lohnt.

Aber da die Queen Calavera Late-Night Burlesque Revue eine monatliche Veranstaltung wird, kann man das zur Not auch einen Monat später, wenn dann mit Xarah von den Vielenregen auch wieder eine Berliner Verstärkung nach Hamburg kommt..

Die Karten kann man sich übrigens hier sichern

Olivias wilde Jungs

Nachdem die Kiez Originanle der Reeperbahn ja so langsam alle wegsterben, versucht Olivia Jones ein Paar dieser Plätze einzunehmen. Ihre Bar, die nicht von ungefähr im alten Transenpuff in der Großen Freiheit beheimatet ist, besteht ja nun schon eine ganze Weile, ihre Kieztouren sind mittlerweile auch keine Neuheit und selbst meine Mutter hat schon eine Kiez Safari bei Olivia mitgemacht.

Zeit, also, etwas neues zu machen.. und Olivia hat sich eine neue Marktlücke herausgesucht. Frauen auf der Reeperbahn. Also genaugenommen Reeperbahn Besucherinnen. Sie macht einen neuen Laden auf, der nur für Frauen ist, einen Stripclub, bei dem dementsprechend nur Männer auftreten. Das ist selbst für die Reeperbahn eine wirkliche Neuheit.

Es dürfte ein hartes Los für die Jungs sein, die dort auftreten, denn wer schon einmal einen Junggesellinnen Abend erlebt hat, der weiss, was eine Horde Frauen so bedeuten und dann stellen wir uns mal 10 Junggesellinnen Abende zusammen bei Olivias wilden Jungs vor. Dynamit ist nichts dagegen.

Männer verboten – bis auf Olivia selbstverständlich… Ich glaube, selbst wenn ich dort reindürfte, wollte ich mir das nicht geben. Eröffnungstermin für »Olivias Wilde Jungs« steht noch nicht fest. Eine Taufparty soll mit eigenem Secco aber schon am 06. April starten. ..Hat sich Valerys „Pearl secco“ nun in „Jones secco“ umbenannt

Der Vater der Pin Ups ist tot

Der Rubens der Reeperbahn ist tot

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Wer in Hamburg mit offenen Augen über den Kiez (soll heißen über die Reeperbahn und die benachbarten Straßen) zieht, der wird an ganz vielen Wänden leicht bekleidete Mädels gemalt sehen. Diese klassischen Pin Ups, die einem sowohl im härtesten Sexschuppen als auch in schmierigen Spelunken oder in den Theatern begegnen können, sind immer schön und sexy anzusehen, nie allerdings ordinär…

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Alle wurden sie gemalt von Erwin Ross, der als „Rubens der Reeperbahn“ wohl für immer einen Platz in der Reihe der größten Persönlichkeiten der Reeperbahn einnehmen wird… Am 12. Februar hat er seinn Platz neben Domenica eingenommen, die genau ein Jahr vor ihm starb…

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Während ihr Name auf der Reeperbahn aber mit den Jahren verblassen wird, kann man davon ausgehen, dass die Pin Ups von Erwin Ross so lange originalgetreu ausgebessert werden und ewig an ihn erinnern werden. Vermutlich werden sie gar einige Häuser überdauern, an die sie gemalt wurden. Einen echten „Rubens“ reisst man eben nicht so einfach ab.

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Vor allem zwei seiner Kunstwerke werden wohl immer leben, zum einen die gespreizten Beine der Ritze sowie der „The Beatles“ Schriftzug, den er laut dem Beatles Museum ebenfalls gemalt hat.

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Am 12. Februar