Erststimmen sammeln in der Wunderbar

Wenn ein Politiker nach Berlin will, muss er ersteinmal in die Wunderbar.

Zoe Delay & Farid Müller in der Wunderbar

Zoe Delay & Farid Müller in der Wunderbar

Nach der Gala zu 10 Jahre Hamburger Ehe gab es noch eine kleine Aftershow Party in der Wunderbar, wo sich Farid Müller hinter den Zapfhahn stellte und Bier ausschenkte und darüber filosofierte, wie er es wohl am besten schaffen würde, seinem Widersacher der SPD nötige Zweitstimmen abzuluchten um bei der Bundestagswahl für die Grünen nach Berlin zu ziehen…

Nun ist die Wunderbar, die legendäre Schwulenbar als Teil des Corny Littman-Konglomerats an der Reeperbahn in Hamburg schon immer für Politiker ein interessantes Pflaster gewesen. So sind die damals noch ungeouteten Ole von Beust und Guido Westerwelle dort einmal auf wundersame Weise wie von Zauberhand verschwunden, als es eine Polizeirazzia in der Wunderbar gab. Wunderlich, oder?Wie das geschehen konnte, ist bis heute ungeklärt 🙂

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Dieses Mal war der Abend ein Teil des Wahlkampfes von Farid Müller. Doch ich muss gestehen, ich habe das mit den Zweitstimmen noch nicht wirklich verstanden, vielleicht kann mir das noch einmal jemand an genau diesem Beispiel erklären.

….Nehmen wir das echte Beispiel aus 2005. Weniger werden die Grünen in Hamburg sicher nicht erreichen.

2005 erereichten die Grünen in Hamburg 14,9 % der Zweitstimmen. Das bedeutete, dass 2 Personen über die Landesliste nach Berlin einzogen… Nehmen wir an, es würde gleich laufen und die Grünen erreichen ein Direktmandat in Hamburg Mitte….

Habe ich es richtig verstanden, dass ein Direktmandat einen Platz der Landesliste nimmt?

…wenn es durch ein Direktmandat keinen tatsächlichen Platz in richtung Berlin mehr gibt, dann ist die Frage nach Johannes Kahrs eigentlich vollkommen irrelevant, oder irre ich mich? Viel interessanter ist für mich dann folgende Frage:

Was macht Farid Müller besser als Manuel Sarrazin oder Katharina Fegebank?

Warum soll man ihn wählen, wenn er doch „nur“ anderen abgesicherten grünen Abgeordneten nach Berlin zieht?

Vielleicht kann mir da noch einmal jemand meinen Denkfehler oder Verständnisfehler erklären.???

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CSD 2009 Hamburg Bilder

CSD 2009 Hamburg Bilder

CSD Hamburg
in CC 2.0 by King.Jabe

ich selber bin noch nicht so weit, aber das kommt noch. hier auf jeden Fall finden sich wieder alle Links, die ich so zum CSD Hamburg 2009 finden konnte.. Achja und wenn ihr noch Links kennt, nur her damit 🙂

Meine Bilder finden sich
Hier

und hier
und hier

Bilder meines gestrigen privatfotografs findet ihr hier:

Transfairdesign

Alle weitern CSD Bilder von Hamburg 2009 findet ihr hier:

K-HO
(Das muss einfach einen Dauerfaften Platz ganz oben auf der Liste geben)

CSD-Europe.com

Flickr CSD Hamburg 2009

Frank Brexel

Hamburg.de

Galleryme

Weblogyhamburg

Ritchys Tagebuch

meingartenundich

pro-wohnen.de

Gayhamburg.de

Quiddje Hamburg

Sankt-Georg.info

Partybilder.org

enchating Women

Mopo

Abendblatt Bilder Gallerie
(Hallo Abendblatt, warum macht ihr eine 98er CSD Gallerie, wenn ihr doch nur 40 Bilder von diesem Jahr einfügt. Olivia Jones war dieses Jahr nicht da, Ortwin Runde ist schon seit einer Ewigkeit nicht mehr Bürgermeister und Tatjana Taft ist zwar toll anzusehen, war aber sie hatte garantiert nur ein Outfit und nicht deren drei an…

Achja, ich soll noch auf die Flickr Gruppe CSD Hamburg hinweisen, wo gerne mehr der Bilder gepostet werden dürfen.

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CSD Opening Gala @ Fliegende Bauten

Puuh ich komme im Moment garnicht so richtig hinterher. Also, am letzten Samstag war in den Fliegenden Bauten die CSD Opening Gala Hamburg 2009 und ich war selbstverständlich da. Nachdem ich auch einen adäquarten Platz gefunden hatte, konnte die Show losgehen. Eine Show, die Höhen und Tiefen hatte, aber dazu mehr im Laufe des Artikels.. Über die kreative Designoffensive mit Herrn Steffen berichtete ich je bereits gestern..

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Bei einer Großen Gala erwartet man ja auch ein großes Programm, doch – muss ich gestehen – bislang weder von TJ-Wheels, noch von Wolfgang Trepper, Ina Z oder dem Chor Schola Cantorosa gehört zu haben. Kein Grund sich das allerdings nicht anzusehen, denn wer weiss, welche Perlen sich dort finden. Zumindest Orange Blue und Coco Lores waren mir bekannt – und selbstverständlich Kim Fischer und Sascha Korb.

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Es begann mit Ina Z, zu der die Welt wie folgt schrieb: …nachdem Chansonnier Ina Z mit wenig Stimme und flach gereimten Klischees die 400 Gäste auf die Geduldsprobe gestellt und viele Buhs geerntet hatte. Ich fand sie zwar nicht ganz so schlecht, aber doch bestenfalls beliebig. Aber es war ja auch erst der Anfang der Show. Steigerungspotential war also auf jeden Fall vorhanden. Und was die Stimme angeht, so gab es deutlich besseres auf der Bühne

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Beispielsweise den Schwulenchor „Schola Cantorosa“. Schätzungsweise 25 Matrosen, die aus vollen Hälsen Lieder zum besten gaben, nicht allerdings Shanty-Songs, wie das Äussere vielleicht vermuten liess, sondern Schlager, witziges und urkomisches. „Ein rosarotes Risenraumschiff voll mit lauter Tunten war beispielsweise ein Song, großartig auch die Canons diversester Schlager, die man sich so vorstellen kann. An der Nordseeküste zusammen mit „In München steht ein Hofbräuhaus“, 7 Fässer Wein, Viva la mexico und und und. Großartig. Eine der beiden Acts, die richtig abgeräumt haben. so die einhellige Meinung.

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Auch der zweite Act, der richtig abgeräumt hat, hatte mit Schlagern zu tun. Kennt Ihr Wolfgang Trepper? Nein? Ich kannte ihn bisher auch nicht. Ein Comedian, wie man heute ja sagt, ein großartiger noch dazu. Merkt Euch den Namen. Wolfgang Trepper seziert Schlager auf seine Sinnhaftigkeit und erklärt sehr eindrucksvoll, was für ein Mist da zusammenmusiziert und getextet wird. Nehmen wir mal sein Beispiel des Michael Holm Klassikers „Auf der Strasse nach Mendocino“ Da nimmt also jemand ein Mädchen mit und fährt es – obwohl er nach San Fernando will – mal eben nach Mendocino. Das sind laut Google Maps 507 Meilen also 8 1/2 Stunden.

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Dabei ist der Typ so doof und fragt nichteinmal nach ihrem Namen… Drum fährt er in der Zukunft JEDEN Tag nach Mendocino…. 1000 Meilen jeden Tag… Und als sei das noch nicht genug hält er an jeder Tür auf dem Weg an und fragt nach seinem Girl aus Mendocino…. …Und jetzt kommts, in der Mitte beider Städte liegt San Francisco.. Jede Tür, Jeden Tag, 1000 Meilen… Oh Gott. Ich habe auf neben und unter dem Tisch gelegen. Der Mensch ist ein Genie und hat, wie Sascha Korb richtig feststellte, den Laden eben mal auf Links gedreht.

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Das musste auch der Sänger von Orange Blue ganz am Ende feststellen, der völlig zu Recht feststellte, dass das Publikum bei dem Comedian eben viel besser mitgegangen sei. Stimmt, denn Orange Blue bestechen zwar mit einer tollen Stimme, auch mit tollen Songs, die man allerdings schon so oft gehört hat, dass sie nur so mittel mitreissen. Sorry Orange Blue, aber Wolfgang Trepper sowie die Schola Cantorosa wurden von den meisten Personen als Highlites genannt.

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Daneben gab es noch artistische Einlagen, Coco Lores, die nur mit Gesang weit weniger spannend als mit Moderation ist. (Da fehlt eben ihre Schlagfertigkeit) sowie je eien Nummer von Sascha Korb und Kim Fischer, die im übrigen auch eine wirklich tolle Stimme hat. Den Texas Lightning Klassiker „No No Never“ hätte Jane Comerford kaum besser bringen können.

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Insgesamt war es eine Gala mit Stärken und Schwächen aber auf jeden Fall ein kurzweiliger Abend, auch wenn ich mich der Meinung von Ricardo M anschliessen kann, der lieber mehr Hamburger Acts gesehen hätte. Aber letztendlich eine wirklich nette Show mit den fliegenden Bauten zum CSD Hamburg in einem tollen Ambiente.

100_0239mit Ricardo M

Till Steffen über Creative Citys und Gays

CSD Hamburg Opening Gala I
oder …und plötzlich saß ich neben dem Justizsenator Till Steffen.

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Okay, die CSD Opening Gala 2009 und ich mittendrin. Nina und Ina begrüssten mich und wiesen mich in die Plätze. „Ganz hinten rechts, sind die Presseplätze, nicht wundern, das seien nicht die bequemsten und ich könne mich gerne während der Gala umsetzen, wenn irgendwo etwas leer sei.

Zuallererst nahm ich aber den Presseplatz ein, wo ich einem weiteren Pressevertreter ersteinmal erklären durfte, dass seine Aussage. „Dann musst Du Dich nachher mit der Echten Presse um die Plätze streiten“ mich relativ kalt liesse, denn auf dem kleinen Bändsel, dass ich bei mir trug stehe schon drauf, dass ich hier sitzen dürfe.. Warum nimmt mich gedresst immer nieman ernst? 😉

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Egal, unterhielt ich mich lieber mit Miss Russia über Travestie im allgemeinen und Trümmertunten im besonderen. Sie hatte da eine ziemlich rabiate Meinung, der ich mich nicht wirklich uneingeschränkt anschliessen konnte. Aber jedem seine Meinung.

Das Programm fing an. Um ordentlich Bilder schiessen zu können stellte ich mich neben die Bühne bis mir erklärt wurde, dass ich wohl etwas zu groß sei. Das alleine sei aber nicht das Problem, leider sei ich aber auch zu undurchsichtig. Ich erinnerte mich an das Thema Platzwahl und erkannte einen freien Platz am Tisch ganz vorne rechts, fragte, ob der frei sei und ich mich wohl dazusetzen konnte…. Ich durfte.

Erstaunt war ich dann, als der Mann neben mir zum Eröffnungsansprache auf die Bühne gerufen… Aha, ich saß also neben dem Hamburgischen Justizsenator Till Steffen, der in Ermangelung von Ole von Beust erschienen war. …Ich scheine zu lange aus Hamburg weg zu sein. Seine Vorgänger Roger Kusch und Ronald Schill hätte ich erkannt – und es hätten mich keine zehn Pferde auf einen freien Platz neben den beiden Gestalten gebracht. Dann doch lieber einen grünen Justizsenator.

Seine Rede fand ich allerdings in einigen Phasen komisch. Er sprach vom hamburgischen Leitbild als „Creative City“ und darüber was, die Gaycomunity dabei ist. Offensichtlich vor allem – oder gar nur? – ein Marketingpluspunkt für Hamburg… oder hat das jemand anders verstanden. Dazu kam dann noch der Hinweis, dass der Schwarz grüne Senat zur CSD-Parole „Flotter dreier Fürs Grundgesetz“ keine Meinung habe und er das als vollkommen richtig ansehe… Hmm irgendwie finde ich ja, dass es generell nie verkehrt ist, eine Meinung zu haben. Dann kann man wenigstens über diese diskutieren. Meinungslose Politiker… Irgendwie traurig, oder? Vermutlich sprach wohl der Politiker, der weiss, dass der Koalitionspartner das nicht mitmachen würde…Abschliessend verwies er darauf, dass Gleichbehandlung eben einen langen Atem braucht und wohl noch lage dauern würde…

Naja in Zeiten von Steinmeiers 4 Mio neuen Jobs darf man ja schon über Politiker froh sein, die nicht das blaue vom Himmel reden… Trotzdem: irgendwie eine Eröffnungsrede mit einem etwas schalen Beigeschmack, Herr Steffen.

Nichtsdestotrotz haben Sie sich kurze Zeit später auch der gala 10 Jahre Hamburger Ehe vollständig rehabilitiert