Gender X mal nicht im Heimkino

Ausnahmsweise muss ich mal wieder auf ein Wochenende hinweisen – auf das nächste um genau zu sein.

Mich erreichte heute nämlich eine Email von Julia Ostertag, die darauf hinwies, dass am nächsten Samstag im Rahmen des anti-homophietages am Samstag im Chaekpoint Scharni ihr Film Gender X gezeigt wird. Wer den noch nicht gesehen hat und sich für die berliner Dragszene interessiert, sollte dort dringed einmal vorbeischauen.

Was es genau mit dem Film auf sich hat findet der geneigte Leser unter meinem Review dazu. Ein Film, der mich absolut flashte und nicht zuletzt auch einer der Gründe sein dürfte, warum ich dann tatsächlich nach Berlin unmgesiedelt bin.

Ab 20:00 wird Gender X gezeigt und Julia Ostertag wird auch anwesend sein.

Achja, das ganze ist For Free.

Also, erst Film schauen, und dann die ganze Baggage auf :Nina Queers: Irrenhouse Party live ansehen.

Wer allerdings schon etwas früher Zeit hat, der kann davor ab 18:00 bereits den Film Glen Or Glenda sehen.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=PPDk6K2oTQw[/youtube]

film: Gender X

Gender X

Natürliches Geschlecht Tunte

Gender Xzur Zeit bin ich irgendwie immer einen Tag zu spät, auch mit diesem Artikel wieder.

Gestern Abend, als ich von der Arbeit nach Hause kam, lag ein kleines Paket in der Box, welches mir Sheila aus Berlin zugesandt hat. Es enthielt eine kleine DVD, die mit Gender X bezeichnet war.

Ru Paul

Gender X ist eine Dokumentation der berliner Transgender-Szene, die Julia Ostertag von 2003 bis 2005 gedreht hat und die zur Berlinale 2005 aufgeführt wurde. Mich hat dieser Film extrem beeindruckt. Er zeigt Leuten die gesamte Sparte von der Berliner Trashtunte, über die Glamouröse Dragqueen, zum Kunstwerk bis zu verschiedenen Arten von Transsexuellen Personen. Wenn man sich den Film anschaut und den Nachspann anschaut, dann ist dieser Film ein echtes Who is Who der berliner Dragszene.

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GenderX ist ein sehr ruhiger Film, mit vielen persönlichen Einblicken und vielen Stars und Sternchen der berliner Szene. Nina Queer, Gloria Viagra, Daphne Debaakel, Mataina ah wie süß, Stella Destroy, Polla Disaster, Janka Kroft, Sherry Hollow und und und. Geht noch mehr?

Was bewegt die Personen, was sind sie, wie fühlen sie sich und wie ist ihr eigenes Verständnis von sich selber.

Vollständig sicher bin ich mir aber, dass „Unwissende“ nachdem sie GenderX gesehen haben, noch viel verwirrter sein dürften, als sie es vorher überhaupt nur sein konnten. Kaum einer wird durch die verschiedenen Facetten der Transgenderszene durchblicken, fürchte ich. Fast alle Klischees, die man über Transgender haben kann werden in diesem Film an der einen Stelle belegt und an anderer gleich etwas früher oder später widerlegt. Trotzdem wäre es wohl der Film, den ich vorführen würde, wenn man mich nach einem Film fragt, nur um danach tausend Fragen zu beantworten. Es zeigt eben nur, wie extrem unterschiedlich all die Transgenderfacetten sind.

Man könnte sagen, dieser Film flashte mich total und er liess mich noch einmal über mich selber nachdenken. Was bin ich, was stelle ich dar und wo will ich mich hinbewegen. Ohne Zweifel habe ich aber feststellen können, dass ich genau das richtige mache.

wie sagte Gloria Viagra in GenderX?

Eigentlich ist es egal, was man ist, man sollte einfach sagen können
Ich bin ich.

und wie heißt es auf der Webseite von Julia Ostertag noch?

Eine Hommage speziell an die traditionsreiche Berliner Tunten- , Drag Queen- und MtF-Transgender-Szene, eine Huldigung an die persönliche Freiheit und den Mut zur sexuellen Selbstbestimmung.

Das ist dieser Film absolut.

Und wer schon immer mal wissen wollte, wie die ungeschminkte Wahrheit aussieht, wie also Nina Queer oder Gloria Viagra ohne Makeup oder Perücke aussehen, der wird nach diesem Film mehr wissen.

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Für knappe 20 € könnt Ihr bei Julia Ostertag sicherlich auch eine Kopie dieses Filmes bekommen. Ich sage mal, es lohnt sich absolut.

Da stellt nur leider wieder einmal die Frage, warum solche großartigen Werke keine Chance haben einen Verleiher oder wie bei Daggi Binder mit Ihrem Bildband Mein geliebtes Alter Ego, einen Verlag zu bekommen.

Sehr schade.