Superheldinnen würden bei Deichmann kaufen.

Nach der Parade war unsere Frage, was machen wir nun… Noch etwas am Jungfernstieg feiern oder doch eher nach Hause um uns langsam auf die Party am Abend vorzubereiten.

Wir entschieden uns für ein Zwischending und vor allem ersteinmal für eine Shoppingtour durch die Europapassage, denn Janka musste sich noch mit Kleidung eindecken, war sie doch bisher nicht von einer Abendveranstaltung ausgegangen. Sie bauchte eine Hose und Schuhe, wobei beides irgendwie so garnicht einfach war.

Was für Schuhe sollen es denn sein?
na schöne eben

Mit dieser doch ziemlich weiten Aussage über Schuhe klapperten wir so ziemlich alle Läden ab, die in der Europapassage Schuhe verkauften, doch schöne in 42 gab es nicht wirklich. Btw. Warum begrüssten uns eigentlich alle Verkäuferinnen mit der Aussage „Aber wir haben nur bis…“?

Hey Schatzis, Sheila hat 40, ich 41, Janka 42, ergo in den meisten Schuhläden finden wir schon etwas – wenn und etwas gefällt. Und mir gefällt eigentlich immer irgendwas – Janka allerdings weniger.

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Während ich mich gerade anderweitig beschäftigte fielen die drei Superheldinnen bei meinem Lieblingsladen „Inflagranti“ ein. Hier kam ich schon häufiger hin, stellte einen Schuh auf den Tresen sagte, ich brauche etwas passendes zu diesem Schuh. Die Verkäuferin hinter der Theke machte ich damit regelmäßig neidisch, denn auch sie hat einen ausgeprägten Schuhtick. Mittlerweile wussten sie zwar, dass ich für mich kaufe, kannten mich aber nur als Mann – und erkannten mich bei jedem Einkauf wieder.

Als ich an diesem Wochenende mit den Worten. „Hey Mädels, wenn Ihr wüsstet, was mich dieser Laden schon gekostet hat“ dazustiess, schaute die Verkäuferin eine kurze Weile verwirrt um mich dann als „Du bist der mit den Schuhen, oder?“ zu identifizieren. Bingo, 100 Punkte! Nun, da mein Geld ja weg war, kaufte ich nichts und nur Janka ging mit einer Corsage, jedoch noch immer ohne Schuhe nach Hause.

Irgendwie war der Einkaufsbummel tatsächlicher weitere Weg des CSD, denn auch hier wurden diverseste Kameras auf uns gerichtet, zumeist allerdings von englischsprechenden Touristen, die sich wohl wunderten, wass Superheldinnen beim Einkaufen machen…

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Gefunden hat Janka dann übrigens noch ein Paar Schuhe bei Deichmann

Warum heisse eigentlich ICH Delay

Nun, dass ich eine ganze weile benötigte, einen Nachnamen zu finden, erwähnte ich je bereits mehrmals. Der Name ist dann passend auf „Zoe Delay“ gefallen, da ich den Ruf habe, nicht immer die allerpünktlichste zu sein. Im Großen und Ganzen stimmt das ja auch. Doch an diesem Wochenende war nicht ich unpünktlich.

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..Das der Hamburger CSD mir aus persönlichen Gründen wichtig ist, erwähnte ich ja bereits. Ich mag ihn, denn er ist Heimat, hier kenne ich einen ganze Menge Leute, ausserdem mag ich es, vor dem start des CSD umherzustreifen, das geschäftliche Treiben, sehen, wo Leute sind, die ich kenne, mich mit ihnen unterhalten, schon mal schauen, welche Wagen gut sind, den Symbolischen Startschuss, das Startbild. Das alles sind symbolische Dinge, die mir wichtig sind.

Dazu hatten sich meine besten Freunde angesagt, die mich noch nie gedresst gesehen haben, die mir wichtig sind und die ich, da ich jetzt in Berlin lebe, nun auch nicht mehr mindestens jedes Wochenende sehe – und denen hab ich die Lange Reihe (Den Start) als besten Punkt beschrieben. Letztendlich ist es an keiner Stelle des CSD so voll wie am Beginn. Hier sind die Massen, hier sind die Pressefotografen und hier wollte auch ich sein.

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Um dieses zu gewährleisten wurde ich nimmer müde zu erwähnen, dass ich gerne den Start mitmachen würde, das wir es wirklich versuchen sollten da zu sein und dass es mich wirklich glücklich machen würde…

Ich selber hatte an diesem Morgen noch einiges zu tun… 8 Uhr aufstehen, soweit wie möglich fertigmachen, Punkt 10 Uhr morges mein ausgebessertes Kleid (dass ich Freunden mitgegeben hatte) beim Schneider abholen, ändern lassen etc etc. während ich zum Schneider fuhr (im Auto eines Freundes, dass ich mir extra zu diesem Zweck zwei Stunden geliehen hatte) fuhren die anderen drei zu Janka (genaugenommen zu ihrer Schwester und ihr) um sich in Superheldinnen zu verwandeln. (Superheldinnen – tolle Idee, aber leider bin ich handwerklich ziemlich unbedarft, und auch nicht wirklich im Superheldenmetier bewandert. Also beliess ich es bei meinem Kleid, dass ich dazu auch noch gut fand)

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10:45 (für mich viel zu spät kam ich endlich aus diesem Laden heraus, ich steckte in meinem Kleid und meldete mich telefonisch zurück …“11 Uhr ich bin da“… Dabei erhoffte ich mir eigentlich eine Antwort ähnlich, „Kein Problem, wir sind so gut wie fertig“. Die Antwort „wir nicht, halb 12“ war allerdings okay, denn eine halbe Stunde vor Start loszuzuckeln reicht dicke aus.

Leider wurde aus „halb 12“ beim nächsten Anruf um halb 12 „in 20 Minuten“
Scheisse das wird knapp…

10 vor 12 verstrich
und ich saß, damit ich nicht erst herunterkommen müsste, bereits lange fertig im Garten und erwartete jederzeit quietschende Reifen. Es qietschte nichts, es klingelten aber auch nichts im handy um ein späteres kommen zu signalisieren.
Es wurde 12.
In der langen Reihe setzte sich der Zug in Bewegung, Das Startfoto wurde gemacht, Freunde von mir standen an der Strasse und erwarteten ebenfalls mich endlich mal live zu sehen. ich lüge nicht, wenn ich sage, dass ich das widerum genossen hätte… Stattdessen saß ich in meinem Garten in der Sonne und ärgerte mich, dass mein Auto in Berlin stand, ich also abhängig war. Öffentliche Verkehrsmittel machten auch keinen Sinn mehr, denn ich erwartete ja jederzeit die oben erwähnten quietschenden Reifen

Irgendwann gegen halb eins, ich mittlerweile ziemlich desillusioniert) kamen die Mädels dann tatsächlich.

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Doch statt jetzt tatsächlich endlich zum CSD zu fahren (wie ich wirklich insgeheim hoffte) fuhren wir ersteinmal zu einem Laden für unechte Schusswaffen, der nun nicht wirklich auf unserer Wegstrecke lag, um Barb Wire noch mit einer Pistole auszurüsten.

Perfektion will eben Zeit und eine dicke Knarre im Halfter haben.
Dass uns dann auch noch die Polizei anhielt, weil wir eine doppelt durchgezogene Linie überfuhren passte dazu (Hey seit wann werden eigentlich Superhelden angehalten).

Sämtliche Irrungen und Wirrungen führten dazu, dass wir fast anderhalb Stunden nach Start endlich die Parade erreichten.

Natürlich braucht Perfektion Zeit. Aber Perfektion braucht eben mehr Zeit, wenn sich vier Personen vor einen Spiegel quetschen während 4 Minuten oder zwei Kilometer zwei weitere freie Spiegel stehen. Dazu kam leider dass sich der Zeitpunkt der Abfahrt immer weiter verzögerte und mich bei jedem Anruf ein wenig saurer machte, bis mir am Ende alles ziemlich egal und ich ziemlich pissig war. Kein guter Anfang für einen spassigen CSD.

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Bilder by Svensson
Ich hatte wirklich gehofft, dass ankäme, dass ich wirklich den Wunsch hatte, dem Start mit alldem verbundenen mitzumachen.

Nun, nichtsdestotrotz kamen wir noch an und es wurde doch noch witzig und zumindest zwei meiner Freunde hab ich im Ziel auf dem Jungfernstieg noch gesehen.

Mein learning daraus ist, dass ich beim nächsten Mal in Hamburg ein eigenes Auto zur Verfügung und eben nicht von anderen, sondern nur von mir alleine abhängig bin. Während der Parade kann man sich immer noch treffen.

CSD 2006 Hamburg

Seit 12:00 wird zurückfotografiert; ab jetzt wird Foto mit Foto vergolten.

Au bagge, diese markigen Worte könnten noch Ärger geben. Aber es wird mir wohl niemand Nationalsotialismus vorwerfen wollen. Egal!

Ich fand mich also statt als Zuschauer neben der Straße zu stehen relativ schnell mit Leyla auf der Straße wieder – und es war wirklich witzig. Nun war ich ja nicht sonderlich speziell gekleidet, also war ich nicht gerade erstes Ziel der Kameras. Und doch wurde ich unzählige Male fotografiert – und doch wurde von mir nur ein Bruchteil der Fotos geschossen als von Leyla.

Eine Rampensau !!! Es war nicht einfach mit ihr voranzukommen. Posierend von einer Kameralinse zur nächsten, von einem Posing zum nächsten. Wir hielten uns immer weit genug hinter einem Truck und weit genug vor dem nächsten, so waren wir immer unser eigenes Spektakel.

Layla auf de CSD

Während sich Leyla allerdings von Fotografen fotografieren ließ, machte ich mir den Spaß und fotografierte Fotografen, die mich fotografierten. Gut ich sehe ein, dieses war vollkommen sinnlos, aber es hat viel Spaß gemacht.

CSD Hamburg Fotografen fotografieren

Schon knapp hinter der langen Reihe mußten wir allerdings den ersten Raststopp machen, da Leyla bemerkte, daß Ihre Schuhe wohl doch etwas zu hoch waren. War der Umzug damit für uns beendet? Mitnichten! Das Mädel biss auf die Zähne und stöckelte weiter. Mal langsamer und mal schneller. Immer dann wenn Olivia sich mit ihrer Insel wieder näherziehen und schieben ließ mussten wir einen Zahn zulegen, da sich alle Welt (und viel schlimmer alle Kameras) nur um sie kümmerten. (Und Desinteresse kann Leyla noch weniger ab als ich selber)

Olivia Jones

Als wir dann endlich zum großen Stop in der Mönkebergstraße, hamburgs größter Einkaufsmeile kamen taten meine Füße bereits so unglaublich weg, daß ich fast ernsthaft darüber nachdachte, beim nächstbesten Deichmann ein paar Flip-Flops zu kaufen. Da ich aber

a) generell nicht mehr bei Deichmann kaufe
b) schon gar keine flachen Schuhe bei Deichmann kaufe und vor allem
c) ich niemalsnicht mit solch einer Schmach leben wollte

ließ ich das jedoch schön bleiben und machte lieber gute Mine zum bösen Spiel und leidete weiter beim Weiterstöckeln in weiteren Umwegen zum Jungfernstieg. Während ich jedoch vollständig durchhielt lief Leyla die letzten paar hundert Meter ohne Schuhe (bis auf ein kurzes Foto zu dem sie sich wieder in die Schuhe quälte)

Tatsächlich erreichten wir irgendwann den Jungfernstieg und somit auch die Alster. Glücklich nutzen wir das Alsterwasser um unsere geschundenen Füße zu kühlen. Ich bin mir nicht sicher, aber es müssen Kubikliter schlagartig verdunstet sein.

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Zum nächsten Jahr schlage ich folgende Route vor.Lange Reihe in richtung Hauptbahnhof, direkt in die Mönkebergstraße und von dort direkt zum Jungferntieg. Keine Umwege und stattdessen lieber viele lange Pausen :-)Das nächste Jahr werde ich übrigens deutlich extravaganter gekleidet und von vornherein mitlaufend geplant zum CSD gehen – und dann werde ich auf unzähigen Fotos zu sehen sein. Jawohll! Ich will in die Zeitung. Doppeljawohll!Btw. sehr ansehnlich fand ich diese drei Mädels. Was mögen das für Kleider sein? Indische?

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Jungfernstieg Hamburg – GMF Berlin

Von Zeit zu Zeit nimmt man auch mal eine Auszeit und transt mal ein Wochenende nicht rum. Es steht ja auch einiges an, die nächsten Wochen. Stattdessen fuhr ich mit Freunden und Bekannten zur Einweihung des Jungfernstiegs, der vollständig neugestaltet wurde und mit einem Fest neu in der Stadt begrüßt wurde.

Auf einer Bühne sollten The Boss Hoss spielen und wir wollten zusehen. In einer größeren Gruppe fuhren wir mit Bus und Bahn (ich hasse öffentliche Verkehrsmittel) in die Stadt um später übel im Regen zu stehen. Ich unterhielt mich währenddessen mit einer alten Freundin, die mir erzählte, sie würde am Wochenende (Sonntag) nach Berlin fahren…

Da Annabelle und ich mal wieder bei Pricilla eingeladen sind, werde ich das Wochenende (aber nur bis Sonntag) ebenfalls in Berlin verweilen… Dieses sagte ich ihr und ich überlegte sogar etwas länger in Berlin zu bleiben, da ich je eh die Woche Urlaub habe und schon immer mal zum GMF Club wollte…

Wie erzählte sie weiterhin? Sie besucht einen Freund, der schwul sei und der würde sie am Sonntag mit in eine Schwulendisco nehmen. Er hätte als er sie besuchte auch mit in einen Hetenclub gemußt…

Moment….
Berlin…. Sonntag…. Schwulendisco???? Das kann nur eines bedeuten: GMF!!!! Schluck!!!

Okay, okay, das wäre etwas geworden. Eine Hamburger Freundin an einem Sonntag in einem Club, wo weder sie mich vermutet, noch ich sie vermutet hätte und das in einem Outfit, in dem sie mich sicher auch nicht vermutet hätte. Das Leben spielt schon komisch ab und an.

Statt es drauf ankommen zu lassen, hab ich mir das Mädel mal eben zur Seite genommen und kurz mal aufgeklärt, daß

a) es vermutlich der GMF im Cafe Moskau sei
b) ich als Transe oder Drag durch Hamburg und Berlins Clubs ziehe
c) ich auch überlegte, den Abend dort zu sein und zwar
d) nicht als Mann

Da ich zufällig für das Konzert eine Kamera dabei hatte und das letzte Mal die Bilder nicht gelöscht hatte, konnte ich dieses auch visuell untermauern.
Das Mädel ist cool und kann das ab – dachte ich mir. In der Tat, sie fand es wohl auch cool und nun hab ich kaum eine Ausrede dort nicht zu erscheinen. 😉

Mal sehen, ob Pricilla mir einen Tag länger Unterschlupf gewährt.

Übrigens war das Boss Hoss Konzert ziemlich klasse und ich habe wieder einmal gezeigt, daß Kameras nicht mein Leben sind. So wie hier unten kann sonst wohl nur ein Künstler fehlfotografieren. Mier gefällt es irgendwie. Boss Hoss, St.Pauli und witzige Farben 🙂