Essen in Hong Kong – Meeresfrüchte

Ohmann, ich werde mit einigen Kilos weniger aus Hong Kong zurückkehren. Auch das erinnert mich irgendwie an den letzten Urlaub auf Kuba.

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Es gibt allerdings einen großen und gewichtigen Unterschied. Dort gab es nichts ordentliches zu essen oder dieses nur schwer zu finden, in Hong Kong gibt es Restaurants und Garküchen und und und an jeder Ecke – nur mancheinmal vergeht mir der Appetit schneller als er gekommen ist, wenn ich nur hereinrieche oder ins Schaufendster schaue und mich dort ein paar sehr lebendige und sehr sehr böse Kröten anschauen, andernzeiten verzweifle ich einfach.

So eben beispielsweise. Ich versuchte ein Seafood Restaurant zu besuchen, bekam dann auch tatsächlich eine englische Speisekarte, soweit so gut. Nun bringt einem das aber wenig, wenn man die englischen Begriffe nicht versteht. Nun, ich testete lieber mehr Kleinigkeiten. Irgendwas als Starter, irgendwas in Rice Rolls und noch irgendwas.

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Gut die Starter waren Babykalamaris, das war dann klar als ich sie sah. Naja vielleicht doch eher ausgewachsene… und nun das Problem, rundes, glibschiges Zeug mit runden Stäbchen essen. Wie soll denn das gehen? Ich meine ich nehme ja auch keine zwei Bälle in die Hand, um einen dritten aufzuheben. Kein Wunder, dass die Asiaten alle so klein sind, die kriegen nix zu essen….

Naja, eher ich nicht, die Asiaten am Nebentisch waren prächtig amüsiert, ob meiner Essenskünste. Ich gab dann irgendwann auf und wandte mich der zweiten sache zu, das ging nur unwesentlich besser.

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Derweil schlief hinten in der Ecke eine Rentnerin am Tisch ein und ich glaube alle dachten, sie sei tod, zumindest gab es ordentlich Aufruhr. Da achtete aber ersteinmal niemand mehr auf mich, der es mir eh gerade größtenteils anders überlegt hatte und zahlte und den Rest Essen Essen sein liess. Man muss auch mal nein sagen können.

Stattdessen gönnte ich mir ein großes Mango-eis gegenüber das war Mango und Eis UND es gab einen Löffel dafür.

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Achja Löffel, ich fand dann auf dem Nach Hauseweg noch einen Haushaltswarenladen und kaufte Überlebenswerkzeug. Messer, Gabel udn Löffel und eine Tüte Chips mit – man glaubt es kaum – Wasabi saltet salmon – Flavour

Grill Royal Berlin

Die Meeresfrüchte Vorspeisenplatte im Grill Royal

in CC by Spushnik

Vor langer Zeit habe ich mich eimal zu einer Wette hinreissen lassen, in der ich wettete, dass Sheila binnen eines Jahres auf irgendeiner Bühne stehen würde und auch wenn sie gerade mit Hochdruck daran arbeitet, tat sie es im Rahmen dieser Wette eben nicht. …btw. ich glaube ich habe auch noch nie eine Wette gegen Sheila gewonnen. …Egal, Einsatz für diese Wette war ein wirklich gutes Essen in einem wirklich guten Restaurant.

Ich muss ja gestehen, dass ich nicht wirklich das Wissen habe um gutes Essen von teurem zu unterscheiden, aber ich hörte schön häufiger vom Grill Royal und es soll wohl eines der besten Restaurants sein….

Nun gut, ich will mich ja nicht lumpen lassen und ausserdem sind Wettschulden ja Ehrenschulden, also bestellte ich einen Tisch für gestern Samstag. 22 Uhr auf den Namen Delay. Zwei Herren in einem teuren Restaurant wären doch nur halb so spannend wie zwei Drags – also eigentlich nichteinmal halb..

…Um 22:08 klingelte Sheila auf meinem Handy mit der Information, ich müsse da dringend anrufen und sagen, dass wir uns verspäten… von Hörensagen hörte sie nämlich, dass das Grill Royal da ziemlich rigoros Tische weitervergeben würde.. …okay, machte ich dem Namen Delay also alle Ehre und avisierte unser Kommen um etwa eine halbe Stunde verspätet. Was für uns eigentlich noch eine relativ kurze Verspätung ist.

Im Grill Royal angekommen mussten wir uns noch ein wenig an die Bar stellen und schon ein erstes Getränk zu uns nehmen, bevor wir an den Tisch geführt wurden. Vielleicht sogar an einen etwas besseren Tisch, denn der Barkeeper fragte uns noch nach dem Namen, damit er dort vielleicht etwas machen könne… Zu einem späteren Zeitpunkt des Abends erfuhren wir noch, dass je mittiger der Platz, desto besser er im Grill Royal sei… und wir saßen ziemlich mittig. 🙂

Ich könnte jetzt etwas über reiche Geldsäcke mit jungen Tussis schreiben, über den Berghain Schal über der Küche oder die Frage stellen, ob das Riva Holzboot nicht eigentlich ins Wasser gehört, doch das ist alles unwichtig, denn es sollte um das Ambiente und das Essen gehen, und das gehörte wie das Riva Boot nur eigentlich ins Wasser.

Wir bestellten nämlich die große Vorspeisen- Meeresfürchteplatte, die es nur für zwei Personen gab und die zu probieren mich Sheila drängte. Zwei Austern, eine Riesengarnele, iregdnwas vom Krebs, Hummerscheren, Calamaris in verschiedenen Variationen, Thunfisch und verschiedene Algen. Alles in allem allerhand für eine Vorspeisenplatte, die sich doch in der Menge eher im Bereich eines ausgewachsenen Hauptgerichts bewegte. Wobei der Preis auch ein ausgewachsenes Hauptgericht erforderte. Egal, ich wusste zwar nicht immer, was ich da esse, aber es schmeckte alles. Am besten schmeckte mir etwas, was wie kleine gegrillte Tintenfische aussah lecker. Auch die Hummerscheren waren lecker, wenngleich ich Sheilas Aussage von Orgasmus für den Gaumen nicht ganz nachvollziehen konnte. Lecker: Ja. Orgasmus: Nein. Übrigens kann ich diesen Austern-Hype nicht nachvollziehen. Statt der zwei Austern hätte ich lieber noch eine zweite Riesengarnele genommen. Die mochte ich lieber… Aber ich muss gestehen, da hatte ich meine Schwierigkeiten mit. Ich habe irgendwie nicht ganz begriffen, dass es eigentlich das gleiche wie eine Nordseekrabbe ist – nur eben in groß und das Krabbenpulen das gleiche ist, wie Riesengarnelenpulen… Nur eben in klein.

Da muss ich aber dem Aufmerksamen Personal im Grill Royal ein großes Kompliment machen, mir wurde sofort angeboten, mir zu erklären, wie ich das richtig machen würde… Da war es allerdings schon zu spät. Bei einer zweiten Risengarnele wäre das ganze einfacher gewesen. Sheila hatte solch Probleme nicht, ist sie doch häufiger mal solch Meeresfrüchte, wenngleich bisher zumeist im KDW und bisher noch nie im Grill Royal. Ich schätze, das ändert sich aber noch, denn eigentlich müssen wir nocheinmal dorthin, denn ich habe noch eine Garderobenmarke, die ich in meiner Tasche nicht wiederfand. Ich bekam trotzdem meine Jacke ausgehändigt. Das Personal behandelte und in allen Bereichen vorzüglich und zuvorkommend. Keine Frage.

Und wenn ich vorhin von Geldsäcken und jungen Hühnern schrieb, so ist das natürlich nur ein Teil der Wahrheit. Am Tisch quer gegenüber speiste unter anderem Gabi Decker, die uns offensichtlich noch kannte und später kam noch der uns bislang unbekannte Till Harter an unseren Tisch, der uns in seine Bar einlud und sich freuen würde, wenn wir noch vorbeikommen würden. Seine Bar, die Bar Tausend sei nur einige Gehminuten entfernt. Bar Tausend… Da war doch was? Selbstverständlich liessen wir uns nicht bitten uns noch beim Gehen vom Personal den Weg erklären und verliessen das Grill Royal in Richtung der Bar Tausend.

Abschliessend muss ich sagen Essen: Wunderbar, Personal und Bedienung: Wunderbar. Gäste Reich und schön oder reich oder schön sowie einige sehr nette Personen. Nun, das Grill Royal soll eines der In-Restaurants in Berlin Mitte sein und ich verstehe warum.