Reifenwechseln in Havanna, 2,50 CUC

26.10.2009 – Kuba – Havanna
Reifenwechsel – oder die am liebsten verteilten 2,50 CUC

Ich glaube ja nicht so recht an Zufälle und wenn einem jemand zu viel gutes will, werde ich immer gleich ablehnend… So war ich eben in der Bar Montserate in Havannas Altstadt relativ nah neben dem El Floridita aber deutlich besser. Mit echten Kubanern, leider auch mit einem sehr aufdringlichen, den ich nicht so recht loswerden konnte. Nein Zigarren will ich nicht, nein, Chicas möchte ich auch nicht, nur einen Mojito.

Dann stürmte der Typ herein, bei dem ich vor dem Floridita den Peso fürs Parken gezahlt habe. Leider war mir absolut nicht klar, was er wollte, also stellte ich meinen Mojito ab und ging mit zum El Floridita um zu schauen, was er von mir wollte…

Das sah auch ein Polizist, der nun wissen wollte, was er mit mir vorhabe. Einige Erklärungen und er ließ uns weitergehen. Überhaupt muss ich sagen, dass ein Polizist in Havanna wirklich Dein Freund und Helfer ist. Sie helfen bei Fragen und sie passen sehr genau auf, was vor sich geht… Ich selber wurde von keinem Polizisten kontrolliert, aber man merkt, dass die Kubaner großen Respekt vor Polizisten haben. So kann man sich auch vor kleinen Gaunereien ziemlich sicher sein, wenn ein Polizist in der Nähe ist…

Zurück zum Auto… Es zeigte sich, dass ein Reifen ziemlich flau war… Loch im Reifen oder doch nur Luft aus dem Reifen gelassen. Ich gestehe, gleich das schlechteste zu denken…. Viele kleine Gaunereien und ein kleiner Diebstahl in Havanna haben mich dazu gebracht, gleich das schlechteste zu denken. Reifenwechsel und dabei ausgeraubt zu werden? Ist doch ein Zufall, in der Stadt so schnell Luft zu verlieren, oder?

Nun genau genommen ist bei den Straßen in Havanna und Kuba ein Schaden nichts ungewöhnliches, eher wundert es mich, dass es nicht früher passiert ist… Doch glaube ich trotzdem nicht an Zufälle und anstatt dort meinen Reifen zu wechseln, fuhr ich lieber zur nächsten Tankstelle. Der Reifen war nicht ganz leer, insofern ging das gerade noch… Nur hatte die Tankstelle kein Gerät zum Aufpumpen eines Reifens.

Die nächste auch nicht und ebenso die letzte nicht… Dann war ich an meinem Hotel angekommen… in einer Straße nebenbei, in der man beruhigt einen Reifen wechseln kann. Davor – wie eigentlich immer ein älterer Mann, neben seinem wirklich alten Straßenkreuzer, von denen es auf Kuba ja so viele gibt. Der Lonely Planet Reiseführer sagt, dass auf Kuba die besten Mechaniker leben würden, wie sonst könne es sein, dass diese Flotte an Strassenkreuzern immer noch fährt… Seiner ebenso.

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sein Auto

Und wenn ich jemanden gebraucht hätte, der mir beim Reifenwechseln hilft, so wäre er mein Mann gewesen… Ich BRAUCHTE tatsächlich jemanden, und er half mir großartig. Genau genommen durfte ich selber kaum noch etwas tun. Wagenheber hoch, Schrauben raus, Reifen ab, Reifen ran, Schrauben ran, Wagenheber runter. Fertig.

Ich hatte noch 2,50 CUC in klein und war wirklich froh, ihm diese zu geben und er war mindestens ebenso froh sie zu bekommen. Gegenüber den ganzen Kleinganoven, den Partkaufsehern und und und und war dieses eine Ausgabe, die ich mit Freuden gab. Wohl die 2,50 CUC, die ich am liebsten während meines gesamten Kuba Urlaubes ausgab.

Auto mieten, fahren, auftanken und vor allem parken in Miami

In meiner – sicher nicht vollendeten – Überlegung hatte ich vor ein Auto in Miami zu mieten, um die größtmögliche Freiheit im Land der unbegrenzten Möglichkeiten zu haben. Ich wollte dafür am Flughafen Miami an einen der sicher unzähligen Schalter der Autovermietung-Schalter gehen, mir das beste seriöse Angebot heraussuchen und dann zuschlagen.

Pustekuchen

Autovermietungen gibt es zwar, aber keine Schalter am Flughafen. Nur Shuttlebusse der verschiedenen Gesellschaften, die einen ohne preise zu nennen irgendwo hinfahren, wo man dann vermutlich ein Auto mieten muss oder dort in der Wallachhei verloren ist. Ich entschied mich dagegen und liess mich von einem Shuttle zu meinem Hotel fahren, wo ich mir nun gestern ein Auto bei der Autovermietung BeachTyrex mietete. Die haben einen Pirten als Logo… Na hoffentlich ist das kein schlechtes Omen.

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Nun habe ich einen Hjundai, mit dem ich Miami unsicher machen kann, das GPS wurde mittlerweile auch gegen ein funktionierendes ausgetauscht und meine ersten Kilometer habe ich hinter mir – die allerdings noch ohne funktionierendes GPS weshalb ich froh bin, zurückgefunden zu haben. …

Ich habe auch meine erste Tankerfahrung gemacht. Tanken und zahlen ist hier nicht. Man muss vorher überlegen, was man so tanken möchte, dann zahlen und kann dann die gewünschten Liter tanken. Doof, wenn man allerdings nicht weiss, was so eine Gallone in Litern ist. Ich einigte mich dann mit dem Tankwart, dass ich 20 $ zahlen und dann mal schaue. Klappte dann auch – zumindest als er mir erklärte, was ich noch zu tun habe, damit das Benzin auch fließt…

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Nun hatte ich also ein Auto und auch Benzin, nicht allerdings einen Parkplatz für den Wagen… Einfach mal so in Miami Beach parken ist praktisch unmöglich, also brauche ich einen öffentlichen Parkplatz, der 20 $ kostet… DEN TAG. Fünf Tage parken = 100$ Wow. 80 musste ich dann zahlen, für einen Parkplatz… Vermutlich sollte man hier ein Hotel kaufen, es runterreissen und einen Parkplatz aufmachen 😉 Obwohl schade wär es um die klasse ArtDeco Häuser.

Miami ist ganz schön teuer. Aber sonnig, warm und klasse.

Übrigens sitze ich gerade bei einem Frühstück mit Ei, Toast und Bacon im Cardozo auf dem Ocean Drive. Wetter.com sagt irgendwas von 32° und das kommt laut meinem Gefühl hin.

Nachher mache ich eine Miami Tour mit, die mich durch den Art Deco Districk, durch Little Havanna und noch einige andere Bereiche führt.

Mietwagen

Bremen – Batterieanzeige – Bullshit

Marie-Joanas Aussage am nächsten Tag war eindeutig richtig.

Könnt Ihr nicht einmal einfach nur so anreisen?

… Scheiße, sie hat einfach recht. Aber der Reihe nach. Es war klar, dass auch in diesem Jahr wieder die Jahresabschlußfeier im Cafe Scandal angesagt war – und wir (Annabelle und ich) uns die natürlich nicht entgehen lassen konnten. Irgenwann vor einem Monat oder so erfuhr ich also, dass ich dort hinfahre und erfuhr gleichzeitig auch wo ich denn schlafen würde. Widerspruch war hierbei ziemlich zwecklos und wäre nicht gerne gesehen worden.

Okay okay. Es sollte also bbereits einen Tag vorher losgehen um bei Petra und Bine zu nächtigen und ein paar Fotos zu schießen. Alles kein Problem. Da Annabelle aber meinte, ihren Wagen gegen einen Pfeiler setzen zu müssen, sollte ich fahren.

No Problem, ich habe ja noch zwei Tage TÜV bis mich ebender von meinem Zoe-Mobil trennen sollte und seit dem Erlebnis in Berlin hat es sich ordentlich verhalten. Gibt es also noch eine Abschlussfahrt nach Recklinghausen.

Bine hatte ich noch gesagt, dass alles kein Problem sei, ich hätte Annabelle im Auto und die hätte ein Navi, es gäbe also kein Problem und wie damals verfahren würden wir uns auch nicht.

Ich hatte morgens bereits Lust, mich zu dressen, also fertiggemacht, Annabelle als Kerl eingeladen und die Typen auf der Tankstelle verwirrt. (Laut Annabelle klebten die an der Scheibe… ich merkte nur, dass beim Zahlen doch diverse Personen dort rumstrolchten…) Egal. Reifendruck getestet und ab auf die Autobahn, damit wir knapp vor 18:00 noch den Recklinghausener Deichmann aufsuchen konnten…

Ganz so einfach war es dann aber leider doch nicht, denn ein Paar Meter vor Bremen leuchtete auf einmal eine Lampe auf, die ich bisdato nicht kannte.

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Annabelle klärte mich auf, dass dieses die Batterieleuchte sei und ab jetzt die Batterie nicht mehr geladen würde. Zum fahren sei das egal, aber Radio, Lüftung, Scheibenwischer und vor allem Licht würden nur noch so lange brennen, wie die Batterie etwa Strom hätte. Vielleicht also 40 Minuten. Da mein Radio eh schon vor zwei Wochen den Geist aufgegeben hat, wäre das egal, aber ohne Licht wäre blöde, zumal es langsam begann zu dämmern. Nach Rücksprache mit Autosachverständiger Petra gäbe es nun drei Möglichkeiten:

1) Weiterfahren wie bisher, bis das Licht ausginge und vom ADAC zur nächsten Reparaturwerkstatt geschleppt werden.
2) Zurückfahren wie bisher, bis das Licht ausginge und vom ADAC zur nächsten Reparaturwerkstatt geschleppt werden.
3) Ohne Licht, Lüftung, Scheibenwischer zurückzufahren, mit dem letzten Sonnenstrahl das Licht anmachen, beten und hoffen noch anzukommen, ohne von der polizei wegen Lichtmangels angehalten zu werden.

Ich entschied mich für Nummer drei, da ich kein Bock hatte, einem Todgeweihten Auto noch eine Reparatur zu verpassen und / oder als Transe irgendwo zwischen Hamburg und Recklinghausen verweilen zu müssen.

Also fuhren wir ohne Licht mit so wenig Scheibenwischereinsatz wie irgendmöglich und mit offenen Fenstern da Gebläsefrei durch die einsetzende Dämmerung, immer begleitet von gehupe und Anblinkerei, weil man ja so langsam mal hätte Licht einschalten können…. So die Meinung der anderen Autofahrer. Knapp 25 Kilometer vor Hamburg war es dann tatsächlich nötig. „Licht an“ und weiter gasgeben, jede Minute ist wichtig. Fanden wir, der Stau, in den wir dann kamen sah das anders….

Egal, wir kamen tatsächlich bei mir an – und was machen wir Idioten?

Die nächstbeste Autovermietung anrufen und uns einen Mietwagen bestellen um damit etwa eine Stunde später wieder auf der Bahn zu sein und den Weg nach Recklinghausen in Angriff zu nehmen.

Transen macht blöd

Knapp 22:00, knapp acht Stunden nach Aufbruch kamen wir also in Recklinghausen an.

Das war nun wohl endlich das letzte Kapitel meines Zoe-Mobils, dass mich knapp 155.000 Kilometer und etwa 10 Jahre begleitet hat. schnief

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