Ein Abend für die Travestie

Nochmal etwas an Dich liebster NDR.

Es ist gerade zwei Tage her, dass ich auf dich schimpfte, weil Du mir die Identifikation mit dem European Song Contest genommen hast. Ein wenig nahmst Du mir da auch die Identifikation mit Dir selber, lieber NDR.

Ich habe allerdings noch einmal nachdenken müssen und natürlich festgestellt, dass es ein paar Fernsehsendungen in Deinem Programm gibt, wegen denen ich Dir eh nicht lange böse sein. Gestern Abend nach einer großartigen Zimmer Frei Sendung mit Götz Alsmann und Sabine Westermann war ich schon fast wieder im Reinen. Dann kam folgte gestern nacht ein Trailer, der auf ein kommendes Programm hinwies.

Samstag von 21:45 bis 23:00 veranstaltest Du einen Abend für die Travestie. Das ist löblich und ich kann mir nur vorstellen, dass dieses als Entschuldigung gemeint ist. Eine gute Entschuldigung wie ich mal hoffe.

Lilo Wanders, Kay Ray, Heinz Rühmann in Drag, Uschi Bluhm sehe ich im Trailer uns es mögen vergnügliche eineinviertel Stunden werden, die mich wieder voll ins Reine mit Dir bringen. Ansonsten wirst du aber auch so immer den PLatz drei meiner Fernbedienung behaupten, denn Extra-3 und Zimmer Frei sind Grund genug.

Also nochmal:
Samstag, 21:45 Uhr, NDR, Ein Abend für die Travestie

Mit Alex Christensen zum Grand Prix

Man Man Man NDR

Liebster NDR, ich muss gestehen, ich tue mich schwer, Dich zu kritisieren, erachte ich Dich doch auch im fernen Berlin immer noch als Heimatsender. Nun allerdings muss ich sagen. Ihr macht großen Bullshit.

Seit vielen, vielen Jahren seid ihr dafür zuständig, dass das wohl größte queere Event jenseits aller CSDs in unser aller Wohnstuben und auf so ziemlich jede queere Party in ganz Deutschland übertragen wird. Man wird es sich schob gedacht haben, ich spreche vom Eurovision Song Contest, älteren Personen auch noch als Grand Prix D’Eurovision de la Chanson oder so ähnlich bekannt. Je genau, dieser Sangeswettstreit, den seit der Friedensaktivistin mit der weissen Gitarre immer nur die anderen gewonnen haben.

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Aber ganz ehrlich, ist das wirklich schlimm, gab uns gerade das nicht die Möglichkeit, hemmungslos zu weinen und uns über die Ungerechtigkeit der ganzen Welt zu beschweren. Oder zumindest die der Osteuropäer bzw. Skandinavier? Letztendlich hat unser Sänger, unsere Sängerin, unsere Band immer verloren, aber es waren zumindest immer UNSERE Verlierer. Denn wenngleich uns die Wahl im Finale jedes Jahr aufs neue nicht das erhoffte Ergebnis bescherte, so konnten wir uns zumindest auf die Schultern klopfen und uns zu unserer Wahl gratulieren, denn immerhin durften wir im Vorentscheid zum Grand Prix entscheiden, wen wir in die große weite Welt schicken.

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Meistens war das auch etwas, womit ich mich für mindestens einen Abend identifizieren. Okay, die Heulsuse mit dem blindenbonus fand ich nicht so prall, die möchtegernsuperstargrazia auch nicht und die No Angels im letzten Jahr finde ich zwar gut, aber die Show war grottig, daher der Platz verdient.

Aber sonst: Gulido Horn hat den Grand Prix vom Mief unserer Väter und unserer Väter Väter und unserer Väter Väter Väter entstaubt. Und da lag eine ganze Menge Staüb drauf, den der Wirbelwind klasse entstaubte. Ab dem Augenblick machte der Grand Prix spaß.

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Stefan Raabs Glitzereinlage war göttlich, Max Mutzke bot zwar keine tolle Show, konnte aber singen, wie ein junger Gott, Country mit Texas Lightning war witzig und Swing mit Roger Cicero war großartig. Alles in allem war ich mit dem, was wir deutschen erwählten und zum Grand Prix schickten sehr zufrieden.

Diese Wahl und identifikationsmöglichkeit, liebster NDR nimmst Du uns nun, indem Du meinst, besser zu wissen, wer uns am besten vertritt. Alex Christensen, der mit dem Juwel des deuschen Liedgutes schlechthin „Du hast den schönsten Arsch der welt“ oder dem Techno-Klassiker „Das Boot“ die deutsche Musikwelt äääääh sagen wir mal „bereichert“ hat, soll uns nun retten…. Wer soll denn das bitte glauben?

Wie war das noch?

„In der Hoffnung, damit international renommierte Künstler für den Eurovision Song Contest zu gewinnen, wird in Deutschland im kommenden Jahr der Vorentscheid auf nationaler Ebene entfallen.“

Okay, ich gebe zu, dass Alex Christensen sicherlich erfolgreich ist, aber DEN international rennomierten Künstler, der nur mitmacht, weil er diese ach so schwere und harte interne Ausscheidung nicht mitmachen muss, sehe ich in Alex Christensen und seinem Sangespartner, dem Musicaldarsteller Oscar Loya irgendwie nicht. Ich mag mich da irren, aber irgendwie hat der NDR da ganz tief ins Klo gegriffen. Meint wirklich jemand ganz ehrlich, dass sich irgendein Russe, Norweger, Grieche oder Spanier in Extase schreit und das Telefon schon bereit hält, weil die Gruppe „Alex swings, Oscar sings“ auftritt? Ich sage nein!

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Und warum sollte ich jetzt sehen wollen, wie irgendjemand, der von irgendwem anderen bestimmt wurde in meinem Namen zu singen dann von anderen, auf die ich ebenso keinen Einfluss habe, nicht gewählt werden. NIchteinmal das trotzige „Aber dieses Mal wirds bestimmt besser“ bleibt einem dann.

Der letzte Spaß, der nun noch bleibt, ist die Aussage „Ich habs ja gleich gesagt“, wenn der schönste Arsch der Welt mit dem letzten Platz aus Russland zurückkehrt.

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Man Man NDR, wenn diese Entscheidung mal nicht ganz übel auf die Einschaltquote schlägt.

CSD Hamburg 2008 Videos

CSD Hamburg 2008 Videos
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Hamburg Journal

Wenn in irgendeiner Stadt ein CSD ist, dann macht es Sinn, sich den lokalsten Fernsehsender mal anzuschauen, um herauszufinden, ob es sich gelohnt hat, dass man in jede Kamera geschaut hat, die dort am Strassenrand Videos und Filme gemacht haben…

Ich fragte die beiden noch, wofür sie aufnehmen würden… „Ah NDR – Hamburg Journal? Na, dann nehmt mich mal mit rein ;-)… Viel Spaß noch.“

Videos CSD Hamburg 2008

Ich hatte eigentlich auf das Kamerateam von Hamburg.de gehofft,die mich gebeten hatten, zu ihrer Anmoderation zu kommen und meine Flügel zu spreizen… Klar mache ich das… aber ich konnte auf Hamburg.de noch kein Video finden… Ich schätze aber auch, dass sie sich doch eher für das Interview mit :Valery Pearl: entscheiden werden.

CSD hamburg 2008 Videos

Stattdessen fand ich mich aber eben doch kurz im Hamburg Journal wieder… Dort also, wo wir es letztes Jahr dann doch trotz Interview nicht geschafft haben. Aber ich glaube der NDR HH – genaugenommen das Hamburg Journal hat eh eine viel bessere Verbreitung als Hamburg.de.

Hier noch ein kleines Bild, auf das mich H. H. aufmerksam machte…. gaanz hinten und gaaaanz klein sieht man meine Flügel… nicht sonderlich wichtig dieser Film, aber er bleibt als Lückenfüller für das hoffentlich noich kommende Video auf Hamburg.de

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