Wie deutsche Touristen im Ausland

GMF Club im Mandarin Kasino auf der Reeperbahn

Mandarin Kasino

Barbie BreakoutVor vielen Jahren war der Mojo Club mit seinem Mix aus Soul und Dancefloor Jazz eine der Größen in der Hamburger Clublandschaft. Durch die eigenwillige Musikmelange war es ausserdem eine Insel in der Hamburger Clublandschaft, die immerhin 13 Jahre bestand. (und das kann wohl kaum ein Club von sich behaupten)

Nach dieser langen Zeit, schloss der Mojo Club, denn das Bowling-Center, in dem er untergebracht war (auch bekannt als hässlicher seit vielen Jahren leerstehender Betonklotz am Eingang der Reeperbahn) sollte nach jahrelangem Hin und Her endlich abgerissen werden. Das war im April 2003 – also vor knapp vier Jahren.
Der hässliche Betonklotz steht noch immer und es werden darin seit einiger zeit wieder Parties gefeiert. Das ganze heisst nun zwar nicht mehr Mojo Club sondern Mandarin Kasino, aber generell wird hier noch etwas andere Musik gespielt und es werden andere Parties gefeiert, als anderswo.

Am letzten Mittwoch kam hier dann der berliner GMF Club unter, der einmal im Jahr aushäusig in Hamburg weilt. Mit 4 DJs (Maringo, Zoe, Barbie Breakout und Melli Magic), mindestens zwei Reisebussen und vielen Autos fielen daher die Berliner in Hamburg ein – und sie benahmen sich wie Touris im Ausland. Man erzählte mir, dass bereits im Bus ordentlich gebechert wurde.

melli-magic.jpgAls ich ankam musste ich verwundert feststellen, dass auch der GMF Club in Hamburg andere Spielregeln hat, als in Berlin. Eintritt und Schlange stehen – im GMF Berlin undenkbar – beim GMF in Hamburg leider Standard. (Kalt wars)

Es war aber viel besser besucht als ich erwartet habe. Hab ich doch auf den einschlägigen Parties in Hamburg nicht einen GMF-Flyer gesehen – und fast ein leeres Mandarin Kasino erwartet. Es hat sich jedoch rumgesprochen und zusammen mit den Berlinern war es wirklich voll.

Voll waren auch eine ganze Menge Personen, bereits um halb eins waren beipielsweise der Wasserspülkasten ab-getreten und alle Ledersofas und Ledersessel be-treten. Generell wurde die Location ziemlich runtergewohnt.

Schon beim ersten Umschauen kam mir Tatjana mit den Worten. „Hallo, heute sind ja alle da“ Nun alle nicht, aber doch eine ganze Reihe. Wie schon gesagt haben Barbie Breakout und Melli Magic aufgelegt, Tatjana war da, :Gloria Viagra:, Polla Disaster und zwei Mädels, die ich nicht kannte. Für Hamburg ist solch eine Ansammlung von Drags schon enorm und sicher nur vom CSD geschlagen. Hamburger Mädels habe ich leider nicht gesehen.

Nicht einmal :Valery Pearl:… Die gute Valery hat die Party zwar besucht, allerdings als Mann. Während ich sie natürlich nicht direkt erkannte, erkannte sie mich und sprach mich an.

„ich soll sie von Miss Pearl grüßen“
„wo ist sie denn?“
…genau geschaut
„Valery!!“

zoe_.jpgMensch Mensch Valery, hier bist Du doch die Königin. Als oberste Hamburger Drag solltest Du doch Deine Stadt nicht kampflos den berlinerinnen überlassen, sondern Flagge zeigen.

Tat sie aber nicht, stattdessen bleute sie mir ein, dass ich mich gefälligst monatlich zu Ihrer Pearls of the Night Party nach Hamburg zu begeben habe, wenn ich denn in Berlin wohne 😉 Mal sehen… Ich werde mit Sicherheit ab und an vorbeikommen um mal nach dem Rechten zu sehen.

Die Show von Barbie Breakout und Melli Magic an diesem Abend war einigermaßen beliebig und stiess irgendwie auf wenig Beachtung des Publikums. Nachdem ich doch mittlerweile die ein oder andere Show gesehen habe, muss ich zugeben, sie war okay, aber nicht berauschend. Obwohl Mellis Performance von Whitney Houston in Ihrer Zeit, als diese noch kein (oder zumindest nicht so schlimm wie heute) Drogenwrack war, war eigentlich ganz okay.

Apropos Drogen: Traurig, dass es immer wieder zu polladisaster.jpgDrogenopfern kommen muss, die sich nicht im Griff haben. So auch im Mandarin Kasino als Barbie kurz mit dem Mikro verkündete, dass Drogen wohl kein Berliner Problem seien, dass dort zwei Frauen lägen und die Security doch bitte diese beiden Drogenwracks entsorgen solle. Nicht dass es sie wirklich interessieren würde, aber es würde eben besser aussehen, wenn sie im Nachhinein gesagt würde, es hätte sie interessiert… Nicht nett – aber eben ehrlich.

Besser als die Show war die Party selber. Da sich je alle wie im Urlaub fühlten, kaum noch einer fahren durfte oder musste, und man ja im Urlaub gerne die Sau rauslässt, wurde ordentlich gefeiert.

Im großen Raum einigermaßen normal unter der Musik von Zoe (von der ich im Übrigen nochmal irgendwann ein Foto mit mir machen muss), im kleinen Raum dagegen deutlich ausgelassener zu den üblich verdächtigen Diven. Ich glaube ka.jpgirgendwann wurden drei Madonna-Titel in Folge gespielt (oder einfach ein langer Remix??).

Egal im Zuge der Party haben sich eigentlich fast immer irgendwelche Transen auf der Theke befunden. Ob nun der Show halber mit Ventilator dem fliegenden Haar zuliebe oder doch nur mit einem ordinären Bier ist dabei selbstverständlich egal gewesen. Es kam wie immer eigentlich nur darauf an, gesehen zu werden.

Ich habs gesehen, und der Rest der feiernden Meute auch.

Kennt jemand den Kerl rechts auf dem Bild? Ich gebe einen Tip. Am Lachen ist er zu erkennen. Mehr noch als durch das Tattoo, weniger allerdings als durch die Verona Poth Stimme 😉 die man auf dem Bild nicht hören kann…

val.jpg

Ansonsten gab es die übliche Fotografiererei, aus der ich mich dieses Mal ziemlich rausgehalten habe. es gibt nur ein Bild von mir, und auch das nur, weil ich darum gebeten wurde.

zoeui.jpg

Insgesamt war die Party okay, aber ganz schön seltsam. Anders als Berliner Parties und anders als Hamburger Parties – aber komischerweise weder so, noch so, noch dazwischen.

GMF Berlin Returns! ( Hamburg )

Deutschlands queerster Club in Deutschlands schönster Stadt

Vor zwei Wochen in Berlin fiel mir im GMF in Berlin ein Flyer in die Hände, der aussagte, dass der GMF Club in diesem Monat aushäusig sein würde und dass die Reeperbahn in Hamburg gerockt / beschallt werden sollte. Vier DJs (Maringo, Zoe, Barbie Breakout und Melli Magic würden dabei sein und ausserdem würde um 19:00 in Berlin ein GMF Shuttle losfahren.

gmf-berlin-returns1.jpg

Hilfe, die Berliner fallen in Hamburg ein.

Nein, im Ernst, für die Hamburger ist das natürlich klasse, denn es gibt bestimmt eine große Party am Vorabend von Christy Himmelfahrt im….. ähhh ja, wo denn überhaupt.

Große Konfusion, denn auf dem Flyer steht, dass das ganze im Mandarin Kasino stattfindet und dass dort der Mainfloor ist. Daneben gibt es dann, wie beim GMF Club auch die Lounge mit Melli Magic und Barbie Breakout. Das kleine Problem ist aber, dass der Mainfloor etwa einen Kilometer von der Lounge entfernt ist.

reeperbahn.jpg

Die Strasse zwischen dem gelben und dem roten Marker ist die Reeperbahn. Der rote Marker signalisiert dabei das Mandarin Kasino und der gelbe Marker die China Lounge.

Eine Party in zwei Clubs? Ich vermute einen Fehler. Leider hat meine Anfrage auf der GMF Webseite noch keine Rückantwort gegeben…. Kann mich mal vielleicht jemand aufklären?

Expeditionen ins T-Reich

Subkulturen: Studenten, Transsexuelle und 60ies Soulhörer.

Irgendwann wird es überall langweilig, so wurde es uns auch in der Un-Schlagbar langweilig, denn noch immer konnte ich wenig an der Gesamtthematik finden und ausserdem wollten wir ja noch weiter.

Zum einen wurde Claudia + 1 auf die Gästeliste des kürzlich neueröffneten Foo Club auf dem Hamburger Berg gesetzt und schlussendlich wartete noch die Unisex Gold Party auf unser Erscheinen.

Na nun bin ich ja mal gespannt, was passiert, wenn ich mit Dir losziehe…

meinte claudia und wollte mir nicht recht gleuben, dass wenig bis garnichts passieren würde… Okay okay, wir trugen beide keine Brillen, was die Zahl der erkannten Blicke auf ein Minimum schrumpfen lässt, aber es passierte eben tatsächlich wenig.

Irgendwann gegen 23 Uhr suchten und fanden wir den Foo Club um festzustellen, dass dieser erst um 0:00 die neu renovierten Pforten öffnet. An weniger Stellen in Hamburg kann man eine Stunde besser verbringen als auf dem Hamburger Berg. Uns zog es daher in unser erstes Subkulturstudienobjekt, die barbarabar.

Barbarabar

Die Barbarabar ist eine der typischen Musikkneipen auf dem Hamburger Berg und liegt komischerweise direkt neben dem Foo Club. Bevölkert wird sie, wie die meisten Läden in dieser Strasse vor allem von Studenten oder Personen, die zumindest mal Studenten waren.

Dienstags laufen Hörspielkassetten von den drei fragezeichen, auf den Tresenfernsehern laufen Heidi oder Barbapapa, Mittwochs wird gekickert und Donnerstag swing gehört. Ein alles in allem urfreundlicher Laden. Auch zu uns, den Claudia musste zugeben, dass man uns wirklich nicht allzusehr viel Beachtung schenkte.

Etwas weniger beachtung wäre mir allerdings von dem Typen lieb gewesen, der mich fragte, ob ich Kokain zu verkaufen hätte. (irgendwie verstärkt das mein Gefühl als sind alle Drags Drogendealer). Egal, damit Claudia etwas zu bestaunen hätte, schleppte ich sie auf die andere Stressenseite ins zweite Subkulturenstudienobjekt, die Villa Kunterbunt.

Von der Villa Kunterbunt gibt es zum glück kein Foto, und wenn, dann könnte man es von einem durchschnittlichen Schnellimbiss kaum unterscheiden. Ein Langweiliger Laden, der beliebter Treffpunkt nicht-deuschsprachiger Transsexueller, die dort streitend, zeternd und klönend auf Sex und Freier warten und hoffen.

An der Theke sitzt dann die Schar der Verlierer, die ebendarauf hoffen, sich das zu leisten, aber nicht gewillt oder gekonnt sind, oder selbst dann nicht rangelassen würden. Ich wurde den Ganzen Abend über auf jeden Fall nirgendwo so eingehend gemustert oder beobachtet, wie hier. …Was will die Transe heir und warum ist sie mit einer Frau hier?.. Die Villa Kunterbunt ist übrigens einer der Läden, wo Frau die Männertoilette besuchen sollte, da diese eindeutig sauberer ist.

Wir tranken auf jeden Fall schleunigst aus und zogen nun in den Foo Club der generell angenehmer war.

foo.jpg

Der Foo Club hiess schon Crazy Cat und hatte sicher auch schon x-andere Namen. Irgendwann war ich mal zum Familienkombinat in dem Laden und es war wirklich lustig. jetzt wurde er neu aufgamcht und soll als Foo Club die Massen anziehen. Leider kamen die Massen aber nicht. Wir kamen auf Gästeliste gratis rein und unterhielten uns etwa anderthalb Stunden mit dem einen DJ über Gott, die Welt, Musik, Subkulturen, Mods und Northern Soul.

Als irgendwann gegen 2 klar war, dass sich hier jetzt keine weiteren Besucher zu uns gesellen würden, fuhren wir ins Golden Cut zur Unisex Party, um mal zu sehen, ob es diesmal Gnade an der türe für mich geben würde.

Hamburg Un-Schlagbar

Es war mal wieder Zeit, Hamburgs Nachtleben einen Abstecher zukommen zu lassen. Zwar wohne ich hier, aber das letzte mal, als ich tatsächlich hier unterwegs war ist nun schon eine ganze Weile her.

Nun chatte ich schon seit einiger Zeit mit Claudia und wenn man sich nicht mal irgendwann trifft, dann wirds nie etwas, also war dieses Wochenende für ein Treffen angedacht und eines ausgemacht.

UnschlagbarNun kommt Claudia aus der SM-Szene und wir trafen uns somit in der Un-Schlagbar nahe der Reeperbahn, soweit ich weiss ist das auch Svenjas zweites, drittes?? Zuhause.

Nun bin ich ja bekanntlich eher ein Fashion Victim, und bei diesen BDSM, sowie Bondage Geschichten nicht wirklich bedarft. Nun ich weiss natürlich, dass es dort, wie in jeder Subkultur auch hunderte Spielarten gibt, aber bislang war keine wirklich meine.

Also Fetisch in Kleidung sehr gerne. Lack schaut klasse aus, Latex auch, Leder kann sehr nett aussehen, aber alles, was in die BDSM Geschichten geht, dieses Schlagen oder Geschlagen werden, ist nicht so meines. Als Unterwürfige Person bin ich völlig fehl am Platze und auch sonderlich viel Dominanz kann man mir nicht vorwerfen. Das ist dann eher Zickigkeit.

SchlagzeilenDas bedeutet natürlich nicht, dass ich dem Ganzen Ignoranz gegenüberstellen würde. Ich kann nicht verhehlen, ein gewisses Interesse zu haben und auch gut gemachten Bondage Bildern durchaus zugetan bin. Soll heissen dass ich durchaus in den Schlagzeilen gerne blätterte und die Bilder dort mit viel Wohlwollen beachtete. Gerade das sehr auf Gothic aufgemachte Titelbild fand ich sehr großartig. Wobei ich wohl eine der wenigen Leser war, die das Ganze unter „hey das Makeup ist klasse“ Gesichtspunkten angesehen haben 🙂 Fashion Victim eben.

Wir wollten allerdings noch weiterziehen, denn Claudia hatte einen Bekannten, der ein paar Strassen weiter im Foo Club auflegte und ich hatte noch die Unisex Gold Party angeregt. Also verliessen wir diese SM Bar und zogen in Richtung Hamburger Berg.