Charlie Chaplin in Drag?

In meiner täglichen – was ist so passiert – Recherche ist mir heute ein Beitrag einer amerikanischen Movie Zeitschrift aufgefallen, der mit The Prettiest Movie Drag Queens übertitelt ist.

Gut gut, die Überschrift ist markig – und falsch. Der Artikel zeigt eindeutig nicht die schönsten Movie Drag Queens, sondern allerhöchstens die Movie Drag Queens, hinter denen die bekanntesten Schauspieler steckten.

Charly Chaplin – A Woman

Beispielsweise brauchen wir uns – glaube ich – nicht ernsthaft darüber unterhalten, dass John Travolta zwar ein toller Schauspieler ist und auch seine Edna Turnblad durchaus interessant ist, aber unter die schönsten Movie Drag Queens würde ich sie nicht wählen.

Auch Dustin Hoffmann in Tootsie ist ohne Frage großartig, der Film nicht umsonst Oskar prämiert, aber Tootsie als eine der schönsten Movie Drag Queens… nach ich weiss nicht. Offensichtlich war dort wieder einmal ein Journalist zugange der nicht wirklich wusste, was er aus dieser Artikelvorgabe machen sollte. Dass er unter anderem auch noch Tim Curry in der Rocky Horror Picture Show und Gene Hackmann in The Birdcage dort gewählt hat, zeigt dieses – oder seine Geschmacksverirrung deutlich.

A Busy Day

Zumindest hat er – in meinen Augen – das richtige Händchen in Priscilla Queen of the Desert bewiesen und Guy Pearce als Felishia und nicht den weitaus bekannteren Hugo Weaving gewählt.

<< Terence Stamp ^^ Guy Pierce ^^ Hugo Weaving >>

Warum ich aber trotzdem diesen Artikel interessant finde ist, dass er mir drei Filme eines Schauspielers eröffnet hat, den ich bislang absolut nicht in Frauenkleidern kannte. Charlie Chaplin, mir eigentlich bisher nur als „der Tramp“ bekannt, hat auch in drei Filmen The Woman, The Masqueraders und in A Busy Day die typische Tram Ausstattung zur Seite gelegt und ist in die damalige Frauenkleidung geschlüpft. Damit dürfte der dann wohl die Mutter aller Movie-Drag Queens darstellen. Eine interessante neue Information für mich.

The Masquerader

Die Filme werde ich mir dann wohl mal anschauen müssen. Was für einen Glück, dass es Youtube gibt.

Boh ist das schlecht

Tootsie für Arme

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Sie werden niemals aussterben, diese Filme, die sich seit ewigen Zeiten immer wieder an Tootsie orientieren – und dabei in der Regel völlig versagen.

Heute gab es auf Sat1 wieder einen dieser Filme, Beim nächsten Tanz wird alles anders, hieß er und es war eine typische deutsche Produktion. Während sich Tootsie noch durch besonderen Witz auszeichnet versuchte dieser Film tatsächlich etwas ernst zu sein.

Es ist ein Remake, oder eher Plagiat? Auf jeden Fall normalerweise nicht erwähnenswert.

Kurzslot.
Arbeitsloser Tanzlehrer, bekommt keinen Job, aber Tanzlehrerin wird gesucht, durch finanzielle Notlage verliert er seine Wohnung, zieht bei einer Kollegin ein, verliebt sich in sie, er wird lange nicht erkannt, irgendwann kommts raus – trotzdem Happy end.

Okay, fassen wir mal kurz zusammen:

Irgendein Mann, der noch nie etwas mit dem Thema zu tun hatte, und der zudem kein Geld hat, schafft es ohne Probleme, beim Vorstellungsgespräch als Frau durchzugehen. Komischerweise hat er eine Echthaarperücke zur Hand, sowie Makeup und kann es anwenden. Zu dem Termin gekauft haben kann er beides nicht, denn er hatte kein Geld.

Männer und Frauen sehen ihn in der Folge als Frau an und trotz nur eines kleinen Koffers hat er jeden Tag eine andere passende Kleidungsgarnitur an.

Binnen weniger Minuten schafft er es, sich vom Mann in eine Frau zu verwandeln und wieder zurück.

Selbst im Bett ist er perfekt geschminkt und frisiert.

…Ich glaube, wir können uns darauf einigen, dass all dieses lächerlich ist, wenn der Mann nicht schon immer eine Profitranse gewesen ist.

[youtube]i83o-39R6Fc[/youtube]Ich hab nach kurzer Zeit lieber umgeschaltet und „Eve und der letzte Gentleman“ geschaut. Alicia Silverstone. Ein paar Szenen, wo sie schmollt sind zum zerfliessen.