Lets Burlesque! mit Evi und das Tier in den Wühlmäusen

Kurzfristig hatte ich von einer Burlesque Show in den Wühlmäusen gehört – und mich dann ebenso kurzfristig entschlossen, dort ebenso aufzuschlagen um mal zu schauen, was Evi und das Tier so bieten … und was Evi und das Tier überhaupt sind.. Den Namen gelesen hatte ich wohl schon, aber da hörte es auch schon auf.

evi und das tier

Um es kurz zu machen. Evi … oder besser Miss Evi ist eine Sängerin mit Band und einer ganzen Menge Anekdoten, die sie durch den Abend führend so von sich gibt und „Das Tier“ ist ihr Pianist …und wohl Ehemann. Zusammen sind sie Evi und das Tier und verantwortlich für diesen wirklich schönen Showabend mit Burlesque, Tanz und Gesang.

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Nun ist das typische Publikum in den Wühlmäusen ein gänzlich anderes als beispielsweise bei den Teaserettes im Wild at Heart, aber das macht nichts. Die Damen und Herren sind ein wenig ergrauter als jene, die gemeinhin in Berlin auf Burlesque Veranstaltungen gehen – wobei noch nicht ganz so, wie Miss Evi von Kreuzfahren berichten konnte „Sieht von oben aus, wie ein Baumwollfeld“… das macht aber nichts, denn die Damen und Herren waren begeisterungsfähig – und nur darauf kommt es doch an.

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Okay, Miss Evi hatte es am Anfang etwas schwer, Begeisterung aus dem Publikum zu kitzeln, aber das dauerte höchstens die ersten 2-3 Nummern lang, dann hatte sie es im Griff und jeder wusste, wann zu klatschen und Gröhlen war.. Zumeist, wenn Miss Evi etwas Haut zeigte. …Etwas haut reichte da aber auch, denn für die wirklichen Burlesque Momente war sie, sondern ihre Gaststars nicht zuständig.

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Und die hatten es in sich. Ein großartiges spanisch-kubanische Tanz-Triple beispielsweise. Oder – und da war ich nun wirklich erstaunt Lady Lou und Tara La Luna. Lou mit einer für mich neuen Nummer mit viel Spiel und Ideen, Tara mit ihrer Audrey Hepburn Breakfast at Tiffanys Nummer, die sie auf dem letzten Queerboot zeigte und mit der sie den größten Applaus des Abends bekam… Abgesehen selbstverständlich vom Schlussapplaus.

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Genug Applaus bekam aber selbstverständlich auch Miss Evi bei allem, was sie darbot zwischen Jazz, Chanson und dem was ich an den Dresden Dolls immer liebte… mit ihrer Band den Tassle Tigers, die offensichtlich großartige Musiker UND Freaks sind. Zwischen toller Musik und Trash gab es einiges zu sehen und hören beispielsweise eine tolle Nummer der – wie evi sagte – sooooo kleinen Edith Piaf oder oder oder aber alles war toll.

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So gab es an diesem Abend tolle Burlesque Nummern, tolle Musik und etwas Trash. Ergo: es war ein toller Abend, der auch etwas von einem Familientreffen hatte.

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Sheila und Diana waren da, Zora, Champagne Sparkles, wie gesagt Tara und Lady Lou, Betty und noch einige mehr.. Und alle waren am Ende hochzufrieden mit der tollen Show in den Wühlmäusen.

 

Romy Haag in Berlin

Als Romy Haag Berlin verzauberte.

Ich bin ja eher eine Person, die versucht, nie zu viel zu erwarten und die sich daher gerne einmal positiv überraschen lässt. So geschehen diesen Montag in den Wühlmäusen auf dem Romy Haag Konzert.

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Dabei muss ich gestehen, dass ich erst sehr zurückhaltend war, als Sheila mich fragte, ob ich mit zu Romy Haag in die Wühlmäuse kommen würde… Den Namen hatte ich zwar schon mal gehört, aber ausser dem Status als wohl bekannteste Transsexuelle Deutschlands und der Liaison mit David Bowie vor immerhin 33 Jahren ist mir absolut nichts zu ihr eingefallen. ..Eine Person also, die vor 30 Jahren mit nem Star angebändelt hat. Das wäre in etwa so, als wenn eine Katie Price anfängt zu singen und in 20 Jahren auftritt….. So dachte ich zumindest. Ich hatte mir sogar schon – wie ich zugeben muss despektierliche Bezeichnungen – wie „Omi Haag“ oder „Kaffe Haag“  zurechtgelegt und muss nun kräftig zurückrudern. Selten irrte ich mich so.

Nundenn es liegt sicher auch an meiner Generation, denn zu der Zeit, als Roy Haag Berlin mit David Bowie unsicher machte und mit Udo Lindenberg Auf Tour ging, wurde ich gerade geboren… Als ich dann meine Musikalische sozialisierung erfuhr war dann die Musik von ihr nicht gerade en vouge und hat mich so nie erreicht. Daher meine vorherige Meinung.

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Man muss auch mal zugeben, wenn man sich geirrt hat. Romy Haag ist eine bewundernswerte Persönlichkeit mit einer starken Aura und einer großartigen Stimme, die ich ihr niemals zugetraut hätte. Dazu schaut sie fabelhaft aus…. Dass ich vorher keinen ihrer Songs kannte, tat der ganzen Sache keinerlei Abbruch, denn sie sang neben eigenen Stücken viele der Musikgeschichte, von denen auch ich viele kannte. Sweet Dreams beispielsweise, bei der ich beim besten Willen Annie Lennox nicht vermisste oder am Ende My Way von Frank Sinatra. Dazwischen Lieder von Brecht, was ich zwar wegen Unwissenheit nicht bestätigen kann, jedoch habe ich keinen Grund an ihren Worten zu zweifeln. Letztendlich sang sie noch viele eigene Lieder, von denen einige wie beispielsweise das „Berlin“ Lied einfach großartig waren.

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Ich hatte mehrfach in diesem Konzert Gänsehaut und das ist in der Regel ein sehr guter Indikator, dass mich ein Konzert, Musik oder eine Stimme bewegen. In diesem Falle war wohl alles drei der Auslöser. Fest steht, ich war sehr positiv überrascht und ziemlich begeistert. Romy Haag ist in der Tat eine große Künstlerin. Und offensichtlich sang sie bereits mit anderen großen Künstlern und Künstlerinnen, wie ihre Anekdoten zwischen den Liedern erzählten. Eartha Kitt, Grace Jones, Marianne Faithfull und sicher noch viele andere Stars kreuzten ihre Duettwege. Wenn also Romy Haag Berlin mal wieder mit ihrer Anwesenheit verzaubert, bin ich bestimmt wieder da.

Apropos da gewesen. Insgesamt konnte man sagen, dass Sheila und ich den Altersdurchschnitt eher nach unten schoben, aber das machte nix. Dafür waren etwas Prominenz anwesend. Beispielsweise kamen wir zu einem Foto mit Lilo Wanders, mal wieder zu einem netten Gespräch mit Gabi Decker ach und Ades Zabel war als Mann auch da und begrüsste uns mit den Worten „Hach solch ein Aufwand“.. Egal, er hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Übrigens habe ich noch etwas wirklich wichtiges in diesem Konzert gelernt. So sang Romy Haag in einem Stück „Jesus war eine Transe und kam aus Peru“…. Das sind Dinge, von denen die Bibel nicht erzählt. 🙂

Kay Ray in den Wühlmäusen

Es ist schon lange her, aber endlich komme ich mal dazu, alte Geschichten und Erlebnisse aufzuarbeiten und irgendwie habe ich den Besuch des Bühnenprogramms von Kay Ray vollständig vergessen.

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Sheila hatte vor einiger Zeit die Idee, zu Kay Ray zu gehen. Natürlich kam ich gerne mit, allerdings war meine Erwartungshaltung eher gering. Das vor allem, weil ich eigentlich garnicht so recht wusste, was Kay Ray eigentlich ist… Sänger, Comedian oder eben doch nur ein Kobold ohne wirkliches Können? Und wenn er wirklich etwas kann, warum kennt man dann nichts von ihm???

In Hamburg hätte ich ihn mehrfach im Monat sehen können, aber es trieb mich nichts hin. Diesmal bin ich aber gerne mitgekommen und ich muss zugeben, ich war am Ende restlos begeistert. Kay Ray ist von allem ein bisschen. Moderator, Sänger, Comedian und unangepasster Paradiesvogel mit teilweise ziemlich derben Zoten. Vermutlich ist diese Mischung einfach nicht dafür geeignet im deutschen Fernsehen stattzufinden, vielleicht ist es auch einfach nicht richtig ihn in irgendeine Schublade zu stecken, da er mehr ist… (Schubladendenken ist eh nicht mein Fall. Kay Ray ist schlicht und ergreifend ein Entertainer.

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Wir kamen knapp 15 Minuten oder sogar etwas länger zu spät, liessen uns aber von der Anweiserdame nicht dazu überreden oben auf den Rang Platz zu nehmen. Stattdessen stolzierten wir demnach direkt in die Mitte des Saales. Vorne, hinten, links, rechts etwa gleich viel Platz und unsere Plätze vollständig in der Mitte eines ausverkauften Saals. Eben unsere Chance nochmal richtig aufzufallen und alle Menschen bis zur Mitte darum zu bitten, aufzustehen und uns durchzulassen. Während wir uns also langsam zu unseren Plätzen durchschlugen spielte Herr Ray ungerührt sein Programm ab und liess sich von uns nicht stören.

Am besten ist Kay immer dann, wenn er über 1. Lesben, 2. Tunten, 3. Frisöre und 4. sich selber Witze reisst. Wobei er natürlich 2-4 selber ist und es so darf. Und ausserdem hat schon Harald schmist gesagt, dass jede Randgruppe das recht darauf hat, dass über sie witze gerissen würden. Das macht kay.

Dazu versteht er es hervorragend auf zufällige Begebenheiten einzugehen. Wenngleich sicher das ein oder andere scheinbar ungeplante doch geplant war, konnte er zumindest die nervende Motte auf der Bühne kaum geplant haben. Trotzdem schaffte er es, bestimmt 10 Minuten äusserst amüsant das fliegende Ungeziefer in sein Programm einzubinden.

Insgesamt spielte Kay über drei Stunden effektiv. Selten habe ich Eintritt so genussvoll eingesetzt, denn wie bereits erwähnt hat er mich ziemlich begeistert. Nun will ich mehr von Kay Ray.

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Und mehr soll es geben, denn der gute hat uns auf dem Aftershow-Meeting im Forier auf sein nächstes Event in Berlin eingeladen. Gratis natürlich auf seinr Gästeliste. Vielen Dank dafür, das werden wir gerne annehmen.

6.Oktober ist seine nächste Latenight im BKA-Theater und wir werden da sein, wenn er Wort hält und uns einlädt. Da bin ich aber sehr zuversichtlich.

Ausserdem habe ich gelesen, dass Kay zu jeder Latenight einem Gast eine neue Frisur verpasst. da hab ich mich doch gleich mal beworben. Mal sehen ob er auch mit Kunsfasern zurechtkommt 😉

Kay ich will ein Kind ne Frisur von Dir