Gloria Viagra – Berlin

 

Gloria Viagra

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Weiter gehts in der Reihe Stars und Sternchen mit einer Dame, die ob ihres Namens wohl nie in meinem Emailfach landen würde, da mein Spamfilter gegen ihren Nachnamen allergisch reagieren würde. Gloria Viagra, meiner ersten der Berliner Drags und Transen, die die Welt dringend kennen sollte.

Irgendwo las ich über Gloria mal folgendes:

Gloria Viagra ist die Tochter eines misslungenen Versuchs, Barbies aus genmanipuliertem Raps herzustellen, was eigentlich Erdöl einsparen helfen sollte. Also ist die lange, langbeinige Schöne einer der wenigen positiven Aspekte, die die Genpfuscherei hervorgebracht hat.

Na, ob es einer der wenigen positiven Aspekte der Genmanipulation sit, wage ich zu behaupten, aber langbeinig ist sie auf alle Fälle. Alleine ihrer Größe nach zu urteilen ist sie eine der größten weil längsten Berliner Drags.

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das ist wahre Größe.

…Aber darüberhinaus hat Gloria Viagra es dank ihres Schaffens auch in die Riege der Stars und Sternchen ganz oben geschafft.

djane.jpgGloria Viagra hat den meisten Berliner Drags etwas voraus. Sie ist eine der wenigen, die nicht in etwa das Pausen- doch Überganglose Aneinanderreihen von Platten respektive CDs als ihre Arbeit als DJane ansieht, sondern darüber hinaus eben Ihr Handwerk vor den Plattentellern wirklich versteht. Vielleicht hat diese Gemeinsamkeit auch zu einer gemeinsamen Party mit :Ades Zabel: geführt, aber dazu später mehr. Gloria Viagra hat es auf jeden Fall geschafft ein wenig weiter als andere Berliner Drags aus der Drag-Madonna-Party Ecke herauszukommen und zusätzlich auch andere als die üblich verdächtigen Partys zu beschallen.

Daneben ist sie aber immer wieder dort zu finden, wo man Berliner Drags erwartet, im GMF Club, im Sage, im Goya, gerüchteweise im Berghain, in :Nina Queer:s Irrenhouse, auf GMF-Sommerpartys oder eben auf ihrer herrlich unprätentiösen eigenen After Aua Partyreihe im Kinzo Club, die sie mit Ades Zabel zusammen ausrichtet.

Gloria scheint dabei die Balance zwischen Glamour auf der einen Seite und größtmöglichem Trash auf der anderen Seite erreichen zu wollen. Das zeigt sich beispielsweise darin, eben nicht immer Glamorös unterwegs zu sein, sondern unterm glitzernden, funkelnden Strass-Halsband gerne auch mal mehrere BH’s und deutlich sichtbare Silikontitten zu zeigen oder auch mal „etwas andere“ Perücken zu tragen. Ich erinnere mich an eine Begebenheit mit einer Hamburger Freundin im GMF, die mich zu folgender Aussage verleitete:

Der Große Wust Perücke hinter dem Mischpult, dass ist übrigens Gloria Viagra.

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glamorös ist irgendwie anders und doch bester Trash

Trashig aber sehr genial scheint auch ihr Squeezebox!! Projekt zu sein. Gloria Viagra zusammen mit Sherry Vine als queere Rockband Squeezebox!!. Da die beiden vor meiner Berlin-Zeit als Squeezebox aktiv waren ist mir das Projekt leider nur aus kleinen Schnipseln in Gender X bekannt, aber es scheint wohl so, als würden die beiden sich im August 2007 für einige Shows wiedervereinigen und die Hütten rocken. Da es die Six Inch Killaz ja seit geraumer = langer Zeit nicht mehr gibt, will ich zumindest hier einmal vorbeisehen.

Ich sag mal so, der 10. August ist als Termin vorgemerkt

 

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Ansonsten verdingt sich Gloria Viagra als Moderateuse oder Djane auf irgendwelchen CSDs, nicht bei Eröffnungen von irgendwelchen Autohäusern und trotz offensichtlichem Könnens nicht als Bauchtänzerin bei türkischen Hochzeiten, dafür aber als politische Person mit mir unbekanntem Erfolg oder Misserfolg.

Sicher ist aber, dass all das wofür sie eintritt ein wenig mehr Beachtung finden wird, wenn eine große Gloria Viagra dafür eintritt als wenn so ein Typ, der ihr ziemlich ähnlich aussieht, für irgendetwas eintritt.

Ihre damalige Kolumne in der Sergej ist seit längerer Zeit nicht mehr in ihrer Hand sondern ist heute Biggy van Blond’s Sprachrohr an die berliner Gaymeinde. Aber zu Biggy kommen wir vielleicht ein andernmal, wenn ich nicht vorher für die hier verwendeten Bilder von Berlin4Fun oder Gloria selber abgemahnt wurde….

Bump im Schwuz

oder warum man unbekannten Transen keinen vom Pferd erzählen sollte

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alice.jpgDa zur GMF Beachnight nix los war, zogen wir weiter ins Schwuz. Nachdem mich mein Ex-Kollege Rik schon den vorherigen Tag ins Schwuz mitnehmen wollte, lief ich also diesmal wirklich dort auf und wen traf ich, kurz nachdem uns Gaby Tupper am Eingang durchwinkte, durchwank, durchwunk durchgewunken hat? Na wen wohl, den alten Partygänger Rik. Aber damit nicht alles, eine ganze Menge Transen fand den Weg ins Schwuz. Alice-D schenkte gratis Vodka Lemon aus, KoRa van Tastisch verteilte Flyer mit teilweise falschen Daten zur nächsten Queens in Space Vorstellung. Könnte man ja mal besuchen… Nur eben besser nicht am 01.08. 😉 Auf jeden Fall ist mir aufgefallen, dass KoRa tatsächlich eine wirklich nicht unbedeutende Größe hat. 1,98 plus 18 cm Heels. Ich kam mir auf einmal ziemlich klein vor. (Aber immerhin passte ich durch den Türrahmen ohne mich bücken zu müssen)

 

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Neben diesen und einigen anderen Damen tobte unter anderem auch Trixi von Heute dort rum, die meine Begrüssung „Hallo Trixi“ mit den Worten: „Psst nicht so laut, man könnte denken, wir kennen uns“ erwiderte.

Ich hätte nun drei Möglichkeiten gehabt zu reagieren:

1) lächeln und nichts sagen.
2) Schatzi, Du wirst es kaum glauben aber wir kennen uns tatsächlich
3) Hast Recht, das könnte schlecht auf mich zurückfallen

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Ich beliess es beim Lächeln und nichts sagen.

Später fand sie dann noch aber doch noch heraus, dass sie mich tatsächlich kannte. …Erzählte sie mir doch auf einer Madonnamania vor einigen Monaten etwas vom Pferd über A-Z Transen, dass durchaus seine erstaunten Leser in meinem Blog gefunden hat. Also: In Zukunft etwas aufpassen, was man bisweilen selbst unbekannten Transen so erzählt, gerade bei Blogtransen könnte das eine größere Gemeinde finden, als man glauben mag 😉
Ansonten fand sich in Berlin wieder das tägliche übliche Drogenopfer auf der Toilette. Wenn ein Mädel eingeschlossen auf der Toilette sitzt und sich bei Ansprache nicht rührt, dann muss das nicht bedeuten, dass sie eingeschlafen ist. Traurig Traurig, aber ich halte es da mit Barbie Breakout, denn wie sagte sie noch so oder so ähnlich?

Nicht dass es mich interessieren würde, aber ich wollte es nur sagen, damit ich nachher sagen kann, es hätte mich interessiert.

Wir liessen Schwuz-Tunten und Drogenopfer sowie Gerüchte zurück und besuchten das Kit Kat, dass heute im Sage Club neueröffnete.

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GMF Nightbeach @ Badeschiff Arena

GMF Nightbeach ins Wasser gefallen
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Es klang wirklich sehr gut, was im GMF-Flyer zum GMF Nightbeach stand:

GMF Nightbeach: Sommer, Sonne, Strand und Partyspaß

Einfach nur „¾paradiesisch““ reicht nicht aus, um diese Open-Air Clubparty zu beschreiben:
Das Thermometer zeigt die perfekte Temperatur, der Sonnenuntergang leuchtet in den einheitlichen Farben über die Spree. Du hältst einen kühlen Drink in der Hand, schaust jungen Beach Götter zu, wie sie in den kühlen Pool springen und tanzt zu coolem Summersound von :Gloria Viagra:, der über den Strand erklingt.

Im Arena Club mischen die GMF Soundspezialisten DJ Zoe und Bürger P. die richtigen Platten ineinander, um das Summernight Feeling perfekt abzurunden.

Nein, du schaust keine TV Reportage über die GMF Party auf Mykonos, sondern bist auf der Nightbeach-Party vom GMF am Sommerplace to be: dem Badeschiff an der Arena.

Am 07. Juli sind alle Party Fans aufgefordert, sich mit Shorts, Flip Flops und Strandtuch auf den Weg zum Badeschiff an der Arena zu machen.

Neben kühlen Drinks, heißen Rhythmen und der Möglichkeit, sich beim Late Night Schwimmen durch einen Sprung in den kühlen Pool zu erfrischen, sucht das GMF in Zusammenarbeit mit XTG an diesem Abend das Berlin Badehosenmodel 2007.

Tja, ich sage mal, so, entweder gibt es keine Partyfans, oder das Wetter hat dieser guten Idee einfach einen großen Strich durch die Rechnung gemacht.

Nun ich denke, was war das zweite, bei wirklich zu kühlen Temperaturen und bedecktem Himmel macht eine Open Air Party einfach wenig Spaß und in den Pool hüpfen würden da wohl nur Verrückte oder Besoffene. Von beiden Spezies fanden sich aber nur sehr wenige ein. Als wir gegen ein Uhr morgens dort auftauchten, fanden sich neben den beleuchteten Pavillions am Badeschiff vielleicht so um die 10 Personen vor, die eher auf die Spree schauten als Party zu machen.

Das war uns zu wenig und wir fuhren im Auto mit angeschalteter Sitzheizung ins Schwuz.

Nächster Versuch der GMF Nightbeach am 11.08. mit hoffentlich wärmeren Temperaturen.

Abgedreht'er Laden morgens um 6

Ich sitze mal wieder im Sanatorium 23, habe hier W-LAN, etwas Zeit und meinen Lappi dabei.

Kommen wir also mal zu ein Paar Sachen, die ich in meiner Internet-Abstinenz nicht so richtig oder besser garnicht hinbekommen habe. Aus dem Internetcafe zu schreiben ist eben immer ein wenig nervig.

Also Abgedreht ist das Thema. Genaugenommen die gleichnamige Kneipe in Berlin Friedrichshain. Wenn ich mich recht erinnere führte uns der Weg an dem Abend, an dem das Goya neueröffnete noch nach Friedrichshain. Es war gerade mal kurz nach fünf und wir noch nicht so recht müde. Was also tun fragten wir uns?

Kitty… Vielleicht hat ihr Generation X ja schon auf und wir bekommen noch ein paar abschlussgetränke in nettem Kreise.

Leider fanden wir dort aber nur geschlossene Markisen und keine Menschen, also machten wir uns gelangweilt auf den Weg, mich nach Hause zu bringen. Auf der Frankfurter Allee meinte Sheila auf einmal.

„Egal was für eine Kneipe?“

Kar, um halb sechs bin ich für fast alles zu haben. Die Kneipe, die sie aus dem Augenwinkel gesehen hatte hiess Abgedreht und wir zogen ein. Knapp fünf Gäste noch, ein Barkeeper und gaaanz wichtig ein Addams Family Flipper.

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Eine Bar in der ich mich fast heimisch fühlen konnte. Nicht weil sie so großartig war, sondern weil sie mich an eine Kneipe erinnerte, in der ich einen Großteil meiner Jugend verbracht habe. Das ehemalige Irrlicht in Hamburg. Eine Kneipe, die Dunkel und abgeranzt war. Dort trafen sich immer Dienstags am Irrlichttag alle Menschen, die ich so kannte und die gesamten Oberstufen aus drei benachbarten Schulen waren da. Sprich, sechs Tage die Woche war der Laden leer und am Dienstag platzte er aus allen Nähten. Jeden Dienstag trafen wir uns dort, hatten nette abende und liessen die Kugel im Addams Family Flipper glühen. Eine geile Zeit.

Nun das Abgedreht ist auch abgeranzt und dunkel und dem Irrlicht nicht unähnllich. Ausserdem gibt es wie gesagt, einen Addams Family Flipper, den Sheila und ich malträtierten. Ich schäme mich es sagen zu müssen, aber Sheila gewann durch unglaublichen Dusel beide Spiele gegen mich. Wenn die das zumindest gekonnt hätte – aber nein, sie hatte nur Glück.

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Nicht zu vergessen in der Aufzählung, warum ich mich da hätte heimisch fühlen können, war der Hamburger in Berlin, den ich dort fand. Der blonde Hans, Hans Albers, hing dort an der Wand und bot sich für ein Foto. Hamburger unter sich geradezu an.

Egal, wir kamen als letzte Gäste mit dem Barkeeper ins Gespräch, der uns nicht nur einiges über sich und den Laden erzählte, sondern auch über seine Gäste. Er selber hatte eine längere Matte auf dem Kopf, die ihn als Rocker identifizieren liess.

Er liess sich zu der Aussage hinleiten, dass an normalen Tagen zu normalen Zeiten einige seiner Gäste eventuell ein Problem mit uns haben könnten. …Auf unsere Nachfragen stellte sich heraus, dass dort wohl ganz gerne mal Rechte verkehren würden und dieser Umstand der Kneipe wohl schon einen üblen Ruf eingebracht hätte. Tatsächlich finden sich auf Indymedia und anderen fragwürdigen Internetquellen aus 2003 diverse einträge, die dieses untermauern.

Nun mit den Rechten ist es oft so, wie mit Hunden.. sie bellen, aber beissen nicht und meiner Meinung nach sind die eine Hälfte sowieso Uniformfetischisten, während die andere Hälfte, die Glatze nur trägt, weil die Haare die Perücke beim Auftransen immer durcheinanderbringen, ausserdem sind wir gegen blöde Sprüche ziemlich immun.

Ausserdem erzählte der Barkeeper noch, dass die Herren sich schon einmal selber fast verprügelt hätten, als ein neuberlliner Fascho meinte, einenHitlergruß und einige Parolen zum Besten geben zu müssen. Er hätte von seinen Kollegen ordentlich Zunder bekommen, dass er gerade dabei sei, für sie die letzte Kneipe, wo sie sich noch einigermaßen ungezwungen treffen könnten zu verlieren.
Nun Samstag morgen um halb sechs waren wir die letzten Gäste und hatten keinerlei Probleme. Mal sehen, ob wir uns auch mal an einem ganz normalen Abend zu einer ganz normalen Zeit dorthinverirren. An dem Abend war aber alles klasse, der Barkeeper gab uns noch ein letztes Getränk aus und wir zogen gegen sechs nun endlich wirklich von dannen.