Gaywiesn Berlin

Da trägt man mal ein Dirndl und schon kommen Nachrichten.

Sonja aus Hamburg: hast Du Lust, Montag mit zur Gaywiesn zu kommen, ich habe mir gerade ein Dirndl gekauft

kurze Zeit Später:

Mataina: ich hab heute einen eigenen Tisch bei den GAYWIESN und kann dich+ 2 auf die Gästeliste setzen. Let me know!

Was soll man da sagen: Na klar, gerne.

Insofern habe ich Montag noch einmal in mein neues Dirndl geschmissen und bin mit Sonja zur Gaywiesn gefahren

War garnicht so einfach zu finden, hinter dem Bretterzaun am Ostbahnhof aber angekommen findet sich eine Bretterbude in ordentlicher Größe um gut gefüllt und stimmungsvoll zu sein.

Die Band ist nun keine klassische Oktoberfestband sondern ein Pianist und ein Sänger, der aber die typischen Partysongs singt und somit für eine gute Stimmung sorgt.

Für den Rest der Stimmung sorgt Mataina, die ich wirklich lange nicht gesehen habe – wie auch Bork selber – aber schönbeide wieder gesehen zu haben.

Was soll ich sagen: Stimmung gut, Haxe kross und groß und gut, und Radler natürlich auch groß und gut. Dazu Musik, die ich in jedem anderen Setting verabscheut hätte, an diesem Abend aber auf den Bänken getanzt habe.

War ein guter Abend – nur der Typ, der mich mit Chantal verwechselt hat, der hätte nicht sein müssen

Dirndl Zeit

Antizyklisch einkaufen ist der heisse Scheiss – aber manchmal auch ganz schön doof.

Ich bin ja regelmäßige Vinted Kundin und irgendwann habe ich mir da mal einen „Dirndl“ Suchauftrag erstellt um nach dem Oktoberfest, wo viele ihr Dirndl nun nicht mehr brauchen, selber eines zu kaufen.

Oktober kommt ja regelmäßig einmal im Jahr und dann kann man es bestimmt mal brauchen.

Ich fand dann auch eines, das mir gefiel und – glaube ich – auch ganz schön zu mir war, kaufte und es kam – und passte.

Und, ja, der Oktober kam – aber kein Oktoberfest und auch sonst keine Feste in Berlin, und das gleiche auch im nächsten Jahr – keine Festivitäten – vor allem keine im Oktober.

Dieses Jahr ist das anders und – auch wenn knapp – es passt noch.

Nun habe ich noch nie so recht verstanden, warum das Oktoberfest immer im September gefeiert wird – das ist mir aber auch Schnuppe – zumindest wird wieder gefeiert.

Und da am Wochenende der Oktoberfest Bieranstich war, dachte ich mir, könne ich auch in Berlin das Dirndl zur Vaudeville Variety tragen – ich tat es und es gefällt mir ausnehmend gut, weshalb ich alle mit diesem Eintrag belästige 🙂

Vaudeville Variety 13

Eine fast perfekte Veranstaltung

Sheilas Vaudeville Variety ist die eine Veranstaltung, die ich regelmäßig zwei Mal im Jahr besuche – zumindest wenn Corona das zulässt.

Und diese Vaudeville verhiess großartig zu werden, denn sie hatte nicht nur Miss Exotic World Frankie Frictitious zu Gast, sondern vor allem auch Reuben Kaye

Gerade Reuben dürfte mittlerweile mit seiner Solo Show genug zu tun haben und zu teuer sein, für eine Show, wie die Vaudeville, aber Sheila hat es geschafft, ihn noch einmal in Berlin auf die Bühne. zu bringen. Und so gab es die Reuben Kaye Show in der Vaudeville Variety Show.

schlecht für schlecht englisch sprechende Personen, wie zwei Frauen an meinem Tisch – großartig für alle anderen, die aber scheinbar die Mehrheit waren, denn sie jubelten an den richtigen stellen.

Und sie jubelten viel – es war von Anfang an richtig laut – Die Besucher wussten wie es geht und ein sehr großer Teil hat auch schon Vaudeville Varietys mitgemacht – viele zumindest hoben die Hand, als Sheila fragte – weniger allerdings, als sie fragte, wer von Tik Tok da sei.

Da allerdings hat sich scheinbar auch nicht jede gemeldet, denn ein Mädel an meinem Tisch sagte mir, sie kenne Sheila von Tik Tok und folge ihr – sie sei nun zum ersten Mal bei einer Burlesque Veranstaltung und es gefiel ihr.

Da waren also doch noch ein paar Tik Toker – Nur scheinbar aber etwas zu schüchtern.

auch beim späteren Get To Gether im Vorraum wo sie ziemlich lange wartete, dass Sheila mal nicht umringt von irgendwelchen Menschen war – aber da es den Zeitpunkt dann nie gab irgendwann gegangen ist – Hätte ich vorher gewusst, dass sie gleich geht, hätte ich die beiden sich mal vorgestellt.

Sich mal mit Gästen zu unterhalten, die zum ersten Mal da sind, zeigt auch immer wieder, warum diese Show so besonders ist, sie hat ein unglaubliches Spektrum an Künstlern.

etwas das ich als Schöne Mädels Burlesque bezeichne, also Glitzerbesetzte Korsetts, Glamour, Federfächer mit Frankie Frictious und Clea de Velours

Schöne Jungs Boylesque mit The Chocolate Showboy, etwas berliner Kleinkunst mit Bubbles Powder, Akrobatik mit Sergey Mishurenko und Em Chilvers, Musik mit dem David Hermlin Trio und Reuben Kaye.

Etwas noch nicht gesehenes, wie dem Kerzenständer Schwertschlucker Snookie Mono, etwas „seltsames“ mit Emira, Etwas Comedy mit Ingo Appelt und etwas lustigem mit Trigger Happy, der richtig ablieferte – Ach Ja und mit Sheila und Reuben also Moderation

Aber als ich mich mit dem Mädel unterhielt, merkte ich, dass ich da ganz anders drauf schaue. Ihr gefiel Clea De Velours mit ihrem Champagner Glas am besten während ich das garnicht in die engere Auswahl genommen hätte, da ich schon tausend X-Mal gesehen habe zuletzt bereits von Tronicat La Mietz in diesem Jahr bei Eves Pulveresque.

Mich hingegen hat Trigger Happy viel mehr begeistert. Der war wirklich, wirklich witzig in seinen beiden Shows und hat wohl mal einen Golden Buzzer bei „irgendwas’s Talent“ bekommen – vollkommen zurecht. Für mich das allerbeste dieser Show

Neben Reuben Kaye natürlich. Um seine eigene Show zu sehen, würde ich auch mal nach irgendwo hin fliegen

Eine Bekannte, die ihn ob seiner Videos zu Corona kennengelernt hat, konnte leider aus Hamburg nicht anreisen, da sie am Freitag eine eigene Veranstaltung zu meistern hatte und ihr Freund Geburtstag hatte – und Burlesque nicht soooo prall findet – was ein Fehler von den beiden

Ich bin mir übrigens nicht so sicher, ob Reubens Zimmernummer tatsächlich „four o one“ war, denn es wussten alle, wo er nach der Show zu finden war – ich war ja eher davon ausgegangen, das man ihn eher im Kit Kat Club danach finden würde . Ich habe ihn danach da allerdings nicht gesehen. War aber auch voll.

Also: Es war voll da, nicht ich war voll.

aber auch Nummern, die man schon X-Mal gesehen hat, können immer mal wieder auch anders sein, so Em Chilvers am dicken Seil. Wirklich oft gesehen, aber nie in dieser Geschwindigkeit – Vermutlich absolut sorgfältig choreografiert schien es immer so, als würde sie sich gleich verheddern. das hat mich überzeugt nicken lassen, vor allem, als sie sich hochdrehte. Das war schon klasse

Klasse und ganz anders, aber genauso passend war ebenfalls das David Hermlin Trio, ein Musiktrio das 30er Swing spielt und absolut in den Wintergarten passt – toll – und der pianist hat sich mal eben Reubens Musik drauf geschafft und ihn bei seinem Gesang begleitet – Viel besser als Karaoke vom Band.

schon toll gewesen

Interessant war auch die Personal Trainerin Emiria, die einen Gast auf die Bühne holte und mit ihm die ein oder andere Übung machte – und dabei Eiweiss trank und Obst aß. Der gast machte dabei sehr cool mit.

Sergey Mishurenko habe ich auch schon mal irgendwo gesehen – ich bin mir zwar nicht sicher wo, aber es wird vermutlich der typische „Wintergarten Künstler“ sein, den Sheila auch immer einbaut – er war aber auch klasse.

Und dann war da noch Ingo Appelt. Gedanklich passt er eigentlich gar nicht rein – aber er passte doch.

Ein bisschen spassig, als ich nach der Show sein Frau begrüsste und er daneben stand und etwas verwirrt schaute, dass ich auf die beiden zuging und nicht ihn begrüsste sondern seine Frau – Er sagte dann dass sie seine Frau sei und ich erwiderte „Das ist mir bekannt“

Das mir das bekannt war, war ihm allerdings scheinbar nicht bekannt 🙂

Aber sie hatte offenbar schon den Abend von mir gesprochen Da sei zoe – und den Namen hatte er bereits gehört, als ich ihm meinen Namen nannte

Die waren auch mit einer Zoe gerade an ihrem Tisch unterwegs.

Hallo Zoe, ich bin zoe, ich habe mir den Namen allerdings selber ausgesucht

Oh ich nicht, aber die hier neben mi, meine Mama

Hallo mutter von Zoe, ich bin Zoe

In der Situation war es viel besser als es sich jetzt darstellt.

…dann war da noch Bubbles Powder – Kleinkunst mit Seifenblasen, die ich zuletzt im kleinen Kookaburra auf der Bühne gesehen habe, Ich würde mal wetten, sie steht selten auf einer so großen Bühne, wie dem Wintergarten.

Toll, dass Sheila auch immer berliner Kleinkünstlern eine Bühne gibt, wie auf der letzten Vaudeville auch Roc Roc It, der ebenfalls auf der gleichen Veranstaltung im Kookaburra auftrat.

also: ich glaube kaum, dass Berlin schon häufiger solch eine Ansammlung unterschiedlichster Kunst und Künstler auf der Bühne gehabt hat und wie ich oben schon sagte, ich finde, es war mindestens mal eine der besten Vaudeville Varietys

wirklich ein schöner Abend – und ein langer – das waren 3 1/2 Stunden Show – und es sind – glaube ich – alle bis zum Ende der Show geblieben.

achja, am Tag, an dem Oktoberfest Anstich war, musste ich dann auch mal mein Dirndl rausholen 🙂

Ja, das sind schon eine ganze Menge Bilder, aber hier sind noch ein paar mehr in der Gallerie

Zirkus des Horrors

Mit Horror im Sinne von Horrorfilmen und auch mit Halloween habe ich es ja nicht so – Beides hat aber unterschiedliche Gründe, Horrorfilme mag ich nicht, wenn sie ekelig, blutrünstig und echt aussehend sind, Halloween ist was anderes.

Ich komme aber mit beidem zurecht – daher sagte ich auch Ja, als Jacky fragte, ob ich mit zum Zirkus des Horrors kommen würde…

Ein kurzer Blick ins Internet zeigte mir, dass es sich dabei um einen wirklichen Zirkus handeln würde, halt einer mit Artisten, die zum Teil aussehen, als würden sie gerade Halloween feiern – Masken, Hörner, Wunden und so weiter. Ein Zirkus, der Maskworld ausgeplündert hat. also.

Ich habe ja auch keine Angst vor Geisterbahnen ohne Halloween – ich mag beides nur nicht sonderlich – ich mag aber Zirkus in allen seinen Ausprägungen, zumindest wenn ohne Tiere – insofern: Klar ich komme gerne mit.

Ich bin allerdings durch viele gesehene Shows insgesamt und viele Jahre Roncalli Weihnachtscircus auch sehr verwöhnt und nicht mehr so richtig einfach über alle Maße zu begeistern. Eigentlich wollte ich dieses Wochenende ja zur At.Tension, dem Zirkusfestival der Fusion – das wurde aber nichts. Schauen wir also mal, was der Zirkus des Horrors so kann.

Um es schon einmal vorwegzunehmen. Rein vom artistischen konnte dieser Zirkus nicht mehr als andere bei einigen der Einzelshows gar ein bisschen weniger als ich anderswo schon gesehen hatte, aber die Show und die Musik machten den Zirkus des Horrors aber doch sehr sehenswert

Ab und an mit etwas Geschichte drumherum un der Einbeziehung des Publikums

Dieses Pärchen aus dem Publikum wurde auf die Bühne geholt und musste einige Fragen zu ihrer Beziehung beantworten. Der Verlierer wurde am Ende per Guillotine geköpft – immerhin musste seine Freundin das nicht selber machen.

Die Geschichte des Zirkus selber habe ich nicht so recht verstanden, aber es gab einen Teufel, der wohl angebetet werden sollte und eine ganz weiss gekleidete Person, Gott, Engel, Göttin IDK aber irgendwie die Gegenspielerin und darin kam dann übliche Zirkusartistik von Artisten im Halloween-Look und immer wieder gab es auch Feuer – und rockige Musik.

Wie gesagt, die Nummern selber waren gut, aber nichts aussergewöhnlich, wenn man vielleicht mal vom Schwertschlucker absieht, dessen Schwert eher ein Presslufthammer war – allerdings ohne die scharfen Klingen, die ein Schwert sonst so mit sich bringt.

Der Artist mit den Stühlen war auch gut. Bisschen weniger Stühle als schon anders gesehen, dafür allerdings das ganze auf vier Milchflaschen balancierend

Das Highlight der Show war aber wie wohl in allen Shows, wo es sich dreht das Höllenrad, Ich werde mich immer fragen, wie man das wohl probt und lernt, aber das ist schon immer großes Kino – äääh Zirkus

Und bei dem Höllenrad war das Licht auch endlich mal so, dass ein gutes Bild daraus werden konnte – ich hasse rotes Licht – und bei einem Zirkus des Horrors ( aka der Hölle ) gibt es eine ganze Menge rot – wie man hier sieht.

Dieses Getränk hiess Höllengebräu und blubberte und rauchte standesgemäß ganz erheblich

Nach der Show gab es dann übrigens auch noch die Möglichkeit, sich mit den Darstellern zu fotografieren. Der Satan schaute aber leicht weniger entzückt, wie Jacky – könnte aber auch einfach daran liegen, dass es eine Maske war

Zirkus ist ein wenig besser bei Roncalli und was zu gruseln habe ich schon eine ganze Ecke gruseliger bei diversen Sideshows gesehen, aber insgesamt war der Zirkus des Horrors eine Veranstaltung die man mal besuchen kann.

Es geb dann allerdings doch noch etwas richtig gruseliges – als ich am Ende merkte, dass meine Geldbörse weg ist. FUCK FUCK FUCK

Unter der Tribüne war es nicht, auf der Tribüne nicht und auch sonst nirgends – weg 🙁

Damit war nach dem Zirkus leider mein Abend zu ende, ich ungeniessbar und gedanklich mit anderen Dingen beschäftigt. Vor allem mit Sperrhotlines und Banken und Kartengesellschaften

Führerschein, Pass, alle Kredit und Bankkarten, Fahrzeugschein, Bahncard, Vorsorgevollmacht, Organspendeausweis, Krankenkassenkarte, ADAC Karte – alles weg – und etwa 80 € an Bargeld, das ist mir allerdings am wenigsten wichtig.

Ich habe keine Ahnung, was es da hinter mir zu grinsen gab – scheinbar eine ganze Menge

Dragqueeen in Berlin…