Berlin Burlesque Festival – The Even Night

Nachdem mich die Nummern der Odd Night gestern nicht so richtig gekickt haben, setzte ich größere Hoffnungen in die Even Night des Berlin Burlesque Festival. Der Wintergarten ist einfach die richtige Lokalität für Svarovskis, Velours und Federfächer. Und ich sollte nicht enttäuscht werden.

Berlin Burlesque Festival 2019

Genau genommen war ich bereits nach der ersten Nummer vollkommen glücklich. Clea De Velours zeigte, was „Even Night“ so bedeuten kann. Eine (sicherlich echte) Catherine D’Lish Robe und ein Svarovki besetztes Korsettensemble, dass so glitzerte, wie es ein Korsett nur tun kann.

Und überhaupt, wie kann man nur so gut aussehen.

Clea De Velours Burlesque
Clea De Velours

Ich danke noch einmal Marlene und Inga dafür, dass sie mich mit Sheila gratis herein gelassen haben. Und – da gerade noch Plätze da waren, sogar mit einem Platz in der allerersten Reihe – wo man einfach hervorragend schauen konnte.

Missla Vida

So zum Beispiel auf Missla Vida, die eine Seite der beiden Hosts an diesem Abend.

Diese Nummer hätte eigentlich auch für die Odd Night gepasst, aber ich fand sie besser als eigentich alles, was ich den Vortag gesehen habe, insofern, genau richtig bei der Even Night. Ein klasse Auftritt.

Kerri N' Fuego
Kerri N‘ Fuego

Aber auch wenn der Auftritt gut war, Kerri N’Fuego hat mich wirklich begeistert. Die Nummer hatte einfach alles, sie war schnell und heiss und spannend und sie hat überrascht. Eigentlich alle, die ich danach fragte, hat sie auch begeistert. Für mich das Highlight des Abend. Wow!

Kerri N' Fuego

Das konnte man bei Marlene von Steenvag leider nicht sagen – das lag aber nicht an der Nummer und auch nicht an Marlene selber sondern, einfach daran, dass da technisch diverses versagte. Einges kam zu schnell runter, anderes fuhr nicht hoch und überhaupt… Marlene konnte einem wirklich leid tun.

Marlene von Steenvag

In ihrer Nummer ging wirklich alles schief, was nur schiefgehen konnte. Das mal etwas nicht so funktioniert, wie es soll, kommt ja häufiger vor, zumeist können das gute Künstler aber irgendwie überspielen. Bei Marlene war da an diesem Abend aber nichts mehr zu machen. Es war leider überdeutlich, dass da (technisch) einiges schief lief. Sehr schade für sie.

Ich hatte viel Spaß mit der Even Night, und auch noch im Anschluss. Dieses „Anschluss“ hat mich allerdings mein Schottenkaroanzug gekostet.

Arden Delacour
Arden Delacour

Vaudeville Variety 10 @ Wintergarten

Raquel Reed Burlesque
Raquel Reed

Sheilas Vaudeville Variety im Wintergarten ist halt das beste, was so an Varieté auf Berlins Bühnen stattfindet. Immer ein bis drei internationale Stars und tolle weitere Nummern. In diesem Jahr kamen vor allem Raquel Reed und Dirty Martini.

Da ich derzeit in Darmstadt beschäftigt bin und mich Sonntags Nachmittags bereits wieder auf den Weg nach Frankfurt machen muss, muss ich leider den eigentlich präferierten Samstag sausen lassen und stattdessen Freitag kommen. Alle anderen waren Samstag da, daher führte es mich leider gänzlich alleine in den Wintergarten.

Naja, so ganz alleine war ich an meinem Tisch natürlich nicht, da gab es noch die anderen Gäste, in diesem Fall ein Pärchen, dass mir gleich zum Anfang erklärte, sie seien von (irgendwo = ich glaube Paderborn wars) her und sie seien ein „Swingerpärchen“, die „für alles offen“ seien. Ähja…..

Leider muss ich sagen, dass sich mein visuell generell mögliches Interesse, ziemlich schnell gen Null entwickelte, denn die beiden nörgelten in einer Tour durch. Über Nummer die ihnen nicht gefielen, über zu dicke Performer über den oft englisch sprechenden Host und was weiss ich noch alles. Keine Ahnung, was sie von dieser Show erwartet haben, aber ganz offensichtlich etwas sehr anderes.

Dirty Martini Swan
Dirty Matini

Da mein Blog seit fast zwei Jahren aus technischen Gründen tot war und ich diesen Beitrag mehr als zwei Monate später schreibe, weiss ich leider ansonsten von der Veranstaltung nicht mehr so viel. Ich merke aber deutlich, dass ich doch lieber wieder eine echte Kamera nutze. Handy reicht noch nicht aus.

Egal, ich weiss noch, dass mich Raquel Reed sehr überzeigte und begeisterte und dass ich Dirty Martinis Schwan Nummer natürlich schon kannte aber doch mal gerne wieder gesehen habe und dass mich Sven Ratzke, obwohl er natürlich ein begnadeter Sänger ist, als Host nicht wirklich begeistert, aber das ist ja rein subjektiv.

Auf jeden Fall war es schön, Lina wiedergetroffen zu haben um mit ihr danach noch in den frühen Samstag Morgen zu starten.

Perle Noire

Vaudeville Variety 9 @ Wintergarten

Chris Oh!

Ich wünschte, ich wüsste noch etwas über die Vaudeville Variety 9 im Wintergarten. Aber jetzt, da ich diesen Post schreibe ist mehr als neun Monate her, da mein Blog seit fast zwei Jahren kaputt war.

Aber da Sheila ja immer einen Trailer macht, kann man sehr schön sehen, was da so schönes passierte. Empress Stah goldglitzernd, Chris Oh! in Federn, Lou Lou D’Vil wunderschön und tolle Artistik. Wie eigentlich immer.

Tim Fischer

Und auch wieder tolle Gäste, wie auch immer 🙂

Sheila Wolf
Lou Lou D’Vil
Jacky als Bootsy Collins

Boheme Sauvage zum 50sten

Boheme Sauvage Jubiläum

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Eine ganze Weile hatte ich keine Boheme Sauvage besucht, weil immer irgendetwas anderes war oder sonstetwas nicht passte. Als dann allerdings neulich eine förmliche und vor allem persönliche Einladung der Veranstalterin Else Edelstahl zum 50sten Jubiläum per Rohrpost in mein Postfach fand, war klar, dass ich sie unbedingt wieder einmal besuchen müsste. Nicht nur weil die Boheme Sauvage eine Institution der berliner Partylandschaft ist, sondern auch wegen der immer vielen netten Personen dort.

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Doch um AUF die Boheme Sauvage zu kommen muss man ersteinmal ZUR Boheme Sauvage kommen. Und da ich derzeit ohne Führerschein bin und Sheila nicht über Gebühr mit Hin UND Rückwegumleitungen zu strapazieren, fuhr ich mit dem Bus.

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Der Fahrplan sprach davon Potsdamer Brücke den Bus zu wechseln und dann etwa 100 Meter bis zum Wintergarten laufen zu müssen… Klang gut. viel fahren, wenig laufen… Dummerweise bekam ich nicht mit, dass der Busfahrer einigen Mädels den gefallen tat, sie am Adagio etwa 500 Meter vor der nächsten Bus-Station herauszulassen. Es stand also als nächste Bushaltestelle „Potsdamer Brücke“ und der Bus hielt.. also stieg ich aus und durfte etwa 500 Meter laufen… Dort angekommen fuhr gerade der Bus weg, also lief ich weinfach weiter.. nochmal etwa 500 Meter zum Wintergarten. Ich stöckelte also einen knappen Kilometer auf High Heels durch die Stadt. In meinen besten Zeiten (auf Spikes und Tartan) hab ich da mal 3:irgendwas gebraucht, auf Stöckeln irgendwie mehr… was solls.

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Angekommen im wunderbaren Wintergarten war aber alles gut. Eine tolle Location, wie üblich tolle Kostüme, großartige Menschen und tolle Musik, wobei man sagen muss, dass die Musik dieses Mal noch ein wenig besser war, denn mit der 50sten Boheme Sauvage hat sich die Party eine Hausband geleistet mit Madmoiselle Chloe und ihren enfants Terrible. Chloe war bei der Boheme schon alles, Hostess, Bauchkastenmädel, Femme Fatale und Gegenpart von Coco. Eigentlich ist sie aber Sängerin mit toller Stimme und unglaublicher Bühnenpräsenz und wenn sie und Coco sich dann auf der Bühne zu Gesang und Stepptanz treffen, dann treffen zwei Rampensäue aufeinander, wie es nicht viele in Berlin gibt – toll. I Like it!

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Auch dieses Mal gab es selbstverständlich wieder eine Burlesque Darbietung – dieses Mal von La Viola Vixen aus Brisbain oder Bristol… (Madrid oder Mailand – hauptsache Spanien 😉 ) …also sie kam auf jeden Fall nicht aus Deutschland. Sie brachte eine nette Federfächernummer, nichts wirklich neues, aber doch sehr anschaulich. Dafür liebe ich beispielsweise Golden Treasure, die selbst aus einer Federfächernummer noch etwas wirklich neues wirklich anderes herausholt. Man hat halt schon viel gesehen.

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Das ist es auch, was Scarlett o’Honey, mit der ich mich eine ganze Weile unterhalten habe, sagte, wir hätten eben schon viel gesehen und es gebe noch immer viele Personen, die zum ersten Mal eine Show sehen oder die gar mit dem Begriff Burlesque auch heute noch nichts anfangen könnten. Das komme bei ihr noch relativ häufig vor, wenn sie in der Rock’n’Roll Herberge arbeitet, der Berliner „Kogge“. Sieh an, man mag es kaum glauben. Alles gute von Hamburg findet irgendwann nach Berlin 😉

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So zum Beispiel ich 😉 und Swingin Swanee, die an diesem Abend so gänzlich anders aussah. Jemand meinte zu ihr, sie hätte sich an diesem Abend als Frau verkleidet. Dazu muss man sagen, dass sie dem Swing verhaftet ist und in der Regel mit Schiebermütze Platten auflegt. Nicht allerdings heute, denn der Boheme Resident ist ja Herr Dr. Hirschfeld. Neben mir und Swanee kommt aber auch Hedoluxe von Zeit zu Zeit in Berlin eingeflogen. An diesem abend aber weniger silbrig als normal, dafür auch ein weniger normaler als normal 😉 Ich muss gestehen, ich erkannte ihn erst, als er mich drauf hinwies, dass ich ihn kenne… Asche auf mein Haupt …

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Aber was soll man sagen, die Boheme ist mit ihrer Musik, dem Pokern und Roulette, dem Absinth und den Gästen ist immer ein Besuch wert, auch wenn Lady Lou auffiel, das irgendetwas an diesem Abend fehlte. Die Abgeschlossene Ecke mit den 20er Jahre Pornofilmen hat die Boheme Sauvage irgendwie überlebt, aber vermutlich wird einfach heute jeder Platz gebraucht. Ein kleinwenig schade ist es indess doch, war hinter dem Vorhang doch irgendwie immer ein verbotener Raum.

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An diesem Abend gab es dafür aber etwas neues. Ein Kamerateam hat sich stationiert, um Daumenkinos von einem abzulichten, als Sheila und ich uns aber fast breitschlagen liessen, war die Kamerafrau gerade nicht am platz und als sie (vermutlich) wieder da war, waren wir wiederum nicht am Platz… also wurde nichts aus dem Daumenkino.

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Aber wer weiss, vielleicht beim nächsten Mal bei der Boheme Sauvage.