Studio Lovemasters Pre-NYE-Sause

Die Zeit zwischen Weihnachten und Silvester ist eine besondere und eine ruhige. Und es ist eine Zeit, die ich meistens zu Hause in Hamburg verbringe, wo ich Freunde und Familie treffe und generell eine gute Zeit habe.

Barbie, Medusa & Ich

Es ist aber auch die Zeit, in der die Bars und Discos ein paar Tage leer sind oder gleich ganz geschlossen haben. Selbst die Hamburger Reeperbahn ist an diesen Tagen wie ausgestorben und auch Olivia Jones‚ Imperium hat da eine Weile dicht.

Das ist im Übrigen auch der Grund, warum ich die da (ausser Eve Champagne) alle nicht kenne. Denn ich bin nicht in Hamburg, wenn die Läden aufhaben und wenn ich in Hamburg bin, haben die Läden nicht auf. Ein Teufelskreis.

Dieses Mal kurz vor Silvester war es anders. Leo und Helge riefen zur Studio Lovemasters Pre NYE Sause und da die Party auf St. Pauli sein sollte und da Eve dort hinwollte und Ich und einige ihrer Freunde, lud sie zu sich zum Vorglühen.

Und das hatte es in sich… Wie schrieb ich tags darauf auf Facebook?

Gehen ein Frisör mit Hundemaske, ein Travestie Schlachtross, ne Hula Hoop Artistin, Ne burlesque Medien-Nutte, noch ne Transe, ein Typ bei dem man einen Bausparvertrag kaufen würde und ein Mettler zusammen auf ne Party… Und fallen da eigentlich kaum auf.

Yo, so war es. Eine coole Zusammenstellung von Menschen in Eves Küche.

Leo meinte dann allerdings, dass wir doch aufgefallen sind. Zumindest nicht negativ allerdings.

Was für eine Party war das bitte. Ich glaube das war die größte Zusammenstellung schöner Menschen, die mir jemals untergekommen ist. Da war einfach jede/r wunderschön. Und gerade wenn man dachte: wow, sehen hier alle gut aus, dann kam wieder ein Trupp wunderschöner Menschen herein.

Und wunderschön meine ich damit nicht im Heidi Klum Supermodel Schönheitsideal.

Da waren Freaks, Outsider, Fetischmodelle, Gothics, Transen ganz normale Menschen und wasweissich für Menschen aber eigentlich alle trugen eine Aura mit sich rum, die aussagte „Ich weiss, was ich bin aber heute geht es um Spaß“

Niemand war auf dieser Party um Werbung für sich zu machen sondern um zwischen „den Tagen“ Freunde zu treffen und einen Abend richtig Spaß zu haben. Eine der besten Parties, die ich lange erlebte.

Natürlich waren wir wieder die letzten die nach Hause gingen….

Wobei „nach Hause“ in diesem Fall auf ein paar weitere Getränke in Eves Stammkneipe „Old Sailor“ bedeutete….

Die Queens vom Kiez

Bekanntermaßen bin ich ja eine Hamburger Pflanze, die sich (vor allem) aufgrund des Nachtlebens irgendwann entschieden hat, Hamburg den Rücken zuzukehren und nach Berlin zu ziehen.

Damals gab es in Hamburg nahezu keine Drags und ich konnte die sichtbaren Drags in Hamburg an höchstens anderthalb Händen abzählen (und da hab ich mich damals schon nett eingerechnet), die dann in der Regel auch zumeist vollzählig bei einer von Olivia Jones Royal Chicken Club Parties zugegen waren.


(2010) – Valery und ich auf einer Pink inc.

Olivia hatte ihr Kiez Imperium noch nicht wurde erst 2008 Wirtin und somit all die Mädels um sie herum nicht, Nicky Dynamite war noch nicht in Hamburg und viele andere ebenfalls nicht sichtbar, nicht erschaffen oder einfach noch nicht da. Mittlerweile hat sich da in Hamburg einiges getan.

Nun gibt es eine Dokumentation der Queens vom Kiez, die sehr klasse ist, wenngleich auch sicher ein sehr eingeschränktes Bild zeigt. Die Dokumentation heißt „Queer Life in the City 4 – Queens of Hamburg“ und ich konnte sie bereits vollständig sehen. Ihr müsst Euch da ab heute durch vier Teile schauen, die aber durchaus sehr interessant sind.

Teil 3 – kommt noch

Interviewed werden eigentlich vier Generationen von Hamburger Erscheinungen. Zum einen die Grande Dame der Landschaft Lilo Wanders, die sehr viel zu erzählen hat. zum Zweiten Olivia Jones deren Part etwas kleiner ist, zum dritten Valery Pearl und zuletzt noch Veuve Noir.

Teil 4 – kommt noch

Wer ein bisschen Einblick hat, merkt schnell dass es sich da bei Lilo, Olivia und Veuve um Mitglieder der Olivia Jones Familie handelt und Valery einige ihre ersten Schritte auch bei Olivias Parties gemacht hat. Zudem gab es sowohl Lilo als Olivia wie auch Valery Pearl schon als ich noch in Hamburg wohnte.


(2009) Lilo Wanders

Da muss es doch auch neues Blut aus dem jetzt zu Ende gehendem Jahrzehnt geben, dass nicht aus Olivias Netzwerk kommt. Es hätte also bestimmt auch noch andere Queens in Hamburg gegeben.

Teil 5 – kommt noch

Trotzdem ist es wirklich spannend anzuschauen. Die Damen haben viel zu erzählen.

Aber ganz ehrlich ich habe Olivia auch einiges zu verdanken, die ersten Parties, die besucht habe, waren ihre. Nachdem sie wieder aus Berlin nach Hamburg kam (wo sie einige Jahre werkelte) , reanimierte sie ihren Royal Chicken Club und es soll Menschen gegeben haben, die weinten, als die Mail kam. Ich fühlte mich auf jeden Fall damals safe genug, da hinzugehen und zu tanzen. Ich war damals noch viel zu schüchtern irgendwen anzusprechen, wurde aber von Olivia selbst angesprochen, die ein paar Worte mit mir wechselte, was mir sehr gut getan hat. Valery Pearl, die dort auch war, wagte ich damals nicht anzusprechen.

Teil 6 – kommt noch

Valery habe ich dann aber auf vielen ihrer eigenen Parties und Hamburg CSDs kennen und mögen gelernt. Ich habe heute noch einen kleinen laminierten Ausweis, den ich mal als furchtbar miese Madonna Kopie gewonnen habe, der mir lebenslang freien Eintritt und einen Begrüßungssekt auf ihrer „Pearls of the Night“ Party gewährt. Dummerweise gibt es die nicht mehr. Kann man das auf Pink Inc. umschreiben lassen?


(2010) – CSD Hamburg

Was Lilo Wanders so in ihrer Vergangenheit gemacht hat, weiss wohl jeder über 30, dass Olivia eine sehr politische und durch ihre Person sehr aufklärerische Persönlichkeit ist, ist wohl auch bekannt, Valery setzt sich für geflüchtete ein und ist – wenn ich mich erinnere Ehren-Ordensdame bei den Schwestern PSI. Nur über Veuve weiss ich ehrlich gesagt nix. Ihr bin ich bisher nie begegnet, da Olivias Bars immer dann Pause haben, wenn ich in Hamburg bin.

Teil 7 – kommt noch

Egal. Was ich sagen wollte. Schaut mal rein, ist wirklich spannend, was die Damen so alles zu erzählen haben.


(2009) in Hamburg

Und als Goodie für alle, die bis hier gelesen haben, noch ein Bild aus dem Giftschrank 2007 für die ganz Hartgesottenen. Um Augenkrebs zu vermeiden verlinke ich es nur 😉
Ja, ich will es sehen…

Teil 8 – kommt noch

CSD Hamburg – Hallo Regengott?

CSD Hamburg 2013

DSC01069Ich bin mir nicht sicher, was der Wettergott seit einigen Jahren gegen den Hamburger CSD hat, aber irgendwas muss ihm vor 4 Jahren übel misfallen haben.

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Anders kann ich es mir nicht erklären, dass er es nach vielen Jahren Sonne, Sonne und Sonne nun seit drei Jahren pünktlich etwa eine halbe Stunde vor Start bis etwas eine halbe Stunde nach Start nun regnen lässt und so Kostüme, Makeup sowie ein hohes Besucheraufkommen zerstört…

DSC01091Hallo Hamburg Pride, schlagt dem Wettergott doch einfach ein Schnippchen und legt den Start um eine halbe Stunde nach hinten, das hätte in den jetzt letzten drei Jahren dafür gesorgt, dass ein wunderbares Wetterchen die gesamte Parade lang vorhanden gewesen wäre 🙂

DSC01094Die Parade selber dann war natürlich wieder klasse, sie verlief ab Hauptbahnhof in allerbestem Wetterchen und war dan später streckenweise auch wieder gut besucht. Nur bei der typischen CSD-Reisegruppe und den Hamburg Residents habe ich tatsächlich einige dieses Jahr in Hamburg vermisst. Mädels wo wart ihr alle….

DSC01099Und warum haben sich so viele dem „Olivia Jones Paradoxum“ angeschlossen: Ich bin auf dem Startbild, aber komischerweise auf der Parade nicht mehr, da ich direkt am Start ausgestiegen bin. Traurig soetwas.

DSC01087Traurig auch, dass der Hamburger CSD die bisher meiner Meinung nach unversteckteste Werbeaktion, die ich je auf einem CSD gesehen habe, zugelassen hat. Citeecar… traurig, aber da komme ich noch mal „Hier“ zu. Wenn man wie heute immer noch fragt, ob der CSD politisch oder nur Werbung und Party ist, dann geht sowas nicht.

DSC01092Aber letzten Endes ist natürlich auch dieses Jahr der CSD wieder eine wundervolle Veranstaltung gewesen. Viele nette Leute, viele gute Gespräche und immer wieder gute Bekanntschaften.

DSC01075So hatte ich ein wirklich nettes Gespräch mit – ja mit wem eigentlich – Ich kenne ihren Namen garnicht, aber seit vielen CSDs in Hamburg und verschiedensten Parties laufen wir uns seit ebenso vielen Jahren immer wieder über den Weg. Sie schwärmte mir von einem Besuch in Berlin vor – berlin sei nett zu ihr… jaja, das kann ich nur bestätigen. Zu mir auch.

DSC01101-001Oder mit dem Mädel, dass sich – mit langer Lederhose – irgendwie in die Ledergruppe schmuggelte, in der ich gerade die Kontrastfarbe gab … Sind das Deine Jungs – äh nee, ich dachte, das seien Deine 🙂

Vina ValentinaOder die drei „Polizistinnen“ Drei Mädels, die ich bereits letztes Jahr in ihren Cop-Kostümen fotografierte und mir dachte …“hmmm süß“ dieses Jahr wieder da, wieder als Polizistinnen aber als amerikanische.. Und na sieh an, sie kannten auch mich noch. Du hattest doch letztes Jahr etwas grünes an… Hatte ich. Tatsächlich. Mein Kunstrasenkleid mit St. Pauli Emblem.

DSC01081Hätte ich das auch gerade an, könnte ich endlich einmal das Bild vorm St.Pauli Logo vorm Stadion machen, denn dort schaue ich gleich das Spiel gegen Preussen Münster. Heterosexuellste Transe, wo gibt 🙂

DSC01076Nett war dann auch ganz am Ende, wo eine Gruppe Freunde von mir standen und zuschauten…

DSC01090Die Fotos muss ich leider nachreichen, da ich es versäumt habe, den Adapter mitzunehmen, um die Bilder von meiner SD-Karte auf mein Surface zu laden…. Dumm, ich weiss, aber hilft nichts, ich werde sie morgen hier einfügen.

Und da sag noch einer "Kampflesben"

Und da sag noch einer „Kampflesben“

Eine Sache ist mir noch leider erst im Nachhinein hier beim Schreiben komisch aufgestoßen. Ich sah die beiden süssen auf dem Bild oben und meinte zum Publikum spassig: Und da sage noch einer „Kampflesben“.. Da bekam ich dann als Antwort die Frage. „Aber hier sind doch auch nicht alle Homosexuell, oder, da sind doch auch viele Unterstützer dabei? Vermutlich war es ganz anders gemeint, aber im Nachhinein kam mir das fast so vor wie „Die sehen zu gut aus, das sind bestimmt keine Lesben sondern einfach nur Unterstützer“….

 

 

 

Chapeau St. Georg – Hutladen Lange Reihe

Die Frau von Welt trägt Hut
…und fährt schöne Autos

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Vor einiger Zeit hat Karin von Sahneschnitte für die Fashion-Show für die hamburger fetishparty Obsession ausgerichtet und dabei nebst einigen anderen interessanten Personen auch mich auf der Bühne. Extra dafür schneiderte sie mir ein wundervolles Kleid, welches – wenn nicht noch Wunder geschehen – wohl mein einfaches Kostüm für den Berliner CSD wird…. Besser als alles andere im Schrank…

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Nun denn, nun hat Karin vor kurzer Zeit wieder nette Personen für eine Aktion gesucht, die sie gerade vorbereitet. Ein Imagevideo für einen Hutshop in der Langen Reihe in St. Georg. Genaugenommen das Chapeau St. Georg.

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Gleichzeitig sollte daraus aber auch ein Imagevideo für Sahneschnitte werden und darum trommelte sie interessante Personen zusammen, mit denen sie schon mal etwas gemacht hat und die wohl einen interessanten Eindruck machen würden… Tja, und ich gehöre wohl dazu…

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Den Vorbereitungstermin durfte ich schwänzen, da ich hoch und heilig versprach, dass mir sowohl Film-Kameras als auch Foto-Kameras nicht ganz unbekannt seien und ich eh Lampenfieber und ähnliches nicht kennen würde… Außerdem hatte ich wahrlich keine tragende Rolle im Endergebnis…

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Allerhöchstens eine Hut-tragende Rolle, verpasste mir die Laden Inhaberin – deren namen ich leider vergessen habe, doch noch kurz einen, wenngleich wir feststellen müssen, dass ich eigentlich einen zu großen Dickkopf für ihre Hüte habe, aber mit einer Haarklammer ging es dann doch und er hielt auch fest bis ich wieder fuhr.

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Meine idee, „ich gebe Dir den Hut zurück und nehme dafür ihren Sessel mit“ – später dann „Ich tausche den Sessel gegen den Wagen draussen“ wurde leider ablehnend beschieden, was vor allem beim Wagen absolut verständlich war, denn beide später angekarrten Wagen waren doch sehr besonders – und wahrlich nicht billig. …wie im übrigen der Hut auf meinem Kopf auch nicht, allerdings für einen Hut – nicht für ein Auto.

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Das spannende an der Veranstaltung war aber vor allem wieder der Mix der mitwirkenden Personen. Gänzlich unterschiedliche Personen, die aber alle ein gewisses Etwas hatten. Und in irgendeiner art und Weise cool waren. Ein tanzenden Pärchen, eine Fetischlady, verschiedene interessante Models, eine ganze Band mit Kontrabass und allem, was dazugehört, wunderbare Autoinhaber, viele Hüte und – ääh ja ich als allerunwichtigstes Kleinteil in einem Sessel sitzend.

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Wichtig war ich dann aber doch noch -da die Autos immer mehrere Male vor und zurückfahren mussten und wir dabei eine gesamte Strassenseite in Beschlag genommen haben, hab ich einfach einmal mit meiner natürlichen Präsenz und Ignoranz die Autos angehalten. Seltsam dabei, wie Autofahrer kuschen, wenn eine Drag Queen mit Hut den Verkehr anhält um einem Oldtimer den Weg zu weisen 🙂

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Herausgekommen ist ein kleiner Film mit wunderbaren Menschen, großartigen Autos, tollen Kleidern von Sahneschnitte und einer ganzen menge Hutkreationen von Chapeau St. Georg aus der Langen Reihe, dem Startpunkt des Hamburger CSD. Da muss ich unbedingt dieses Jahr kurz einkehren und „Hallo“ sagen – Vielleicht findet sich dann ja auch noch eine kurzfristige Kopfbedeckung gegen die Sonne oder den Regen, denn zum CSD gibt es in Hamburg immer nur dieses oder jenes :).

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