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Anarchistischer CSD 2021

Wie sehr kann man sich freuen, wieder Menschen zu sehen?
Ja!

Anarchie Trans*-Flagge und diverse Regenbogen Antifaschichtische Aktion Flaggen

1 1/4 Jahre Corona und der letzte Post hier war von der letztjährigen Pride Berlin, die von einer Privatperson im letzten Juli angemeldet wurde nun wird der nächste Post ebenfalls wieder einer der Pride, genau genommen dem Anarchistischen CSD 2021.

beachtet bitte das anarchistische Vermummungsgebot

Was es nicht alles gibt.

Anarchistischer CSD Berlin 2021:
Aus Wut zerstören, aus Liebe aufbauen
Wir laden Dich am Sonnabend, 26.6., um 14 Uhr zu einer unangepassten, antikommerziellen Demonstration ein, die uns Kraft gibt für zukünftige Kämpfe!
>>> der gesamte Aufruf <<<

Anarchistischer CSD 2021

Der Termin der diesjährigen Pride ist irgendwie an mir vorbeigegangen, offensichtlich gibt es dieses Jahr auch wieder den eigentlichen CSD und eine zweite „revolutionäre“ CSD Berlin Pride, die gestern per Sternenmarsch aus unterschiedlichen Stadtteilen zum Alex marschieren sollte. Die “ Travestie für Deutschland“ sollte wohl aus Neukölln marschieren. Ich habe kurzzeitig nachgedacht, ob ich Lust habe, mitzumarschieren, mich dann aber dagegen entschieden.

Anarchistischer CSD 2021

Als ich dann Samstag Musik hörte, aus meinem Fenster schaute und sah, dass offensichtlich auch vor meiner Wohnung am Oranienplatz eine Pride in Richtung Alexanderplatz marschieren würde, war ich schon etwas traurig, aber da war es zu spät..

qtbipoc Marsch Berlin

Auf jeden Fall habe ich mal wieder einen neuen Term gelernt „qtbipoc„. Das steht für „Queer, Trans, Black, Indigenous People of Color“ und die sind gestern offenbar vom Oranienplatz zum Alexanderplatz gelaufen.

Bethanien Mariannenplatz

Naja, ich las dann im „Demoticker Berlin“, dass es eben auch einen Anarchistischen CSD geben würde, und der so gegen 18:00 am Mariannenplatz in Kreuzberg ankommen würde – und dort gebe es dann eine Abschlusskundgebung.

Zumindest zu der wollte ich eben gehen – und es sollte sich zeigen, dass das eine 5 stündige „Abschlusskundgebung mit Redebeiträgen, DJ-Musik und Livemusik sein würde.

Ich kam an – und aus dem Grinsen nicht mehr heraus, so entzückt war ich von den Menschen dort. Eine tolle Mischung aus tollen links eingestellten Menschen jeglicher Geschlechtsidentitäten, Haut- und Haarfarben. Tooolllll

Dazu eben Livemusik.

Schnell mal eben meiner Nachbarin Regina Bescheid gegeben, dass es sich lohnt und weiter gegrinst. Während wir dann so auf dem Mariannenplatz saßen und uns dem Menschen dort freuten, hörten wir von der gerade beginnenden Bands, die Begrüssung all der Personen dort und der „Penguins“…..

„….hat der gerade eben alle „Penguins“ begrüßt?“

…wer sich in Berlin mit linkem Leben auskennt, weiss, dass es hier nur eine Person gibt, die Pinguine begrüßen würde. Yok ehemals mal Quetschenpaua oder er in einer seiner mannigfaltigen Bands, in denen er spielt oder spielte. In diesem Fall Option weg, die tollen althergebrachten Punk – nunja mit Geige und Quetsche.

Interessant auch, dass die „Abschlusskundgebung“ der Anarchistischen Pride am Rondeel vorm Bethanien am Mariannenplatz stattfand, auf der gerade Ton Steine Scherben gedacht wird

… und das ist gar nicht so uninteressant, denn auch wenn Rio Reiser nicht offen homosexuell lebte, arbeiteten Ton Steine Scherben offenbar damals mit schwulen/trans* Theatergruppen zusammen. Das kann man derzeit auf dem Mariannenplatz nachlesen, aber auch, wenn wirklich viele die TSS Historie gelesen haben, war, Samstag doch eher die aktuelle Thematik

also, dieser Anarchistische CSD war toll, und sollte sich das Orga Team nicht vollständig verkrachen und eine Wiederholung in 2022 stattfinden, dann werde auch da sein, und zwar auch zum Marsch und im Dress, denn da gehöre ich hin. …finde ich.

Gay Pride Berlin

Corona Jahr 2020

Den typischen CSD gab es dieses Jahr aus Corona Gründen nicht, das war schon lange klar. Dieses Jahr sollte sich laut dem CSD e.V. alles im Netz abspielen, da vermutlich eh keine Demonstration genehmigt würde.

Black & Trans Lives Matter
Bild in Originalgröße hier

Nun läuft es aber in Deutschland ja mit Corona ganz gut und es sind wieder Demonstrationen erlaubt – und neben komischen „Hygienedemos“, Attila Hildmans und anderen seltsamen Menschen extrem wichtig und vermutlich so dringend wie lange nicht, wenn wir uns neben Deutschland die Welt anschaut.

Das fand auch jemand in Berlin und hat eine Demo als Pride Parade angemeldet. Keine Werbung, keine LKWs, kein Alkohol. Politik statt Party. Selbstverständlich viel kleiner als ein typischer CSD aber umso wichtiger – selbst hier.

Dieser „CSD“ war ein kleinwenig wie die Enough is Enough Demo vor Jahren… Und immer noch wichtig. Das zeigt auch der Umstand, dass es währende der Parade offensichtlich mehrere Situationen gab, in denen Teilnehmer beleidigt, beworfen und gar tätlich angegriffen wurden….

Ich habe vor Jahren schon einmal geschrieben, dass der Berliner CSD umso wichtiger ist, da es wohl der östliche sichere CSD ist. Und selbst wenn diese Parade den weltweit bekannten Namen Gaypride trug, bleibt es dabei. Selbst wenn es die oben genannten Situationen gab, ist man hier sicher und das halbe land ist nicht wie in Polen „LGBTIQ“ Freie Zone….

Übrigens die meisten Teilnehmer liessen Platz und trugen Masken….

Studio Lovemasters Pre-NYE-Sause

Die Zeit zwischen Weihnachten und Silvester ist eine besondere und eine ruhige. Und es ist eine Zeit, die ich meistens zu Hause in Hamburg verbringe, wo ich Freunde und Familie treffe und generell eine gute Zeit habe.

Barbie, Medusa & Ich

Es ist aber auch die Zeit, in der die Bars und Discos ein paar Tage leer sind oder gleich ganz geschlossen haben. Selbst die Hamburger Reeperbahn ist an diesen Tagen wie ausgestorben und auch Olivia Jones‚ Imperium hat da eine Weile dicht.

Das ist im Übrigen auch der Grund, warum ich die ganzen Personen bei Olivia (ausser Eve Champagne) alle nicht kenne. Denn ich bin nicht in Hamburg, wenn die Läden aufhaben und wenn ich in Hamburg bin, haben die Läden nicht auf. Ein Teufelskreis.

Dieses Mal kurz vor Silvester war es anders. Leo und Helge riefen zur Studio Lovemasters Pre NYE Sause und da die Party auf St. Pauli sein sollte und da Eve dort hinwollte und Ich und einige ihrer Freunde, lud sie zu sich zum Vorglühen.

Und das hatte es in sich… Wie schrieb ich tags darauf auf Facebook?

Gehen ein Frisör mit Hundemaske, ein Travestie Schlachtross, ne Hula Hoop Artistin, Ne burlesque Medien-Nutte, noch ne Transe, ein Typ bei dem man einen Bausparvertrag kaufen würde und ein Mettler zusammen auf ne Party… Und fallen da eigentlich kaum auf.

Yo, so war es. Eine coole Zusammenstellung von Menschen in Eves Küche.

Leo meinte dann allerdings, dass wir doch aufgefallen sind. Zumindest nicht negativ allerdings.

Was für eine Party war das bitte. Ich glaube das war die größte Zusammenstellung schöner Menschen, die mir jemals untergekommen ist. Da war einfach jede/r wunderschön. Und gerade wenn man dachte: wow, sehen hier alle gut aus, dann kam wieder ein Trupp wunderschöner Menschen herein.

Und wunderschön meine ich damit nicht im Heidi Klum Supermodel Schönheitsideal.

groDa waren Freaks, Outsider, Fetischmodelle, Gothics, Transen ganz normale Menschen und wasweissich für Menschen aber eigentlich alle trugen eine Aura mit sich rum, die aussagte „In meinem Metier bin ich großartig und das weiss ich auch – aber heute bin ich hier um einfach Spaß zu haben.“

Niemand war auf dieser Party um Werbung für sich zu machen sondern um zwischen „den Tagen“ Freunde zu treffen und einen Abend richtig Spaß zu haben. Eine der besten Parties, die ich lange erlebte.

Natürlich waren wir wieder die letzten die nach Hause gingen….

Wobei „nach Hause“ in diesem Fall auf ein paar weitere Getränke in Eves Stammkneipe „Old Sailor“ bedeutete….

Die Queens vom Kiez

Bekanntermaßen bin ich ja eine Hamburger Pflanze, die sich (vor allem) aufgrund des Nachtlebens irgendwann entschieden hat, Hamburg den Rücken zuzukehren und nach Berlin zu ziehen.

Damals gab es in Hamburg nahezu keine Drags und ich konnte die sichtbaren Drags in Hamburg an höchstens anderthalb Händen abzählen (und da hab ich mich damals schon nett eingerechnet), die dann in der Regel auch zumeist vollzählig bei einer von Olivia Jones Royal Chicken Club Parties zugegen waren.


(2010) – Valery und ich auf einer Pink inc.

Olivia hatte ihr Kiez Imperium noch nicht wurde erst 2008 Wirtin und somit all die Mädels um sie herum nicht, Nicky Dynamite war noch nicht in Hamburg und viele andere ebenfalls nicht sichtbar, nicht erschaffen oder einfach noch nicht da. Mittlerweile hat sich da in Hamburg einiges getan.

Nun gibt es eine Dokumentation der Queens vom Kiez, die sehr klasse ist, wenngleich auch sicher ein sehr eingeschränktes Bild zeigt. Die Dokumentation heißt „Queer Life in the City 4 – Queens of Hamburg“ und ich konnte sie bereits vollständig sehen. Ihr müsst Euch da ab heute durch vier Teile schauen, die aber durchaus sehr interessant sind.

Teil 3 – kommt noch

Interviewed werden eigentlich vier Generationen von Hamburger Erscheinungen. Zum einen die Grande Dame der Landschaft Lilo Wanders, die sehr viel zu erzählen hat. zum Zweiten Olivia Jones deren Part etwas kleiner ist, zum dritten Valery Pearl und zuletzt noch Veuve Noir.

Teil 4 – kommt noch

Wer ein bisschen Einblick hat, merkt schnell dass es sich da bei Lilo, Olivia und Veuve um Mitglieder der Olivia Jones Familie handelt und Valery einige ihre ersten Schritte auch bei Olivias Parties gemacht hat. Zudem gab es sowohl Lilo als Olivia wie auch Valery Pearl schon als ich noch in Hamburg wohnte.


(2009) Lilo Wanders

Da muss es doch auch neues Blut aus dem jetzt zu Ende gehendem Jahrzehnt geben, dass nicht aus Olivias Netzwerk kommt. Es hätte also bestimmt auch noch andere Queens in Hamburg gegeben.

Teil 5 – kommt noch

Trotzdem ist es wirklich spannend anzuschauen. Die Damen haben viel zu erzählen.

Aber ganz ehrlich ich habe Olivia auch einiges zu verdanken, die ersten Parties, die besucht habe, waren ihre. Nachdem sie wieder aus Berlin nach Hamburg kam (wo sie einige Jahre werkelte) , reanimierte sie ihren Royal Chicken Club und es soll Menschen gegeben haben, die weinten, als die Mail kam. Ich fühlte mich auf jeden Fall damals safe genug, da hinzugehen und zu tanzen. Ich war damals noch viel zu schüchtern irgendwen anzusprechen, wurde aber von Olivia selbst angesprochen, die ein paar Worte mit mir wechselte, was mir sehr gut getan hat. Valery Pearl, die dort auch war, wagte ich damals nicht anzusprechen.

Teil 6 – kommt noch

Valery habe ich dann aber auf vielen ihrer eigenen Parties und Hamburg CSDs kennen und mögen gelernt. Ich habe heute noch einen kleinen laminierten Ausweis, den ich mal als furchtbar miese Madonna Kopie gewonnen habe, der mir lebenslang freien Eintritt und einen Begrüßungssekt auf ihrer „Pearls of the Night“ Party gewährt. Dummerweise gibt es die nicht mehr. Kann man das auf Pink Inc. umschreiben lassen?


(2010) – CSD Hamburg

Was Lilo Wanders so in ihrer Vergangenheit gemacht hat, weiss wohl jeder über 30, dass Olivia eine sehr politische und durch ihre Person sehr aufklärerische Persönlichkeit ist, ist wohl auch bekannt, Valery setzt sich für geflüchtete ein und ist – wenn ich mich erinnere Ehren-Ordensdame bei den Schwestern PSI. Nur über Veuve weiss ich ehrlich gesagt nix. Ihr bin ich bisher nie begegnet, da Olivias Bars immer dann Pause haben, wenn ich in Hamburg bin.

Teil 7 – kommt noch

Egal. Was ich sagen wollte. Schaut mal rein, ist wirklich spannend, was die Damen so alles zu erzählen haben.


(2009) in Hamburg

Und als Goodie für alle, die bis hier gelesen haben, noch ein Bild aus dem Giftschrank 2007 für die ganz Hartgesottenen. Um Augenkrebs zu vermeiden verlinke ich es nur 😉
Ja, ich will es sehen…

Teil 8 – kommt noch