Olivia Jones – eine Dragqueen mit Haltung

Im Zuge der Pro7 „Queen Of Drags“ springen natürlich auch die anderen Sender ein wenig auf das Pferd. Wie z.B. auch der NDR mit einer Reportage über Olivia Jones, der eigentlichen Queen Of Drags in Deutschland.

Eine schöne – gar nicht mal so kleine – Doku über Olivia mit all ihren größten Hits. Ihre großartige Extra3 Reportage auf dem NPD Parteitag, ihre Bewerbung zur Bürgermeisterin bei der Hamburger Wahl, das Dschunglecamp, CSD Auftritte, Ihre ersten Auftritte im Schmidts Theater und und und.

Und ganz ehrlich, wer auch immer diese Staffel von Queen Of Drags gewinnt. Zum Status einer Olivia Jones ist noch ein ganz weiter Weg. Und ich hoffe, dass die Gewinnerin, sich zumindest mal politisch ein Beispiel an Olivia nimmt und nicht nur als hübsches geschminktes Gesicht fungiert.

Game of Queens

Game of Queens
Game of Queens

Kurz bevor mit Queen of Drags of erstmals das Thema Drag Queens wirklich zur besten Sendezeit im Deutschen erscheinen wird, haben mir Freunde aus den USA ein Drag Queen Quartett mit den wirklich bekannten Drags mitgebracht.

Dame Edna & Sharon Needles
Dame Edna & Sharon Needles

Teilweise bin ich aber mit deren Einschätzungen nicht so ganz zufrieden. Okay Divine hat einen Legend Factor von 100 aber – egal, was man von ihr hält, eine Legende ist sie auf jeden Fall, und meiner Meinung nach auch eine höhere, als beispielsweise Sharon Needles (die natürlich und selbstverständlich auch eine ist)

Bianca Del Rio & Alaska Thunderfuck
Bianca Del Rio & Alaska Thunderfuck

Gleiches Thema bei beispielsweise Bianca Del Rio und Alaska Thunderfuck… Meiner Meinung nach hätte da Bianca die höhere Einschätzung verdient. Aber vermutlich ist das einfach rein subjektiv.

Also, wer spielt mit mir das Game of Queens Quartett?

Mein Schottenkaro Jackett ist weg

Was soll ich sagen. Ich liebe den Kit Kat Club. Er ist der beste Club der Welt – mindestens aber in Berlin – und irgendwie bin ich mittlerweile alle zwei Wochen dort – kenne eine ganze Menge der Stammgäste und die Türsteher kennen mich. Was soll ich sagen: Mein Stammclub und ich stehe dazu.

Tja und wenn ich eh schon mal gedresst bin führt mich mein Weg nach einer vorherigen Veranstaltung zu etwa 98,74% am Ende irgendwann ins Kit Kat. Nach dem Berlin Burlesque Festival sollte es auch so kommen.

Ich unterhielt mich auf dem Festival mit einem Mutter Tochter Duo aus Hamburg, die dort mit jeweils ihren Freunden waren und die ziemlich schnell überlegten, mitzukommen, als ich von meinen weiteren Abendplänen erzählte. Der Freund der Mutter hatte keine Lust und verzog sich ins Hotel alle anderen drei kamen aber gerne mit, wenngleich aber nur die (sehr coole Mama) ziemlich genau wusste, was man im Kitty so zu erwarten hätte.

Das Problem bei Spontanbesuchen im Kit Kat ist ja immer die Einhaltung des Dresscodes, der so direkt eigentlich nur bei Mama passte. Da ich ja eh noch einen kurzen Abstecher nach Hause machen wollte, nahm ich einfach alle mit und pimpte alle ein wenig.

Ich verlieh kurzerhand einen kurzen Rock, ein Paar Strümpfe, eine Leggings und vor allem mein tolles seit 25 heissgeliebtes Schottenkarojackett, dass zu einem gesamten Schottenkaroanzug gehört. So passte das einigermaßen und alle kamen ohne große Probleme rein.

Es ist immer wieder klasse, Leute beim Auftauen zu beobachten, wenn sie das erste Mal das Kit Kat besuchen.

Der Freund der Tochter war anfangs noch sehr verwundert, warum e eine Legginstragen sollte und musste noch überzeugt werden, dass das Hemd unterm Jackett noch wegkam. Anfangs hat er sich noch gesträubt, war er spätestens eine halbe Stunde später voll vom Kitty überzeugt und verstand, warum er so komisches zeigt trägt und fand es ganz normal.

Mama ging auch irgendwann und die beiden bieben im Kitty und hatten Spaß am Abend. Als ich so gegen neun ging, war es beiden noch nicht spät genug und sie wollten noch bleiben – Ich hoffe sie haben den Hotel-Checkout im Hinterkopf gehabt.

Als ich ging habe ich den beiden – da sie auf die schnelle ihre Garderobenmarke nicht finden konnten – meine Kleidung noch für den Abend überlassen – mit dem großen Versprechen, dass sie mir alles zusenden würden…

Ich habe ihnen vertraut. – Und nie wieder etwas gehört….

Der Abend war super, aber ich trauere um mein Jacket und darum, dass ich wieder einmal ein wenig Vertrauen in die Menschheit verloren habe.

Vivid @ Friedrichstadt-Palast

Gold / Jungle Extravaganza
Kopfschmuckdesign & Design Director: Philip Treacy
Kostümdesign: Stefano Canulli | Foto: Nady El-Tounsy

Ich schreibe häufiger mal irgendwo vom besten, was ich auf Berlins Bühnen so gesehen habe. Immer dann, wenn ich so etwas schreibe ist klar, dass ich eine Show gerade ausgelassen habe. Die jeweils aktuelle Show des Friedrichstadt Palast, denn der spielt bekanntlich immer in einer anderen Liga als alle anderen. So auch wieder mit der aktuellen Show „Vivid“

Gerüchteweise ist die Show mit etwa 12 Millionen Euro Produktionsbudget wieder einmal die teuerste, die im Friedrichstadt Palast – und damit in Berlin jemals auf die Bühne gestellt wurde und ich kann ich bei den Friedrichstadt Palast Shows ganz ehrlich nicht sagen, welche der Shows, die ich bisher gesehen habe, noch ein klein wenig besser war, als die anderen. Sie bewegen sich eben alle auf Weltklasse Las Vegas Niveau.

Spektakuläre Artistik: Double Wheel of Steel
Kopfschmuckdesign & Design Director: Philip Treacy
Kostümdesign: Stefano Canulli | Foto: Brinkhoff/Mögenburg

Und Vivid bietet wieder so einiges. Unglaubliche Kostüme, unglaubliche Akrobatik und unglaubliche Bühnenänderungen, die mich bei jeder Show wieder genauso finanzieren, wie das, was auf der Bühne passiert. Im Friedrichstadt Palast merkt man auf jeden Fall, wo das Produktionsbudget hingegangen ist.

Orchidee / Jungle Extravaganza
Kopfschmuckdesign & Design Director: Philip Treacy
Kostümdesign: Stefano Canulli | Foto: Nady El-Tounsy

Leider befand ich mich bei der Premiere von Vivid gerade nicht in Berlin und danach haben alle diese Show bereits gesehen – und selbst wenn Sheila sagte, dass sie sich die Show noch einmal anschauen würde, kam es dazu nicht.

Da traf sich gut, dass neulich meine Mutter in Berlin war und wir mit den Gründen am frühen Nachmittag bereits fertig waren. Idee gehabt, einen kurzen Blick ins Internet geworfen, Karten geordert und nahezu direkt ins Taxi gesprungen. Meiner Mutter mal zeigen, was Berlin so kann.

Passion and breath
Kopfschmuckdesign & Design Director: Philip Treacy
Kostümdesign: Stefano Canulli | Foto: Brinkhoff/Mögenburg

Und ja, meine Mutter war durchaus angetan von Vivid. Wobei ich nichts anderes erwartet habe und ebenfalls wieder sehr begeistert war.

Der Entertainer
Kopfschmuckdesign & Design Director: Philip Treacy
Kostümdesign: Stefano Canulli | Foto: Nady El-Tounsy

Inhaltlich hatte ich bei der Show ein paar Fragen. Warum wurde das Mädel zum Roboter um dann wieder zum eigenen Leben zu finden und warum dann der Jungle und überhaupt. Der Plot hat sich mir an einigen Stellen nicht vollständig erschlossen, aber das war mir eigentlich vollkommen egal, denn die Bilder haben diese kleinen Schwächen vollkommen ausgemerzt.

Kickline
Kopfschmuckdesign & Design Director: Philip Treacy
Kostümdesign: Stefano Canulli | Foto: Brinkhoff/Mögenburg

Nur eine Sache ist mir noch aufgefallen. Der Friedrichstadt-Palast rühmt sich doch seit jeher mit der längsten Kickline der Welt mit 32 Tänzerinnen. Ich habe mehrfach durchgezählt. Das waren keine 32. Aber beeindruckend waren sie natürlich auch in geringerer Zahl. 😉

Jungle Extravaganza Kostüme
Kopfschmuckdesign & Design Director: Philip Treacy
Kostümdesign: Stefano Canulli | Foto: Robert Grischek

hier noch ein paar der unglaublich tollen Kostüme. Die sind einfach immer wieder über alle Maßen atemberaubend.

Tja, und nur, damit ihr mir glaubt, dass ich auch tatsächlich da war. So in etwa sahen die Bilder aus, die ich selber geschossen habe. Daher nehme ich doch lieber die Pressebilder 🙂

Ach noch etwas, das Logo der Show mit dem Regenbogenhut. Der war an keiner Stelle Regenbogen