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In den Urlaub geschickt

letzte Woche bekam ich eine Nachricht aus der Personalabteilung mit der Information, dass ich noch so viel Urlaub hätte und so langsam mal etwas abbauen müsste.

ich bin dann mal weg

Zumindest solle ich aber auf jeden Fall mal den Resturlaub vom Vorjahr abbauen, der eigentlich hätte bis Ende März weg sein sollen.

Zuviel Urlaub – das hatte ich in meinem Leben auch noch nie. Sonst rechne ich akribisch jeden einzelnen Tag so rum, dass ich genügend übrig habe, um auch mal drei Wochen irgendwo ans Ende der Welt verreisen zu können. Dieses Mal nicht. Corona macht es möglich. ….Leider.

Ich habe auch dieses Jahr so rumgerechnet in der großen Hoffnung, zum Jahresende mal wieder nach Asien zu kommen. Ich hatte sogar vor, dieses Jahr länger zu fahren als sonst, denn bsi zum Jahresende habe ich einen Vertrag, der mobiles Arbeiten erlaubt…

Vor hatte ich zwei Wochen aus Bangkok zu arbeiten, dort eine Woche zu urlauben und dann durch Vietnam bis nach Kambodscha zu reisen…

Aber das ist die Corona Situation derzeit in Thailand, in Vietnam und Kambodscha schaut es gleichartig aus, in Asien scheint es jetzt erst so richtig loszugehen.

Die Chance, dass diese drei Länder ihre Pforten also dieses Jahr noch öffnen ist vermutlich gleich null, also muss der Resturlaub jetzt weg – ungewollt, denn es tut mir um jeden Tag leid, der dann irgendwo fehlt, wo ich ihn gerne hätte.

Seit der Email habe ich überlegt, was ich wohl mit den Tagen anfangen sollte –
einfach eine Woche ausschlafen? Nee.
Mach 30 Jahren mal wieder nach Amrum? Keine Chance – kein Zimmer.

richtig entschieden habe ich mich heute um 14:03 und um 19:35 stieg ich am Hauptbahnhof mit einer orangenen Decke, einem Handtuch uns einem Rucksack in einen Zug ins Irgendwo.

Nicht ohne vorher noch einen Besuch in der Thalia Buchhandlung zu machen, und einen Lonely Planet zu kaufen – denn seit Kuba reise ich ohne den nie nirgendwo hin – denn woher soll ich wisse, wohin ich gerade fliege oder fahre, wenn ich es auf dem Weg nicht gelesen habe.

Lonely Planet – Das Universum

Okay, das ist natürlich auch irgendwie mein Reiseziel – aber diesen Reiseführer habe ich nicht gekauft. Braucht man ja auch nicht, denn ich denke, wir wissen alle, was darum steht.

Die Erde:
Größtenteils harmlos.

Tja und da sitze ich nun im Zug auf dem Weg in ferne Länder mit komischen Menschen.

Das Ziel ist ein Bundesland , dass schimpft sich Hamburg 🙂

Anarchistischer CSD 2021

Wie sehr kann man sich freuen, wieder Menschen zu sehen?
Ja!

Anarchie Trans*-Flagge und diverse Regenbogen Antifaschichtische Aktion Flaggen

1 1/4 Jahre Corona und der letzte Post hier war von der letztjährigen Pride Berlin, die von einer Privatperson im letzten Juli angemeldet wurde nun wird der nächste Post ebenfalls wieder einer der Pride, genau genommen dem Anarchistischen CSD 2021.

beachtet bitte das anarchistische Vermummungsgebot

Was es nicht alles gibt.

Anarchistischer CSD Berlin 2021:
Aus Wut zerstören, aus Liebe aufbauen
Wir laden Dich am Sonnabend, 26.6., um 14 Uhr zu einer unangepassten, antikommerziellen Demonstration ein, die uns Kraft gibt für zukünftige Kämpfe!
>>> der gesamte Aufruf <<<

Anarchistischer CSD 2021

Der Termin der diesjährigen Pride ist irgendwie an mir vorbeigegangen, offensichtlich gibt es dieses Jahr auch wieder den eigentlichen CSD und eine zweite „revolutionäre“ CSD Berlin Pride, die gestern per Sternenmarsch aus unterschiedlichen Stadtteilen zum Alex marschieren sollte. Die “ Travestie für Deutschland“ sollte wohl aus Neukölln marschieren. Ich habe kurzzeitig nachgedacht, ob ich Lust habe, mitzumarschieren, mich dann aber dagegen entschieden.

Anarchistischer CSD 2021

Als ich dann Samstag Musik hörte, aus meinem Fenster schaute und sah, dass offensichtlich auch vor meiner Wohnung am Oranienplatz eine Pride in Richtung Alexanderplatz marschieren würde, war ich schon etwas traurig, aber da war es zu spät..

qtbipoc Marsch Berlin

Auf jeden Fall habe ich mal wieder einen neuen Term gelernt „qtbipoc„. Das steht für „Queer, Trans, Black, Indigenous People of Color“ und die sind gestern offenbar vom Oranienplatz zum Alexanderplatz gelaufen.

Bethanien Mariannenplatz

Naja, ich las dann im „Demoticker Berlin“, dass es eben auch einen Anarchistischen CSD geben würde, und der so gegen 18:00 am Mariannenplatz in Kreuzberg ankommen würde – und dort gebe es dann eine Abschlusskundgebung.

Zumindest zu der wollte ich eben gehen – und es sollte sich zeigen, dass das eine 5 stündige „Abschlusskundgebung mit Redebeiträgen, DJ-Musik und Livemusik sein würde.

Ich kam an – und aus dem Grinsen nicht mehr heraus, so entzückt war ich von den Menschen dort. Eine tolle Mischung aus tollen links eingestellten Menschen jeglicher Geschlechtsidentitäten, Haut- und Haarfarben. Tooolllll

Dazu eben Livemusik.

Schnell mal eben meiner Nachbarin Regina Bescheid gegeben, dass es sich lohnt und weiter gegrinst. Während wir dann so auf dem Mariannenplatz saßen und uns dem Menschen dort freuten, hörten wir von der gerade beginnenden Bands, die Begrüssung all der Personen dort und der „Penguins“…..

„….hat der gerade eben alle „Penguins“ begrüßt?“

…wer sich in Berlin mit linkem Leben auskennt, weiss, dass es hier nur eine Person gibt, die Pinguine begrüßen würde. Yok ehemals mal Quetschenpaua oder er in einer seiner mannigfaltigen Bands, in denen er spielt oder spielte. In diesem Fall Option weg, die tollen althergebrachten Punk – nunja mit Geige und Quetsche.

Interessant auch, dass die „Abschlusskundgebung“ der Anarchistischen Pride am Rondeel vorm Bethanien am Mariannenplatz stattfand, auf der gerade Ton Steine Scherben gedacht wird

… und das ist gar nicht so uninteressant, denn auch wenn Rio Reiser nicht offen homosexuell lebte, arbeiteten Ton Steine Scherben offenbar damals mit schwulen/trans* Theatergruppen zusammen. Das kann man derzeit auf dem Mariannenplatz nachlesen, aber auch, wenn wirklich viele die TSS Historie gelesen haben, war, Samstag doch eher die aktuelle Thematik

also, dieser Anarchistische CSD war toll, und sollte sich das Orga Team nicht vollständig verkrachen und eine Wiederholung in 2022 stattfinden, dann werde auch da sein, und zwar auch zum Marsch und im Dress, denn da gehöre ich hin. …finde ich.

Kirstens Trauerfeier

Das war wohl mit die schönste Trauerfeier, die man sich vorstellen konnte.

Ich habe in meinem Leben erst eine Trauerfeier mitgemacht – und die war auch schön, aber eben eine sehr klassische Trauerfeier – das war Kirstens Trauerfeier nicht wirklich.

Heutige Social Media Zeiten – noch dazu in Corona Zeiten sind vor allem seltsame Zeiten. Irgendwann im letzten Jahr habe ich über zwei Ecken auf Facebook mitbekommen, dass Kirsten gestorben ist. Wirklich in kurzer Zeit zwischen schwer krank und tot – und ich hätte fast nichts mitbekommen.

Mir wäre aufgefallen, wenn ich sie einen Monat nicht im Kitty gesehen hätte – aber Kitty war ja nicht wegen Corona und es gab Gründe warum wir in Facebook nicht verbandelt waren. Kirsten und ich hatten bei esotherischen Fragen unterschiedliche Meinungen und irgendwann habe ich meine wohl mal so klar gemacht, dass ich bei Freunden von Kirsten auf Facebook wohl ein schlechtes Bild abgegeben habe, so dass sie meinte, mich zu „meinem eigenen Schutz“ blocken zu müssen…

Kirsten Brillen

Ich habe davon nichts mitbekommen und weiss auch nicht einmal worum es da ging. Merkte aber irgendwann, dass ich keine Posts mehr von ihr sah. Wunderte mich, aber okay. Kann man ja klären, nach Corona.

Glücklicherweise gab es im letzten Sommer ein paar Kit Kat Club @ Sage Beach wo sie mir erzählte, warum sie mich blockte – nicht ohne mir allerdings sagen zu können, was ich denn da eigentlich gesagt hätte – und wozu ich klar unterschiedlicher Meinung war – wir wussten es beide offensichtlich nicht, konnten aber übereinstimmen, dass wir in esotherischer Sicht offenbar ziemlich unterschiedliche Ansichten haben, daher nicht unbedingt au Facebook verbandelt sein müssten, wir darüber hinaus aber uns sehr schätzen.

Der Abend wurde dann noch ein sehr schöner und es ist gut, dass wir uns da ausgesprochen haben.

Es wäre wirklich schade gewesen, wenn wir in einem Streit auseinandergegangen wären, von dem ich nicht einmal wüsste, dass er gerade stattfindet und warum überhaupt. So wusste ich zumindest, dass ich – mindestens mal aus ihrer Sicht – auf ihrer Trauerfeier sehr willkommen sei und ging hin.

Wir hatten eigentlich vor es an unser beider Geburtstag im Kitty richtig krachen zu lassen. Diesen Januar fiel es wegen Corona aus, 2022 wäre eigentlich ideal gewesen – Samstag Nacht. Carneball Bizarre in den Sonntag reinfeiern. Ich werde es wohl tun und dann ein Teelicht an ihren Platz vorne an der Theke stellen und an sie denken.

Gay Pride Berlin

Corona Jahr 2020

Den typischen CSD gab es dieses Jahr aus Corona Gründen nicht, das war schon lange klar. Dieses Jahr sollte sich laut dem CSD e.V. alles im Netz abspielen, da vermutlich eh keine Demonstration genehmigt würde.

Black & Trans Lives Matter
Bild in Originalgröße hier

Nun läuft es aber in Deutschland ja mit Corona ganz gut und es sind wieder Demonstrationen erlaubt – und neben komischen „Hygienedemos“, Attila Hildmans und anderen seltsamen Menschen extrem wichtig und vermutlich so dringend wie lange nicht, wenn wir uns neben Deutschland die Welt anschaut.

Das fand auch jemand in Berlin und hat eine Demo als Pride Parade angemeldet. Keine Werbung, keine LKWs, kein Alkohol. Politik statt Party. Selbstverständlich viel kleiner als ein typischer CSD aber umso wichtiger – selbst hier.

Dieser „CSD“ war ein kleinwenig wie die Enough is Enough Demo vor Jahren… Und immer noch wichtig. Das zeigt auch der Umstand, dass es währende der Parade offensichtlich mehrere Situationen gab, in denen Teilnehmer beleidigt, beworfen und gar tätlich angegriffen wurden….

Ich habe vor Jahren schon einmal geschrieben, dass der Berliner CSD umso wichtiger ist, da es wohl der östliche sichere CSD ist. Und selbst wenn diese Parade den weltweit bekannten Namen Gaypride trug, bleibt es dabei. Selbst wenn es die oben genannten Situationen gab, ist man hier sicher und das halbe land ist nicht wie in Polen „LGBTIQ“ Freie Zone….

Übrigens die meisten Teilnehmer liessen Platz und trugen Masken….